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Wasserknappheit stoppen – 10 Dinge, die du gegen den Wassermangel tun kannst

Wasserknappheit stoppen - Das kann jeder tun!

Wie lässt sich Wasserknappheit stoppen? Ohne Wasser, kein Leben! Schon heute haben etwa 2,1 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.₁ Unsere ressourcenverschwenderische Lebensweise und der daraus resultierende Klimawandel sind hauptverantwortlich dafür, dass diese erschreckende Zahl weiter steigt. Nur die wenigsten von uns können sich vorstellen, wie es ist, nur sehr wenig oder gar kein Wasser zur Verfügung zu haben. Denn hier verbrauchen wir jeden Tag etwa 120 Liter Wasser direkt und für unsere Lebensweise sogar 5200 Liter indirekt₂ – und spüren durch zunehmende und extreme Dürrephasen auch selbst schon die Folgen dieses Verhaltens.

Es ist allerhöchste Zeit, etwas gegen die Wasserknappheit auf der Welt zu tun und nicht mehr auf Kosten anderer Menschen und Lebewesen zu leben. In diesem Artikel möchte ich dir jetzt 10 Tipps vorstellen, die jeder nutzen kann, um die Wasserknappheit zu stoppen. Auf geht's!

Vorab findest du hier eine kurze Übersicht über den Beitrag:

  1. Direkten Wasserverbrauch reduzieren
  2. Konsum tierischer Lebensmittel minimieren
  3. Regionale & saisonale Lebensmittel bevorzugen
  4. Biologische Lebensmittel einkaufen
  5. Bewusster mit Kleidung umgehen
  6. Leitungswasser trinken
  7. Petitionen starten oder unterzeichnen
  8. Abholzung stoppen und Aufforstung von Wäldern fördern
  9. Umweltschutzorganisationen unterstützen
  10. Grundsätzlich klimafreundlich leben

1. direkten Wasserverbrauch reduzieren

Wir müssen lernen, sparsamer mit Wasser umzugehen. Das funktioniert am besten, indem wir im Alltag weniger Wasser direkt verbrauchen. Hier einige Tipps zur zeitnahen Umsetzung:

  • Dusche kurz und schalte den Wasserhahn beim Einseifen aus.
  • Schalte den Wasserhahn auch beim Zähneputzen aus.
  • Sammle Schmutzwäsche und versuche die Waschmaschine richtig voll zu machen, um Waschgänge und damit den Verbrauch von Wasser und Energie einzusparen.
  • Fange Regenwasser auf und nutze es zur Bewässerung deines Gartens.

Im ausführlichen Beitrag über das Wassersparen im Haushalt erhältst du noch viele weitere Tipps! Hier dreht es sich aber eigentlich gar nicht ums Wassersparen an sich, sondern um Lösungen gegen das Umweltproblem der Wasserknappheit, die sich im privaten Alltag umsetzen lassen. Ein Problem, das vor allem durch den virtuellen, also indirekten Verbrauch von Wasser (z.B. für die Herstellung von Lebensmittel oder Kleidung) für unsere Lebensweise verursacht wird. Darauf gehen wir jetzt im Folgenden ein.

2. Konsum tierischer Lebensmittel minimieren

Vegane Burger als nachhaltige Alternative
Vegane Burger als wassersparende Alternative zum wasserintensiven Rindfleisch-Burger / Credits: iStock-ID 912207866

Etwa 27 Prozent des globalen Süßwasserverbrauchs gehen auf die Fleisch- und Milchindustrie zurück.₃ Nur um ein einziges Kilogramm Rindfleisch zu produzieren, sind beispielsweise für die Bewässerung beim Anbau des Tierfutters, sowie für die Tiere selbst und Stallreinigungen mehr als 15.000 Liter Wasser (!!) notwendig.₄

Wer einen Rindfleischburger isst, verbraucht also über den „Umweg Tier“ hinter den Kulissen deutlich mehr Wasser, als jemand, der sich einen Burger mit pflanzlichem Patty gönnt. Wenn du etwas gegen die Wasserknappheit auf der Welt unternehmen willst, solltest du dementsprechend deinen eigenen Fleischkonsum aus ökologischen – aber natürlich auch aus ethischen und gesundheitlichen Gründen – hinterfragen und eine vegetarische bzw. vegane Lebensweise anstreben.

Weiterführende Artikel:

3. Regionale & saisonale Lebensmittel bevorzugen

Kakao, Röstkaffee, Rindfleisch, Ziegenfleisch, Butter, Reis und Avocados zählen zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Wasserverbrauch. Vor allem, weil ihre Produktion den Anbau in trockenen Regionen dieser Erde und damit einen noch höheren Wassereinsatz erfordert.

Auch das heute alle Lebensmittel zu jeder Jahreszeit in den Supermärkten bereitliegen, obwohl sie eine natürliche Saison haben, ist bedenklich. Zum einen, weil oft ein noch höherer Wasserverbrauch mit ihnen einhergeht. Der Anbau außerhalb der Saison findet zudem oft in Gewächshäusern statt, die große Mengen an Energie verbrauchen und so wiederum den Klimawandel beschleunigen.

Unsere Lebensmittel sollten nicht aus den Ecken des Planeten stammen, an denen Menschen heute schon viel massiver als wir unter Trockenheit, Dürre und Wassermangel leiden – schon gar nicht das ganze Jahr über. Durch den Fokus auf regionale und saisonale Waren trägst du schlussendlich zur Bekämpfung der globalen Wasserkrise bei.

Weiterführende Artikel:

4. Biologische Lebensmittel einkaufen

Die biologischen Pendants der eben kritisierten Lebensmittel schneiden schon deutlich besser ab, verbrauchen aber dennoch enorme Mengen an Wasser. Ein Umstieg auf Alternativen oder ein deutlich seltener Verzehr dieser Lebensmittel ist empfehlenswert, wenn du etwas gegen die Wasserknappheit tun möchtest.

Grundsätzlich solltest du aber definitiv auf Bio-Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft setzen, weil man bei ihrer Herstellung auf künstliche Dünger und Pestizide verzichtet und auch das Grundwasser und anliegende Gewässer weniger belastet werden.

5. Bewusster mit Kleidung umgehen

Die Fast Fashion Industrie mit ihren unzähligen neuen Trends und kurzlebigen Materialien ist nicht nur ein großer Wasserverbraucher, sondern auch ein Wasserverseucher. Unzählige Giftstoffe geraten dabei in Flüsse und Seen – und machen sauberes Trinkwasser beispielsweise durch den Baumwollanbau oder das Färben ungenießbar und giftig.

Um dem entgegenzuwirken, solltest du deshalb lieber auf langlebige, nachhaltige Qualitätsware, beispielsweise aus Bio-Baumwolle, Leinen oder Hanf, setzen. Achte auf Bio- und Fairtrade Siegel, kaufe auch Mal Second-Hand-Ware und recycle oder tausche Kleidung, die dir nicht mehr gefällt.

Weitere Tipps zum umweltbewussten Umgang mit Kleidung und was unter Slow Fashion zu verstehen ist, stelle ich dir im verlinkten Beitrag vor!

6. Leitungswasser trinken

Leitungswasser trinken gegen die Wasserkrise

Auch Leitungswasser ist ein großartiges, regionales Produkt! Es ist hunderte Male günstiger als Mineralwasser. Letzteres sorgt durch die Privatisierung von Wasserquellen (siehe Nestlé Kritik) auch für die Austrocknung ganzer Regionen, wie zum Beispiel im französischen Dorf Vittel.₅

Mehr darüber erfährst du auch im ausführlichen Beitrag Leitungswasser VS Mineralwasser aus Plastikflaschen.

7. Petitionen starten oder unterzeichnen

Nicht nur durch einen wasserfreundlichen Lebensstil, sondern auch durch aktives Handeln in unserer Gesellschaft kannst du die globale Wasserknappheit stoppen. Zum Beispiel, indem du Online-Petitionen startest oder unterstützt. Solche digitalen Unterschriften-Sammlungen können wirklich unzählige Menschen mitreißen und Veränderung bewirken.

Hier zwei Beispiele, die auch du gerne direkt unterzeichnen kannst:

8. Abholzung stoppen und Aufforstung von Wäldern fördern

Regenwälder und Wälder im Allgemeinen speichern Wasser durch ihr festes Wurzelwerk und schützen den Boden vor Verdunstung. Deshalb müssen wir die Abholzung der Wälder verhindern und gleichzeitig die Aufforstung fördern, wenn wir das Problem der Wasserknappheit stoppen wollen.

Der Anbau von Soja zerstört Regenwald. Dabei handelt es sich vor allem um Soja, dass als Tierfutter endet. Etwa 80 Prozent des weltweiten Sojaanbaus werden an Tiere verfüttert. 18 Prozent werden zu Bratöl oder Biodiesel verarbeitet und nur 2 Prozent von uns Menschen verspeist.₆ Letzteres ist aber vor allem europäisches Bio-Soja aus gentechnikfreier Landwirtschaft, da genmanipuliertes Soja bei uns nicht zugelassen ist. Ein weiterer Grund also für eine pflanzliche Ernährungsweise, um dem Wassermangel entgegenzuwirken.

Die Aufforstung von Wäldern kannst du beispielsweise durch deine Unterstützung von Umweltprojekten wie Planet-For-The-Planet oder auch durch die Nutzung einer nachhaltigen Suchmaschine wie Ecosia fördern.

9. Umweltorganisationen unterstützen

Es gibt so viele Menschen auf der Welt, die täglich viele Kilometer laufen müssen, um Wasser für ihre Familien zu holen. Doch es gibt auch großartige Menschen, die ihnen dabei helfen möchten. Zum einen die, aus den Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen – zum anderen die, die sie finanziell unterstützen. Hier sind einige Organisationen, bei denen deine Spenden die Richtigen erreichen:

Kennst du weitere Organisationen, die sich gegen den globalen Wassermangel einsetzen? Dann schreibe mir gern einen Kommentar!

10. Grundsätzlich klimafreundlich leben

Die Entwicklung des Klimawandels trägt entscheidend dazu bei, ob wir zukünftig Kriege ums Wasser führen werden, oder nicht. Unsere jetzige und zukünftige Lebensweise entscheidet darüber, wie rasant sich die die Erde erwärmt und wie häufig klimabedingte Extremwetter wie Dürren in Zukunft auftreten werden. Eine klimafreundliche Lebensweise ist der Schlüssel dazu, um regelmäßige Horror-Szenarien für alle Menschen auf der Welt abzuwenden. Jeder Einzelne muss einen Beitrag dafür leisten.

Weniger Autofahren, weniger Fliegen, Ende des Fleischkonsums. Für viele mag das nach Verzicht klingen – doch es gibt für alle klimaschädlichen Verhaltensweisen gibt es auch nachhaltige Alternativen: Bahn & Öffi's, Urlaub in Deutschland und Europa, pflanzliche Fleischalternativen auf Soja- oder Erbsenbasis – und so weiter. Die Welt verändert sich zum Positiven. Sei auch du ein Teil dieser Veränderung.

Weiterführende Beiträge:

Wasserknappheit stoppen – Jeder kann etwas tun!

Wasserknappheit stoppen - Was tun gegen Wasserkrise?

Wie du siehst, hat die globale Wasserproblematik noch viel tiefergehende Ursachen, als einfach nur unser Duschverhalten. Es ist unsere gesamte Lebensweise, die dafür sorgt, dass Menschen an anderen Orten dieser Welt kein genießbares Wasser vorfinden.

„Wenn der Brunnen ausgetrocknet ist, erkennen wir den Wert des Wassers.“ 

Benjamin Franklin (siehe auch Wasser Zitate)

Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag dein Bewusstsein für eines der größten gesellschaftlichen bzw. ökologischen Probleme unserer Zeit schärfen konnte. Nutze die Tipps, um deinen Wasserfußabdruck zu reduzieren und täglich selbst dazu beizutragen, das Problem zu lösen.

Hast du Fragen oder weitere Ideen, was wir alle gegen die Wasserknappheit tun können? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar!

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Auch über den Welthunger habe ich dir einen ausführlichen Artikel verfasst und erläutert, wie wir alle den die globale Hungersnot stoppen können. Viel Spaß bei der Umsetzung und deiner persönlichen Weiterentwicklung!

Quellenangaben:
₁ Tim Rohde; UNICEF: Weltwassertag 2021: 10 Fakten über Wasser (Stand: 19.03.2021), https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/weltwasserwoche-2018-zehn-fakten-ueber-wasser/172968. [26.08.2021].

₂ Philipp Wagnitz: 5 Dinge, die Du gegen die Wasserkrise tun kannst (Stand: 22.03.2016), https://blog.wwf.de/5-dinge-gegen-die-wasser-krise. [26.08.2021].

₃ Dinge erklärt – Kurzgesagt: Fleisch – Das leckerste Übel der Welt, YouTube, 24.01.2019, Web, 26.08.2021 um 08:32 Uhr, in: https://www.youtube.com/watch?v=y6f3dwxexZM.

₄ Umweltbundesamt (2017): Verstecktes Wasser (Stand: 22.03.2017), abrufbar unter https://t1p.de/ddfg. [07.05.2020].

₅ Verein MultiWatch: Nestlé in Vittel – Kampf ums Wasser, https://multiwatch.ch/fall/nestle-in-vittel-kampf-ums-wasser. [26.08.2021].

₆ Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt: Warum Sojawurst nicht dem Regenwald schadet (Stand: 01.06.2018). https://t1p.de/jzvz. [09.08.2019].

Kaffekasse Verbesserungsvorschläge

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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

1 Gedanken zu „Wasserknappheit stoppen – 10 Dinge, die du gegen den Wassermangel tun kannst“

  1. Hallo, schöner Artikel! Beim direkten Sparen fehlt noch die Spülmaschine, die man aber auch immer richtig befüllen sollte. Händisch spülen braucht enorm viel mehr Wasser! Generell denke ich das die indirekten Einsparungen wichtiger sind. Lokal haben wir in der Regel eher selten ein Problem mit Wasserknappheit, jedenfalls nicht hier in Hessen auf dem „Land“ 😉 …

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