Was tun gegen das Artensterben?

Artensterben stoppen – 10 Dinge, die jeder für den Artenschutz tun kann

Christoph Schulz Blog, Tierschutz, Umweltschutz Leave a Comment

Du fragst dich, wie was du gegen das Artensterben tun kannst? Dann hast du eine wirklich großartige Einstellung! Tatsächlich ist jede achte Tier- und Pflanzenart akut vom Aussterben bedroht. Etwa 500.000 Arten haben bereits heute den Lebensraum der für ein langfristiges Überleben notwenig wäre, an uns Menschen verloren.₁ Unter anderem, weil minütlich Regenwald für den Anbau von Tierfutter oder Palmöl weichen muss – oder weil wir ganz grundsätzlich die globale Erwärmung durch unser alltägliches Verhalten verschärfen.

Doch jeder von uns kann etwas dafür tun, dass die Artenvielfalt auf diesem Planeten erhalten bleibt. Hier bekommst du deshalb jetzt 10 Tipps, um deinen persönlichen Anteil am Umweltproblem Artensterben zu stoppen.

Hier ist ein kurzer Überblick über die Tipps aus diesem Beitrag:

  1. Fleischkonsum stoppen
  2. Auf Palmöl verzichten
  3. Klimafreundlicher leben
  4. Garten nachhaltig gestalten
  5. Vegan leben
  6. Biologisch einkaufen
  7. Eigenen Konsum überdenken
  8. Petitionen starten und unterzeichnen
  9. Tier- und Naturschutztorganisationen unterstützen
  10. Aktiv werden für die Artenvielfalt

10 Tipps – Was tun gegen das Artensterben?

Wir sind erschüttert, wenn wir mitbekommen, dass das letzte weibliche Sumatra-Nashorn in Malaysia gestorben und die Tierart damit dort ausgestorben ist. Und wir können nur schwer mit ansehen, wie ein verhungernder Eisbär mit letzter Kraft versucht, etwas fressbares aufzutreiben. Doch in der gleichen Zeit tun wir (meist unbeabsichtigt) auch Dinge, die das jeweilige Übel provozieren. Sobald wir aber wissen, was wir falsch gemacht haben, können wir uns auch besser verhalten.

Hier sind deshalb nun die versprochenen 10 Tipps, mit denen du täglich das Artensterben stoppen kannst. Auf geht's!

1. Fleischkonsum stoppen

Pflanzlich ernähren und auf Fleisch verzichten

Der enorme Flächenverbrauch für den Tierfutteranbau und Weideflächen. Die Tierhaltung, die für 15 Prozent aller weltweit von Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich ist.₂ Die Fischindustrie, die dafür gesorgt hat, dass etwa 90 Prozent aller Fischbestände maximal befischt oder bereits überfischt sind.₃ Der Konsum tierischer Produkte wie Fleisch, aber auch von Eiern und Kuhmilch, ist wesentlicher Treiber der Abholzung der Wälder, der Überfischung der Meere und des Klimawandels – und damit auch des globalen Rückgangs der Zahl von Tier- und Pflanzenarten.

Wenn du das Artensterben aufhalten willst, dann solltest du also im ersten Schritt deinen Fleischkonsum überdenken, reduzieren und im besten Falle den Konsum tierischer Lebensmittel gänzlich stoppen.

Hier sind noch weiterführende Artikel zu den Themen:

2. Auf Palmöl verzichten

Der globale Konsum von Palmöl steigt stetig und hat sich von 2002 bis 2018 beinahe verdreifacht.₄ Neben der Viehwirtschaft ist er ein weiterer, entscheidender Grund für die Abholzung der Wälder und den reduzierten Lebensraum einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Natürliche Regenwälder müssen monotonen, leblosen Palmölplantagen weichen – für ein billiges Öl, dass heutzutage in fast jedem Supermarktprodukt steckt. Mehr darüber erfährst du unter Wie Palmöl den Regenwald zerstört.

Versuche deshalb gezielt auf Kauf von Lebensmitteln mit Palmöl zu verzichten. Ob Natriumlaurylsulfat, Ethylpalmitat, Palmolein oder Palmitinsäure – Palmöl hat viele Namen und ist in der Zutatenliste von Supermarktprodukten manchmal schwer zu entdecken. Nutze einfach die App CodeCheck, mit der du den Barcode scannen und auf einen Blick Palmöl-Produkte enttarnen und vermeiden kannst.

3. Klimafreundlicher leben

Das Weltklima hat ganz entscheidenden Einfluss auf die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten auf der Erde. Wir Menschen sind der Grund dafür, dass sich das Klima so drastisch und schnell verändert, dass sich die meisten Arten nicht in Ansätzen an die veränderten Gegebenheiten anpassen können. Wissenschaftlicher vermuten beispielsweise, dass bei einer globalen Temperaturerhöhung von 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau etwa 99 Prozent aller Korallen im Meer verschwunden sein werden. Diese sind wiederum Lebensraum für eine Vielzahl von Meerestieren, die wiederum in der Nahrungskette unter größeren Meeressäugern liegen.₅

Deshalb ist es so wichtig, dass du grundsätzlich klimafreundlicher lebst. Durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel, aber beispielsweise auch mit Hilfe der folgenden Tipps:

4. Garten nachhaltig gestalten

Kennst du diese grauen, leb- und geräuschlosen Schottergärten? Gruselig, findest du nicht? Dass sich immer mehr Menschen für solche „pflegeleichten“ Gärten entscheiden, ist ebenfalls ein entscheidender Grund für das globale Artensterben. Denn durch sie verschwindet beispielsweise die Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten – und auch die Unterschlupfmöglichkeiten sind rar gesät.

Wenn du etwas gegen das Artensterben tun willst, solltest du deinen Garten (oder auch Balkon) lieber zu einem echten Mekka der Artenvielfalt machen und das Vogelgezwitscher aus der Hängematte genießen. Nutze dafür einfach die Tipps aus den folgenden Beiträgen:

5. Vegan leben

Was tun für die Artenvielfalt?

Es ist das eine, den Konsum tierischer Lebensmittel stoppen. Doch wenn du das Artensterben vollständig stoppen willst, solltest du noch weiter über den Tellerrand hinausblicken und gänzlich vegan leben. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen pflanzlicher Ernährung und Veganismus: pflanzliche Ernährungsweise ist eine Ernährungseinstellung, während der Veganismus eine Lebenseinstellung ist. Veganer wollen die Ausbeutung von Tieren gänzlich stoppen. Sie verzichten auf Zoobesuche und auch auf den Zirkus mit Tieren. Und Veganer essen beispielsweise auch keinen Honig. Durch diese Lebenseinstellung wirken sie dem Artensterben noch gezielter entgegen. Denn Löwen, Elefanten und andere wilde Tierarten können dort bleiben, wo sie hingehören und sich vermehren. Und krankheitsanfällige, weil gezüchtete Honigbienen, übertragen keine Krankheiten auf die Wildbienenpopulationen.

Versuche also, vegan zu leben. Wenn dir noch die Motivation dafür fehlt, dann schau dir jetzt unbedingt den Artikel über meine Gründe für den Veganismus an.

Tipp: Der Film Dominion dreht sich rund um das Thema Massentierhaltung. Er hat mir persönlich die Augen geöffnet und mir dauerhafte Motivation für den veganen Lebensstil vermittelt.

6. Biologisch einkaufen

Die moderne Landwirtschaft setzt in großen Stil Pestizide ein, um Unkraut und Schädlinge zu bekämpfen – und höhere Erträge zu erwirtschaften. Langfristig schadet das den Erträgen jedoch, da auch Nützlinge wie Wildbienen verschwinden und die Bodenfruchtbarkeit abnimmt.

Wenn du etwas für eine höhere Biodiversität tun möchtest, solltest du lieber bevorzugt auf pflanzliche Lebensmittel ökologischem Anbau setzen. Ich gehe dafür beispielsweise jeden Samstag auf den Wochenmarkt, da dort auch die Bauern aus der Region ihre Produkte verkaufen. Aber selbstverständlich findest du sie auch im Biomarkt oder in klassischen Supermärkten.

7. Eigenen Konsum hinterfragen

Du willst das Artensterben stoppen? Solange unser tägliches Konsumverhalten selbst Teil des Problems ist, sollten wir selbstverständlich zuerst bei uns selbst ansetzen. Wir produzieren beispielsweise jede Menge Plastikmüll, der in die Umwelt gelangt und jedes Jahr Millionen von Meerestieren das Leben kostet. Ob Becher aus Plastik oder ein anderes Konsumgut – bei jedem Kauf sollten wir uns fragen: brauche ich das wirklich? Muss es das Urlaubssouvenir aus Elfenbein oder der Mantel aus Pelz und Leder sein? Vermutlich nicht.

Nutze einfach die folgenden Beiträge, um mehr über diese Beispiele und die Chancen auf ein nachhaltigeres, tierfreundlicheres Konsumverhalten zu erfahren:

8. Petitionen starten und unterzeichnen

Jetzt hast du schon viele Tipps kennengelernt, die du Zuhause umsetzen kannst. Um etwas für eine höhere Biodiversität zu tun, kannst du nun gerne auch andere Menschen mitreißen. Eine gute Möglichkeit dafür bietet dir das Unterstützen bzw. Starten von Online-Petitionen. Dabei sammelst du digitale Unterschriften gegen einen bestimmten Missstand oder für ein bestimmtes Vorhaben, dass den Artenschutz betrifft.

So kannst du dich beispielsweise für das Ende des Walschachtens auf den Färöer-Inseln oder gegen den landwirtschaftlichen Einsatz des Pestizids Glyphosat stark machen, um das Volksbegehren Artenvielfalt zu unterstützen.

9. Tier- und Naturschutztorganisationen unterstützen

Du allein kannst alltäglich dazu beitragen, dass die Tier- und Pflanzenarten nicht weiter bedroht werden. Doch es gibt auch noch unzählige Organisationen, die täglich im großen Stil für den Schutz der Artenvielfalt kämpfen und Unterstützung gebrauchen können. Unterstützung in finanzieller aber auch in tatkräftiger Form.

Hier sind einige Organisationen, die du im Kampf gegen das Artensterben fördern kannst:

Tipp: Ich habe dir auch noch einen ausführlichen Vergleich der besten Tierschutzorganisationen erstellt. Schau gerne rein!

10. Aktiv werden und für Artenvielfalt einsetzen

Aktivismus um Artensterben zu stoppen
Ein Plakat gegen die Tierhaltung in Zoos / Credits: PETA Deutschland e.V.

Dein privater Alltag ist bereits auf den Schutz der Artenvielfalt ausgerichtet? Dann kannst du jetzt noch einen Schritt weiter gehen und dich als Aktivist oder in einer politischen Partei engagieren, um noch mehr Menschen zu einem artenfreundlicheren Alltag zu verhelfen.

Unzählige Organisationen planen regelmäßig Aufklärungskampagnen in den Fußgängerzonen, die du unterstützen kannst. Beispielsweise Anonymous For The Voiceless zur Förderung des veganen Lebensstils in unserer Gesellschaft. Oder der NABU im Einsatz für das Volksbegehren Artenvielfalt. Indem du solche Aktionen aktiv unterstützt, kannst du schlussendlich noch mehr Menschen für den Artenschutz begeistern.

Artensterben stoppen und Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten täglich fördern!

Wie du siehst, ist es gar nicht so schwer, das Artensterben aufzuhalten. Wichtig ist, sich bewusst zu machen, welche Folgen das eigene Verhalten für Tier- und Pflanzenarten hat – und was man selbst ändern kann. Sobald du deinen Alltag artenfreundlicher gestaltet hast, kannst du auch andere Menschen dafür begeistern und zu einer nachhaltigeren Lebensweise unserer globalen Gesellschaft beitragen.

Ich hoffe, dass du einige Tipps aus diesem Beitrag mitnehmen konntest, um etwas gegen das Artensterben zu tun. Hast du Fragen oder weitere Ideen für den Artenschutz? Dann schreibe mir einfach einen Kommentar.

Bleib‘ nachhaltig,

Plastikfrei leben - Weniger Plastikmüll in der Umwelt

PS.: Du willst noch mehr für die Tiere tun? Dann schau dir unbedingt meinen Beitrag über den Tierschutz im Alltag an!

Quellenangaben:
₁ Summary for policymakers of the global assessment report on biodiversity and ecosystem services of the Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES, 06.05.2019, S.13.

₂ Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO): livestock’s long shadow environmental issues and options, abrufbar unter https://t1p.de/2044. [03.11.2020].

₃ H. Vesper; WWF Deutschland: Was wir tun müssen, um die Meere zu retten (17.04.2018), abrufbar unter https://t1p.de/oori. [03.11.2020].

₄ Statista GmbH: Konsum von Palmöl weltweit in den Jahren 2002/03 bis 2020/21 (Stand: September 2020), abrufbar unter https://t1p.de/w9u9. [03.11.2020].

₅ J. Wille: Wenn die Korallen sterben, sterben die Küsten (Stand: 30.01.2020), abrufbar unter https://t1p.de/cqck. [03.11.2020].

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes und vor allem nachhaltiges Leben an die Hand geben.Wenn du möchtest, dass wir weiter mit voller Kraft an CareElite arbeiten, kannst du uns gern ein paar Taler für die technische Verbesserung der Webseite, CleanUp-Material und neue aufklärende Blogbeiträge in unsere Kaffeekasse werfen. So oder so - danke, dass du da bist!

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