Vegan Vegetarisch durch Corona

Wie Corona unser Essverhalten positiv verändert hat

Glaubst du auch, dass die Corona-Pandemie wesentlichen Einfluss auf unser Essverhalten hat? Unser gesamtes, alltägliches Leben wurde durch die Corona-Pandemie nachhaltig beeinflusst. Dies trifft selbstverständlich auch auf unsere Essgewohnheiten zu. Doch hat Corona unser Essverhalten auch nachhaltiger gemacht? Dieser Frage möchte ich heute nachgehen.

In diesem Artikel möchte ich einen Blick auf die wichtigsten Veränderungen werfen und analysieren welche Auswirkungen Corona auf unser Essverhalten hatte. Auf geht's!

Menschen kochen wieder mehr selbst

Selbst wieder zum Kochlöffel greifen und eine leckere, gesunde Mahlzeit zubereiten? Während der Corona-Pandemie wurden viele Menschen zu ihrem Glück gezwungen, da es oft gar keine Alternative gab. Das Home-Office, welches in der Mehrheit der Unternehmen durchgesetzt wurde, und das sogenannte Home-Schooling sorgten für mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Seltener wurden aus diesem Grund auswärts Mahlzeiten eingenommen. Im Fokus stand vielmehr der Wunsch, die Zutaten selbst in die Hand zu nehmen.

Belegen lässt sich dieser Trend nicht nur auf der Basis großer Umfragen. Auch die Nachfrage nach passenden Rezepten aus dem Internet nahm in den Monaten der Pandemie deutlich zu. Entsprechende Seiten erzielten in der Folge nicht nur mehr Klicks, sondern konnten ihre Nutzer auch über einen längeren Zeitraum auf der Seite begrüßen.

Bevorzugt wurden dabei von vielen Menschen kleinere Portionen, die ohne feste Regeln miteinander kombiniert werden können. Anstelle der drei festen Mahlzeiten des Tages soll das Essen dabei den persönlichen Bedürfnissen im Laufe des Tages angepasst werden.

Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit sind gleich mehrere Vorteile mit dieser Entwicklung verbunden. Zum einen handelt es sich um einen Trend, der die Umweltbelastung durch Verpackungsmüll im Sinne des Zero Waste Lebensstils deutlich reduziert. Auf der anderen Seite wird ein großer Teil der Lebensmittel wieder frisch in der Küche verarbeitet. Lange Transportwege und Kühlungen, wie sie in anderen Fällen notwendig sind, können durch diese Veränderung der Nachfrage leicht abgeschwächt werden.

Vegetarische und vegane Ernährung wird immer beliebter

Corona Essverhalten in der Pandemie

Ob nun schlussendlich Fledermäuse, Waschbären oder Schlangen die Ursache der Entstehung des Corona-Virus in Wuhan waren: unser brutaler Umgang mit unschuldigen Tieren gefährdet schlussendlich uns selbst.

Nicht zuletzt der Tönnies-Skandal hat vielen Menschen die Augen geöffnet. Zum einen, weil die Bedingungen der Arbeiter extrem brutal und unterbezahlt sind. Zum anderen, weil der COVID-19 nicht der erste Virus ist, der durch Tierhaltung entstanden ist. Auch die Rinderkrankheit BSE ist so entstanden. Durch diese Fakten regt sich endlich Widerstand in der Bevölkerung – und der Wille, etwas an den eigenen Essgewohnheiten zu verändern.

Immer mehr Menschen starten ins vegane Leben. Um die Ausbeutung von Tieren zu beenden – aber auch für den Umweltschutz und die eigene Gesundheit.

Tipp: Wenn dir noch die Motivation für eine pflanzliche Ernärungsweise fehlt, dann schau dir unbedingt die Dokumentation „Dominion“ an. Sie hat auch meine persönlichen Essgewohnheiten wesentlich beeinflusst.

Drei neue Ernährungstrends durch die Corona-Pandemie

Neue Ernährungsgewohnheiten durch Corona

Zugleich konnten während der Pandemie gleich mehrere Food-Trends eine große Bedeutung entfalten. Experten gehen davon aus, dass sie auch in der Post-Corona-Zeit in vielen Haushalten beibehalten werden. Je länger die Einschränkungen durch die Pandemie andauern, desto gefestigter sind anschließend auch die aktuellen Trends in der gemeinsamen Wahrnehmung.

1. Soft Health

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung – dieses Konzept fand schon in den Jahren vor der Pandemie immer mehr Anhänger. Inzwischen gibt es viele Menschen, die sich Gedanken um die Gestaltung ihres Tellers machen. Während dies in der letzten Zeit zum Beispiel durch den Wunsch nach einer besseren Fitness begründet wurde, spielen inzwischen Aspekte wie die körpereigenen Abwehrkräfte eine wichtige Rolle. Eine ganzheitliche Ernährung, in der große Portionen von frischem Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide vorkommen, steht seither hoch im Kurs. Angebote, wie zum Beispiel fertig angerichtete Gemüsekisten vom Biobauern um die Ecke, lassen die Nachfrage nach solchen Angeboten natürlich noch weiter ansteigen.

Tipp: Schau Mal unter Lebensmittelverschwendung reduzieren nach, wenn du deine Ernährung noch nachhaltiger gestalten willst.

2. DIY-Food

Was könnte man besser mit der Zeit in den eigenen vier Wänden tun, als sich selbst etwas um den Anbau von Lebensmitteln zu kümmern? Wer dazu nur einen kleinen Balkon zur Verfügung hat, dessen Möglichkeiten erscheinen erst einmal begrenzt. Doch Dinge wie Kräuter, kleine Salate oder Tomaten (siehe Tomaten anbauen) lassen sich auch dort gut anbauen. Der Antrieb, auch in dieser Zeit etwas Sinnvolles auf die Beine stellen zu können, trug einen entscheidenden Teil zu dieser Begeisterung bei. Es ist davon auszugehen, dass viele Hobby-Gärtner diesem Interesse auch in der Zeit nach der Pandemie weiter nachgehen möchten

Tipp: Schau Mal in meinen Beitrag über nachhaltiges Gärtnern hinein, um noch mehr zu erfahren.

3. Local Food

Die Bedeutung von Local Food für einen nachhaltigen Konsum musste in den letzten Jahren immer wieder gepredigt werden. Gerade die enormen Vorteile für die Umwelt, die damit in Verbindung stehen, ließen sich durch die entsprechenden Anhänger potenzieren. In der Zeit der Pandemie gewannen die regionalen Lebensmittel wieder an Bedeutung und sie stehen bei immer mehr Menschen auf der Speisekarte. Zutaten, die direkt vor Ort angebaut werden können, sind nun extrem beliebt. Hierbei handelt es sich um das Gegengewicht zur beschleunigten Globalisierung, deren Nachteile nun durch Corona umso deutlicher in den Vordergrund traten.

Die Bedeutung von Local Food lässt sich derweil nicht nur in den privaten Küchen beobachten. Auch immer mehr Restaurants haben darin eine Chance entdeckt, um sich mit einem einzigartigen Angebot an ihre Kunden wenden zu können. Besonders die Lockdowns haben vielen hochentwickelten Ländern die Anfälligkeit ihrer Lieferketten vor Augen geführt und gezeigt, dass sich etwas ändern muss.

Tipp: Noch mehr Tipps erhältst du in meinem Artikel über regionales Einkaufen.

Lieferdienste im Aufschwung

Doch nicht jede Veränderung, die unsere Art der Ernährung in den letzten Monaten durchschritten hat, zeigt die ersehnten positiven Auswüchse. Auf der anderen Seite konnten zum Beispiel auch die Lieferdienste wieder mehr Kunden begeistern. Doch längst nicht jeder Bote ist auf einem Fahrrad unterwegs. Aber nicht nur die größere Strecke, welche die Speisen zurücklegen müssen, steht einem Konzept der Nachhaltigkeit im Wege.

Auf der anderen Seite ist es der dabei entstehende Verpackungsmüll, der zu einem Risiko wird. Trotzdem schätzen viele Menschen die schnelle Unterstützung, die sie mit wenigen Klicks in Anspruch nehmen können. Denn auch wer im Home Office arbeitet, hat nicht immer die Zeit, um sich auch noch um die Zubereitung eines guten Abendessens zu bemühen. Nachhaltiger ist es aber selbstverständlich, wenn man selbst kocht oder das Essen selbst beim Restaurant abholt.

Anderes Essverhalten aber weniger Bewegung

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland gab jüngst zu Protokoll, sich durch die Pandemie weniger zu bewegen. Viele Strecken des Alltags müssen schlicht seltener oder gar nicht mehr absolviert werden. Wenn keine körperliche Energie verbrannt wird, bringt auch die gesündeste Ernährungsweise nichts. Die tägliche Kalorienmenge ist dann aufgrund der geringeren, körperlichen Aktivität nicht an diesen geringeren Verbrauch anpasst. Es droht eine Gewichtszunahme. Damit es sich bei den Corona-Pfunden nicht um eine dauerhafte Erscheinung handelt, ist es ungemein wichtig, die sportliche Betätigung nicht zu vernachlässigen.

Tipp: Wenn du wissen willst, welche Lehren wir aus der Corona-Pandemie ziehen können, schau unbedingt im verlinkten Beitrag vorbei.

Verändert Corona also die Essgewohnheiten der Deutschen?

Definitiv! Durch Corona liegt der Fokus endlich auf regionalen, gesunden und sogar auf selbst angebauten Lebensmitteln. Ein enorm wichtiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel und für eine nachhaltige Ernährungsweise unserer Gesellschaft. Dieser Schritt kam allerdings nicht ganz freiwillig. Deshalb wäre es vermessen, fest daran zu glauben, dass die neu etablierten Food-Trends das Thema Nachhaltigkeit nun fest in den Köpfen und in den Küchen der Menschen verankern. Es werden weitere Anstrengungen notwendig sein, um die positiven Veränderungen unseres Essverhaltens aufrecht zu halten.

Hast du Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel die Veränderung unseres Essverhaltens durch den Corona-Virus? Dann immer her mit deinem Kommentar.

Bleib‘ nachhaltig,

Plastikfrei leben - Weniger Plastikmüll in der Umwelt

PS.: Willst du wissen, warum ich mich vegan ernähre? Dann schau unbedingt in den verlinkten Blogbeitrag hinein. Des Weiteren möchte ich dir noch mein kostenloses Veganismus E-Book „Alle Argumente gegen Veganismus“ ans Herz legen.

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Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes und vor allem nachhaltiges Leben an die Hand geben.

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