Die größten Umweltsünden im Alltag

Die 6 größten Umweltsünden im Alltag

Christoph Schulz Blog, Haushalt, Umweltschutz 2 Comments

Geändert am 23. Juni 2020

Was sind eigentlich die größten Umweltsünden im Alltag? „Fange an, nachhaltig zu leben!“ – das sagt sich immer so leicht. Doch wie soll man anfangen und sich verbessern, wenn man gar nicht genau weiß, was man bisher „falsch“ gemacht hat. Da ist es doch extrem hilfreich, die Ökosünden der Menschheit im alltäglichen Verhalten kennenzulernen. Jeder von uns hat sie begangen oder begeht sie. Das ist kein Beinbruch. Doch wer sie kennt, sollte versuchen, sie in Zukunft bewusst zu reduzieren.

In diesem Artikel möchte ich dir jetzt einige dieser Umweltsünden im Alltag vorstellen.

Hinweis: Hier möchte ich niemandem auf den Schlips treten – im Gegenteil. Ich möchte dir und anderen Menschen, mit denen du diesen Artikel teilst, einfach nur die Dinge vorstellen, die unsere Umwelt im Alltag am stärksten belasten und genau deshalb auch ein enormes Verbesserungspotential beinhalten.

Die größten Umweltsünden im Alltag

Die größten Umweltprobleme unserer Zeit kommen nicht ungefähr. Unser alltägliches Verhalten hat sie hervorgerufen – also was wir essen, kaufen, weitererzählen oder vergöttern. Um ein Teil ihrer Lösung zu werden, ist es deshalb enorm wichtig, die größten Umweltsünden im Alltag kennenzulernen. Auf geht's!

Tipp: Ich gebe dir hier jeweils ein, zwei Tipps zur Reduzierung der Umweltsünde. Wenn du direkt zu den Lösungen switchen willst, dann schau einfach in den ausführlichen Beitrag mit den besten Tipps für Umweltschutz im Alltag.

1. Einweg-Plastik verwenden

Umweltsünden im Alltag - Einwegplastik

Jede Stunde werden allein in Deutschland etwa 320.000 Einwegbecher für Heißgetränke verbraucht, die nach kurzem Genuss die Mülltonnen füllen.₁ Hinzu kommen Plastikbesteck, Wegwerf-Grills, Einweg-Wattepads, Einmal-Kaffeekapseln und Unmengen an weiterem Wegwerf-Kram. Wir sind bequem geworden – und lassen lieber Erdöl über einen langen Produktionsprozess in billige Einweg-Produkte verwandeln, anstatt wiederverwendbare Produkte, wie Kaffeetassen oder Besteck aus Edelstahl zu benutzen und sie kurz abzuwaschen. Am Ende nützt der Wegwerf-Kunststoff nur einem: der Industrie. Die Kosten tragen Menschen, Tiere und unser Planet. Denn ein Großteil landet als Plastikmüll in der Umwelt.

Was du gegen diese Umweltsünde tun kannst:

2. Flugzeug fliegen

Im Jahr 2018 gab es in der weltweiten Luftfahrt rund 46 Millionen Flüge – Tendenz steigend.₂ Sie sind der Grund, aus dem der Tourismus einen entscheidenden Anteil an den menschengemachten Treibhausgasen trägt. Für die Flüge von Frankfurt nach Cancun in Mexiko und zurück anstehen beispielsweise etwa 3,25 Tonnen CO2 pro Person als direkte Treibhausgas-Emission. Zum Vergleich: Das entspricht etwa 16 Monaten durchschnittlichen Autofahrens.₄ (Mehr unter Tourismus Statistiken)

Nur etwa zehn Prozent aller Menschen auf der Welt hatten jemals die Chance, in deinem Flugzeug zu sitzen.₃ Wer zu diesen 10 Prozent gehört, sollte verstehen, dass Fliegen kein „Busfahren“ – sondern nur dann eine Alternative ist, wenn sie wirklich notwendig ist.

Was du gegen diese Umweltsünde tun kannst:

Fallen dir weitere Ideen ein? Dann schreibe mir wie immer gern einen Kommentar.

3. Fast Fashion konsumieren

Wir Shoppen uns um den Verstand. Während es früher Frühling/Sommer- und Herbst/Winter-Trends gab, kommen heute im Wochentakt neue Kollektionen heraus. Mode-Gigant Zara bringt pro Jahr etwa 12.000 neue Designs heraus – wer braucht das alles? Am Ende verdient auch damit die Industrie – Konsumenten und Umwelt zahlen dafür.

Diese Umweltsünde im Alltag betrifft natürlich bei weitem nicht nur unsere Kleidungskäufe – sondern auch ganz grundsätzlich unser Konsumverhalten bzw. den Kauf unnötiger Dinge.

Was du gegen diese Umweltsünde tun kannst:

4. Fleisch essen

Ökosünden im Alltag - Fleisch

Der globale Fleischkonsum nimmt stetig zu. Dabei ist dieser Umstand wesentlich für die globale Erwärmung verantwortlich. Der Ernährungssektor ist nämlich für etwa 40 Prozent der europäischen Treibhausgasemissionen verantwortlich.₆ Diese werden zum Beispiel durch Transporte, die Verdauung von Wiederkäuern, sowie die Abholzung der Wälder für den Anbau von Futtermitteln und die Schaffung von Weideflächen freigegeben. Hinzu kommen noch unter anderem die Verunreinigung von Böden und Gewässern durch Schadstoffe aus Insektenschutz- und Düngemitteln aus der Landwirtschaft.

Was du gegen diese Umweltsünde tun kannst:

5. Strom aus Kernenergie oder fossilen Energieträgern nutzen

Im Jahr 2018 wurden 40,4 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien erzeugt – das ist ein guter Wert.₇ Allerdings bedeutet er auch im Umkehrschluss, dass fast 60 Prozent aus nur begrenzt zur Verfügung stehenden und umweltbelastenden Quellen, wie Atom- oder Kohlekraft stammen. Wer seinen Haushalt noch mit solchen Energiequellen schmeißt, begeht täglich eine Umweltsünde. Glücklicherweise ist diese leicht zu beheben.

Was du gegen diese Umweltsünde tun kannst:

6. Zigaretten rauchen

Jeden Tag werden weltweit 15 Milliarden Zigaretten konsumiert, von denen 10 Milliarden in der Umwelt entsorgt werden.₈ Zigarettenstummel in der Umwelt sind in der Folge ein massives Problem. Die Filter sind nicht biologisch abbaubar und die Giftstoffe gelangen in Böden und Gewässer. Viele Tiere halten die Stummel außerdem für Nahrung. Wer raucht und seine Zigarettenstummel in der Natur entsorgt, begeht daher – vermutlich sogar täglich – eine große Umweltsünde.

Was du gegen diese Umweltsünde tun kannst:

Fallen dir weitere Umweltsünden im Alltag ein, die man eher unbewusst aus lauter Gewohnheit begeht? Dann schreibe mir wie immer gern einen Kommentar.

Umweltsünden im Alltag kennen und reduzieren

Zigarettenstummel - Umweltsünde im Alltag

Die Liste dieser täglichen Umweltsünden kann im Grunde unendlich weit fortgeführt werden. Zum Beispiel mit der Anlage eines leblosen, reinen Steingartens. Doch in diesem Beitrag hast du zumindest einmal einige der schwerwiegendsten ihrer Zunft kennengelernt. Nutze das Wissen, um dein persönliches Verhalten nachhaltiger zu gestalten – und um andere Menschen aufzuklären.

Hast du Fragen, Tipps oder Anregungen im Bezug auf die Umweltsünden im Alltag? Dann her mit einem Kommentar!

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Veränderung fällt uns Menschen oft sehr schwer. Wenn du noch etwas Motivation und Inspiration brauchst, dann schau dir unbedingt meine Liste mit Zitaten über Veränderung an.

Quellenangaben:
₁ Deutsche Umwelthilfe e.V.: Gute Becher – schlechte Becher, abrufbar unter https://www.duh.de/becherheld-problem. [14.05.2020].

₂ Statista GmbH (2018): Anzahl der Flüge in der weltweiten Luftfahrt von 2014 bis 2018 (Stand: 2019). https://t1p.de/f3yp. [10.03.2020].

₃ Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND): Die wahren Kosten des Fliegens: Klimakiller. https://t1p.de/b085. [10.03.2020].

₄ Südwestrundfunk; SWR: Kreuzfahrtschiff, Flieger oder Auto – wie viel darf ich reisen? | Odysso – Wissen im SWR. YouTube, 12.05.2019, Web, 10.03.2020 um 21:56 Uhr, in: https://www.youtube.com/watch?v=3pSbXiKOWzE.

₅ L. Wehrli: 15 schockierende Fakten über Fast Fashion (Stand: 13.11.2018), abrufbar unter https://t1p.de/1i4d. [10.03.2020].

₆ Klima-Kollekte – Kirchlicher Kompensationsfonds gemeinnützige GmbH: Ernährung als wesentlicher Treiber des Klimawandels, abrufbar unter https://t1p.de/4kol. [07.05.2020].

₇ Frankfurter Allgemeine Zeitung: Ökostrom-Anteil in Deutschland 2018 erstmals über 40 Prozent (Stand: 03.01.2019). https://t1p.de/n7rt. [09.08.2019].

₈ J. Görsch: 7000 Chemikalien und unzerstörbar: Täglich landen 10 Milliarden Kippen auf dem Boden (Stand: 23.02.2019). https://t1p.de/hlz4. [09.08.2019].

Ich bin Christoph und unterstütze und organisiere Plastikmüll CleanUps auf der ganzen Welt, um den Plastikmüll aus der Natur zu entfernen. Bei CareElite gebe ich dir zusammen mit anderen umweltbewussten Bloggern Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes und vor allem nachhaltiges Leben, mit fantastischen Natur- und Wildlife-Erlebnissen.Wenn du möchtest, dass wir weiter mit voller Kraft an CareElite arbeiten, kannst du uns gern ein paar Taler für die technische Verbesserung der Webseite, CleanUp-Material und neue aufklärende Blogbeiträge in unsere Kaffeekasse werfen. So oder so - danke, dass du da bist!

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Comments 2

  1. eigentlich sind das ja ganz einfache Dinge und zu ersetzen nicht so aufwändig. Im Gegenteil. Nur am Beispiel Flugzeug sieht man ja jetzt auf Grund von Corona was da und wer da alles dranhängt, Erwerbstätige, Menschen in den Urlaubsregionen, die Wirtschaft etc. Wenn es ökologischer wird und teurer dann wäre das schon ein Fortschritt.
    Jeder aber auch jeder kann etwas dazu beitragen.
    LG
    Ursula

    1. Post
      Author

      Sehe ich auch so! Es geht ja nicht darum, Branchen zu zerstören, sondern sie gezielt ökologischer zu machen.

      Bleib nachhaltig,
      Christoph

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