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Wasserfußabdruck einfach erklärt

Wasserfußabdruck – Was ist das eigentlich?

Was versteht man eigentlich unter dem Wasserfußabdruck? Wasser ist das Blut der Erde und das wichtigste Lebensmittel für im Grunde alle Lebewesen. Wir benötigen es im Haushalt beim Duschen, Kochen oder Wäschewaschen – und auch die Dinge die wir konsumieren, könnten ohne Wasser nicht angebaut bzw. hergestellt werden. Leider verbrauchen wir direkt und indirekt viel zu viel Wasser, wodurch wir wiederum das ökologische und gesellschaftliche Problem der Wasserknappheit verschärfen.

Gut, dass es mit dem Wasserfußabdruck ein nützliches Hilfsmittel gibt, um zu erkennen, wo das Wasser verbraucht wird und wie wasserfreundlich man tatsächlich lebt. Dementsprechend lässt sich auch einfacher einordnen, inwiefern man den eigenen Wasserverbrauch im Alltag noch weiter reduzieren kann.

In diesem Artikel möchte ich dir jetzt alles Wissenswerte rund um den Wasserfußabdruck an die Hand geben. Von der Definition, über wasserintensive Lebensmittel und Alltagsprodukte, bis hin zur Berechnung und wertvollen Tipps zur Verbesserung. Auf geht's!

  1. Definition
  2. Konsumgüter
  3. Berechnung
  4. Was tun?
  5. Schlusswort

Was ist der Wasserfußabdruck?

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Wir Menschen verbrauchen direkt (z.B. beim Duschen oder Wäschewaschen) aber vor allem auch indirekt (sogenanntes virtuelles Wasser, z.B. für die Bewässerung der Lebensmittel, die wir essen) Wasser. Der Wasserfußabdruck ist schlussendlich die Summe des direkt und indirekt verbrauchten Wassers – sprich der tatsächliche Wasserverbrauch eines Landes, eines Unternehmens, eines Haushalts oder eben eines einzelnen Verbrauchers.₁

Bei der verbrauchten Wassermenge einer Ware werden sogar Informationen zur verbrauchenden und auch zur erzeugenden Region berücksichtigt. Das ist wichtig, weil der Konsum oft im eigenen Land stattfindet, aber die Herstellung in einem anderen Land Wasser verschlungen hat. In so einem Fall spricht man vom externen Wasserfußabdruck. Der interne Wasserfußabdruck beschreibt hingegen den Wasserverbrauch der Produktion und des Konsums im eigenen Land.

Und was fängt man nun mit dem Wasserfußabdruck an? Mithilfe des ermittelten Wertes weiß man – zum Beispiel als Verbraucher oder Staat, wie viel Wasser man innerhalb eines Jahres verbraucht. Dementsprechend kann man dann gezielt Optimierungen vornehmen.

Warum sollte man den eigenen Wasserfußabdruck reduzieren? Zum Beispiel, um Umweltproblemen wie der globalen Wasserknappheit in Zeiten des Klimawandels entgegenzuwirken.

Grünes, blaues und graues, virtuelles Wasser

Zur Berechnung eines aussagekräftigen Wasserfußabdrucks unterscheidet man beim virtuellen Wasser zwischen grünem, blauem und grauem Wasser.

  • Grünes, virtuelles Wasser: Hierbei handelt es sich um genutztes Boden- und Regenwasser aus dem natürlichen Wasserkreislauf. Es ist also Wasser, das im Boden gespeichert und vom Menschen nicht besonders beeinflusst wird.
  • Blaues, virtuelles Wasser: Es beschreibt das genutzte Wasser aus Flüssen sehen oder dem Grundwasser, das beispielsweise bei der künstlichen Bewässerung von Pflanzen oder beim Auffüllen von Viehtränken genutzt wird.
  • Graues, virtuelles Wasser: Das ist bei der Nutzung beeinträchtigtes Wasser, dass nur bedingt wiederverwendet werden kann. Zum Beispiel, weil es in der Landwirtschaft mit Pestiziden oder Düngern verunreinigt ist. Graues Wasser beschreibt schlussendlich die Wassermenge, die notwendig ist, um die Verunreinigungen entsprechend der Wasserqualitätsvorschriften zu verdünnen.

Welche Konsumgüter haben einen hohen, virtuellen Wasserverbrauch?

Hoher Wasserfußabdruck von Schokolade und Fleisch
Lebensmittel wie Schokolade und Tierfleisch haben einen hohen Wasserverbrauch

Hier stelle ich dir eine aussagekräftige Liste der wasserintensivsten Alltagsprodukte anhand der Daten von waterfootprint.org zur Verfügung – und rechne den Verbrauch auch, noch etwas greifbarer, in gefüllte Badewannen (eine Badewanne = etwa 153 Liter) um. Mithilfe des Wissens kannst du gezielter auf wasserfreundlichere Alternativen ausweichen und deinen persönlichen Wasserfußabdruck verbessern.

Lebensmittel

LebensmittelWasserverbrauch„Badewannen“Anteil (grün, blau, grau)
Schokolade17196 l / kgca. 11298%, 1%, 1%
Rindfleisch15415 l / kgca. 10094%, 4%, 3%
Schafsfleisch10412 l / kgca. 6894%, 5%, 1%
Schweinefleisch5988 l / kgca. 3982%, 8%, 10%
Butter5553 l / kgca. 3685%, 8%, 7%
Hühnchen4325 l / kgca. 2882%, 7%, 11%
Eier3266 l / kgca. 2179%, 7%, 13%
Käse3178 l / kgca. 2085%, 8%, 7%
Erdnüsse2782 l / kgca. 1889%, 5%, 6%
Reis2497 l / kgca. 1668%, 20%, 11%
Nudeln1849 l / kgca. 1270%, 19%, 11%
Kaffee1056 l / lca. 696%, 1%, 3%
Orange560 l / kgca. 372%, 20%, 9%

Andere Konsumgüter

KonsumgutWasserverbrauch„Badewannen“Anteil
Auto400000 l (ca.)ca. 2614k.A.
Computer20000 l (ca.)ca. 133k.A.
Leder (Rind)17093 l / kgca. 11193%, 4%, 3%
Smartphone13000 l (ca.)ca. 86k.A.
Biodiesel (Soja)11397 l / lca. 7495%, 3%, 2%
Baumwollshirt2495 l / 250 gca. 1654%, 33%, 13%
Jeanshose8000 l (ca.)ca. 52k.A.

Wie berechnet man den Wasserfußabdruck?

Der Wasserfußabdruck macht den (oft unsichtbaren) Wasserverbrauch für die eigene Lebensweise sichtbar und regt zur Änderung des persönlichen Verhaltens an. Rechner wie die Wasserampel vom Weltfriendensdienst e.V. offenbaren das im Regelfall unglaublich große Potential, um den eigenen Wasserverbrauch zu minimieren.

Anmerkung: Im Rechner kann man leider nicht angeben, dass man auf bestimmte Lebensmittel gänzlich verzichtet. Dort lässt sich nur „wenig“ angeben, weshalb er noch etwas uneindeutig für Veganer ist. Dennoch ist das Tool ein nützliches Mittel, um persönliche Potentiale zur Einsparung von Wasser zu erkennen.

Hier möchte ich dir passend dazu auch noch ein paar Fakten rund um den globalen und deutschlandweiten Wasserverbrauch an die Hand geben:

  • Deutschland: Der Wasserfußabdruck von Deutschland beträgt rund 120 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr. Nur 31 Prozent davon sind auf die Nutzung im eigenen Land zurückzuführen. Rund 69 Prozent des Wassers wird im Ausland verbraucht.₂
  • Pro Kopf: Jeder Deutsche verbraucht durchschnittlich etwa 3900 Liter (umgerechnet etwa 26 gefüllte Badewannen) Wasser am Tag.₁ (nur 121 Liter davon kommen direkt aus dem Wasserhahn)
  • Weltweit: Der globale Wasserfußabdruck wird auf 9 Billionen Tonnen pro Jahr geschätzt. Das sind fast 300.000 Tonnen Wasser pro Sekunde.₃

4 Kurz-Tipps: Wie kann jeder seinen persönlichen Wasserfußabdruck reduzieren?

Vegane Ernährung für geringeren Wasserfußabdruck

Du bist etwas von den Zahlen erschrocken und möchtest deinen persönlichen Wasserfußabdruck verbessern? Dann sind hier Tipps, die du direkt umsetzen kannst:

  • Lebe Vegan: Für tierische Erzeugnisse (ob Lebensmittel oder Kleidung) sind beispielsweise der wasserintensive Anbau von Tierfutter, Wasser in den Tränken und Stallreinigungen unerlässlich. Wenn du auf tierische Produkte verzichtest und den „Umweg Tier“ vermeidest, verbesserst du deinen Wasserfußabdruck ganz entscheidend. Mehr unter vegan leben.
  • Ernähre dich regional und saisonal: Außerhalb der Saison und in warmen Gefilden benötigen viele Lebensmittel im Anbau wesentlich mehr Wasser. Ernähre dich deshalb regional und saisonal.
  • Setze auf hochwertige Kleidung: Je länger deine Pullover und Shirts halten, desto seltener kaufst du dir neue Kleidung und desto weniger Wasser muss beispielsweise für den wasserintensiven Anbau von Baumwolle verbraucht werden. Und falls ein Neukauf unausweichlich sind, kannst du Kleidung aus Leinen oder Hanf bevorzugen, die weniger wasserintensiv angebaut werden.
  • Weniger Elektronik: Denke minimalistisch und beschränke deinen Besitz an Elektrogeräten auf das Nötigste. Kaufe dir außerdem nicht ständig das neueste Smartphone-Modell und lasse es reparieren, wenn es nicht funktioniert.

Im Artikel Wasserverbrauch im Alltag reduzieren erhältst du noch viele weitere Tipps!

Fallen dir noch weitere Tipps ein, um den eigenen Wasserfußabdruck positiv zu beeinflussen? Dann schreibe mir gern einen Kommentar unter den Beitrag.

Wasserfußabdruck kennen und gezielt verbessern

Den ökologischen Fußabdruck kanntest du sicher schon – jetzt ist dir auch der Wasserfußabdruck ein Begriff. Er beschreibt also die Gesamtmenge unseres direkt und vor allem indirekt verbrauchten Wassers. Wenn du dein eigenes Leben nachhaltiger gestalten willst, solltest du ihn berechnen und den Konsum wasserintensiver Lebensmittel und Gegenstände reduzieren oder sogar gänzlich einstellen. Der Gedanke daran, dass andere Menschen, Tiere und schlussendlich auch man selbst unter der eigenen, wasserintensiven Lebensweise leiden, dürfte Motivation genug sein.

Hast du Fragen, Tipps oder Anregungen zum Thema Wasserfußabdruck? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar!

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Die Süßwasserbestände in Teichen, Flüssen und Seen dieser Welt sind begrenzt. Der Trinkwasserverbrauch zählt daher auch zu den Planetaren Grenzen. Im verlinkten Artikel erfährst du mehr über die Faktoren, die beschreiben, wie gut oder schlecht es der Erde geht.

Quellenangaben:
₁ Umweltbundesamt: Wasserfußabdruck (Stand: 03.05.2022), abrufbar unter https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-bewirtschaften/wasserfussabdruck. [11.05.2022].

₂ Mekonnen & Hoekstra (2011) National Water Footprint Accounts, UNESCO-IHE, abrufbar unter https://www.waterfootprintassessmenttool.org/national-explorer. [11.05.2022].

₃ The World Counts: The consumer society is powered by water, abrufbar unter https://www.theworldcounts.com/challenges/planet-earth/freshwater/global-water-footprint/story. [11.05.2022].

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Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

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