Bio-Akkumulation der Gifte - Plastik in der Nahrungskette

Bioakkumulation der Gifte – Plastik in der Nahrungskette

Ein Organismus nimmt Stoffe wie Plastik aus der Umwelt auf und gibt diese belastenden Stoffe durch die Nahrungskette weiter an andere Lebewesen. Auch wir Menschen nehmen auf diese Weise Plastik-Bestandteile zu uns. Miesmuscheln oder andere Meeresbewohner haben Plastik in sich. Das Mikroplastik dringt in die Zellen der Lebewesen ein, da es beispielsweise über die Kiemen in den Organismus gelangt. Da das Plastik im Gewebe liegt, werden Entzündungen ausgelöst. Dieser schwer nachvollziehbare (weil nicht sichtbare) Prozess der Bio Akkumulation (Aufnahme eines Stoffes) bzw. der Bio Magnifikation (Weitergabe in der Nahrungskette) sorgt für eine hohe gesundheitliche Belastung aller Lebewesen. Im heutigen Beitrag erkläre ich dir den Ablauf dieses Prozesses, erläutere die Folgen für alle Lebewesen und zeige dir, was du ab sofort unternehmen kannst, um dieser unsichtbaren Gefahr von Plastik-Partikeln in der Nahrungskette entgegenzuwirken.

Was sind Bioakkumulation und Biomagnifikation?

Die Bioakkumulation beschreibt, wie schon erwähnt, die Aufnahme von Stoffen (wie z.B. Plastik) durch einen Organismus aus dessen Umwelt. Die Bioakkumulation kann den aufnehmenden Organismus schädigen und unter Umständen auch zum Tod führen. Während Meerestiere Stoffe wie Plastik vermehrt aus dem Wasser über Haut, Kiemen oder die Nahrung aus dem Sediment aufnehmen, sind nehmen Landbewohner wie wir die Schadstoffe hauptsächlich durch Nahrung oder das Trinkwasser auf. Durch die Aufnahme von beispielsweise Plastik-Teilchen durch einen Organismus, gelangt das giftige Plastik häufig in die Nahrungskette und durchläuft damit den nächsten Schritt der großen Gefahr durch Giftstoffe in Organismen.

Die Biomagnifikation ist die Weitergabe aufgenommener Stoffe über die Nahrungskette und somit die Fortsetzung der Bioakkumulation. Nehmen wir einen Fisch zu uns, der bereits den Prozess der Bioakkumulation von Plastik-Teilchen durchlaufen hat, werden diese Plastik-Partikel über die Nahrungskette auch an uns weitergegeben. Auf diese Weise können Giftstoffe wie Plastik aber auch einen Weg über viele Lebewesen einer Nahrungskette nehmen, bis sie an der Spitze der Nahrungskette angekommen sind. Je höher ein Lebewesen in der Nahrungskette steht, desto mehr Giftstoffe werden aufgenommen. Die Lebewesen am Ende der Nahrungskette (u.a. wir Menschen) sind daher auch besonders gefährdet für die Aufnahme von Plastik-Partikeln durch Bio-Magnifikation.

Natürlich bleibt nicht jedes Plastik-Stück das ein Lebewesen über die Nahrung aufnimmt auch in der Nahrungskette. Nur weil Meerestiere wie Schildkröten, Wale, Thunfische und viele weitere umherschwimmende Plastikteile als Nahrung ansehen und das Plastik schlussendlich fressen, bedeutet das nicht, dass automatisch Plastik-Partikel in die Nahrungskette gelangt sind. Viel wichtiger ist die Antwort auf die Frage: Sind durch das Plastik in der Nahrung Giftstoffe in den Organismus des aufnehmenden Lebewesens gelangt? Haben die Zelle Plastik-Partikel aufgenommen? Ist dies der Fall, hat es das Plastik in die Nahrungskette geschafft und kann auch durch unseren Körper aufgenommen und zu einer großen Belastung für unsere Gesundheit werden.

Welche Folgen hat das Plastik in der Nahrungskette?

Wenn Plastik-Teile gefressen werden oder auf andere Weise in die Zellen eines Lebewesens gelangen und die Plastik-Bestandteile in die Nahrungskette gelangen, hat das fatale Folgen für Mensch und Tier. Besonders die Meerestiere sind betroffen. Jährlich verenden etwa 1.000.000 Seevögel und 100.000 Meeressäuger durch den Kontakt mit unserem Plastik-Müll. Doch neben den Folgen für die Umwelt trifft der übermäßige Plastik-Konsum bzw. der entstehende Plastikmüll auch uns. Der umweltschädliche Konsum holt uns wieder ein. Da die Belastung des menschlichen Körpers durch Mikro-Plastik nicht direkt oder erst nach etwas länger Zeit spür- oder sichtbar wird, machen sich nur wenige wirklich Gedanken darüber. Um die Gefahr zu verstehen, ist wichtig, sich mit der Herstellung von Plastik auseinanderzusetzen. Plastik verrottet nicht. Es zerfällt über viele Jahrzehnte nach und nach in Mikroplastik, aber es wird nicht verschwinden. Grund dafür ist die Herstellung von Plastik aus Erdöl bzw. rohem Benzin, Kohle oder Erdgas. Um das Plastik in die uns bekannte feste Form zu versetzen und es im Herstellungsprozess flexibel formbar zu machen, wird das Plastik in der Produktion durch sogenannte Weichmacher (Phthalate), Farbmittel, Flammschutzmittel und weitere Füllstoffe ergänzt. Gelangen diese Bestandteile von Plastik in unsere Zellen, egal ob über die Haut oder den Mund, sind sie absolut gesundheitsschädlich. Forscher haben herausgefunden, dass Plastik in der Nahrungskette nicht nur Auswirkungen auf unser Immunsystem und unsere Hormone, sondern auch wesentliche Veränderungen unseres Erbgutes zur Folge hat, sodass die Entwicklung von Embryonen negativ beeinträchtigt wird. Plastik kann außerdem Krankheiten wie Krebs zur Folge haben und unterschiedliche Allergien hervorrufen. Gelangt Plastik in unsere Zellen, ist es absolutes Gift für Mensch und Tier.

Bioakkumulation – Was du gegen Plastik tun kannst

Ist das Mikroplastik erst einmal in einen Organismus in der Nahrungskette gelangt, ist es bereits zu spät. Früher oder später landet der Plastik-Bestandteil dann bei uns auf dem Teller. Deshalb ist die Prävention so besonders wichtig. Im Kampf gegen den Plastik-Müll möchte ich dir die folgenden Tipps mit an die Hand geben, die dich ab sofort begleiten sollten. Denn nur gemeinsam können wir messbaren, positiven Einfluss auf den übermäßigen Plastik-Konsum nehmen:

Plastik-Müll vermeiden im Alltag:

Plastikfreier zu leben, ist deshalb so schön, weil es sofort umsetzbar ist. Du kannst deinen Alltag schon innerhalb von ein paar Minuten plastikfreier machen und deine Einstellung zum Plastik ändern:

  • Nutze einen Stoffbeutel für deine Einkäufe und verzichte auf Plastik-Tüten: Die Plastik-Tüte ist der größte Plastik-Müll-Produzent auf unserem Planeten. Wie unnötig, wenn man bedenkt, dass ein einfacher Stoffbeutel dieses Problem langfristig löst.
  • Bioakkumulation der Gifte - Plastik in der NahrungsketteTausche deine Plastik-Zahnbürste gegen eine Holzzahnbürste: Warum nutzen so viele Menschen immer noch eine Plastik-Zahnbürste? Weil ihnen die Gefahr für die Umwelt und ihre Gesundheit einfach nicht bewusst ist. Da Zahnärzte den Wechsel der Zahnbürste im 3-Monats-Rhythmus empfehlen, kannst du durch diese vegane und plastikfreie Holzzahnbürste mit Naturborsten sehr viel für die Umwelt und gegen den Plastik-Müll tun.
  • Verwende Trinkflaschen aus Glas oder Edelstahl anstelle von Plastik-Flaschen: Ich selbst habe diese Edelstahl-Flasche und nutze auch wiederverwendete Glasflaschen von TrueFruits. Plastikflaschen nutze ich überhaupt nicht mehr. Wasser kann man bei uns bequem aus der Leitung trinken, damit ist auch das Tragen der schweren Flaschen zur Wohnung hinfällig.
  • Ersetze deinen Plastik-Seifenspender durch ein Stück Seife: Warum muss es unbedingt ein Plastik-Seifenspender sein, der immer wieder Plastik-Müll produziert. Ich empfehle dir als plastikfreie Alternative diese Stück-Seife zu nutzen.
  • Achte bei Kosmetika darauf, die folgenden Inhaltsstoffe zu meiden: Chemikalien wie Polyvinylchlorid (PVC), Polycarbonat (PC), Bisphenol A (BPA) und Organozinn-Verbindungen sind nachgewiesen gesundheitsschädlich, aber befinden sich aktuell noch in sehr vielen Zahnpasten, Shampoos oder Pielings. Da bleibt nur die Hoffnung auf eine Gesetzesanpassung oder die Alternative, sich die Produkte selbst herzustellen. Viele Kosmetika lassen sich übrigens ganz leicht selbst machen.
  • Was du noch alles in deinem Alltag gegen den Plastik-Müll tun kannst, erfährst du in diesem ausführlichen Artikel zur Vermeidung von Plastik-Müll im Alltag.

Projekte unterstützen & mitmachen:

Die Alltags-Tipps helfen, den Plastik-Müll gar nicht erst entstehen zu lassen. Doch wer kümmert sich eigentlich um den Plastik-Müll, der bereits entstanden ist und dabei ist, unsere Umwelt zu zerstören? Und wie kannst du selbst helfen? Hier ein paar Info’s:

  • Intensiv mit Plastik-Müll auseinandersetzen: Beschäftige dich mehr mit dem Thema Plastik-Müll in unserer Umwelt (auf dem Land aber ganz besonders im Meer) und schärfe dein Bewusstsein für die Folgen und Gefahren von Plastik-Bestandteilen. Trage dein Wissen weiter und helfe, dass auch andere dieses Bewusstsein entwickelt.
  • Unterstütze den NABU Deutschland: Der Naturschutzbund (kurz: NABU) kämpft für unsere Umwelt im In- und Ausland und setzt sich ganz besonders für den Schutz von Flüssen, Meeren, Wäldern und bedrohten Tierarten ein. Ganz egal ob du selbst mit „anpackst“ etwas spendest oder Meeres-Pate wirst. Hier kannst du selbst unterstützen und helfen. Hier bekommst du mehr Info’s zur Unterstützung des NABU’s.
  • Arbeit des Bundes: Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) veröffentlicht regelmäßig Studien zum Thema Plastik-Müll bzw. Mikro-Plastik. Schau’ dir kurz diesen Ratgeber zum Thema Mikro-Plastik an. Der Ratgeber fasst Gefahren, Aktionen und Pläne des Bundes zusammen und zeigt auch noch einmal konkret, was jeder persönlich tun kann.
  • Projekt Microplast: Auf Helgoland läuft derzeit ein Forschungsprojekt mit dem Namen Microplast. Hier wird Infrarot-Licht genutzt, um zu überprüfen, wie viel Plastik in den Nordseekrabben steckt. Die Forscher vermuten, dass etwa 90% des Plastik-Mülls in der Nordsee kleiner als 5 cm sind und damit zum Mikro-Plastik zählen, dass auch von kleinen Meeresbewohnern, wie Krabben, Muscheln und Fischen gefressen werden kann.
  • Projekt The Ocean Cleanup: Das Unternehmen entwickelt Technologien, die ab 2020 innerhalb von 5 Jahren den kompletten Ozean von dem an der Wasseroberfläche befindlichen Plastik-Müll befreien. Das Projekt wird vom jungen Niederländer Boyan Slat geleitet und wächst und wächst.
  • Plastikfrei-Guide lesen: In meinem Plastikfrei-Guide nenne ich dir noch weitere Projekte, die sich intensiv gegen den Plastik-Müll einsetzen. Diesen kannst du dir hier kostenlos herunterladen.

Fazit zur Bioakkumulation – Plastik in der Nahrungskette

Das Plastik im Organismus bzw. in der Nahrungskette ist eine unsichtbare Gefahr für Mensch und Tier. Je mehr Plastik-Müll wir produzieren, desto mehr landet früher oder später dort, wo es nicht hingehört: Im Meer, in den Mägen von Lebewesen und in der Nahrungskette. Wir vergiften und selbst, denn irgendwann landet der Plastik-Müll in Form von Mikroplastik wieder auf unserem Teller. Wir müssen den Plastik-Müll schon vor seiner Entstehung reduzieren und können den bereits verursachten Plastik-Müll aus unserer Umwelt durch Hilfsaktionen unterstützen. Das sollte nun wirklich jeder verstanden haben.

Bleib‘ sauber,

CareElite Christoph

 

 

PS.: Alle Tipps zum plastikfreien Leben bekommst du im Artikel Plastikfrei Leben – Tipps & Tricks. Viel Spaß bei der Umsetzung!

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Ich bin Christoph und reise als digitaler Nomade durch die Welt, um Plastik-CleanUps zu organisieren und Plastikmüll in der Natur zu beseitigen. Auf CareElite.de gebe ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes Leben ohne Müll mit fantastischen Natur-Reisen. Mit jedem Einkauf, jedem Like und regelmäßigen Besuchen auf meinem Nature Blog unterstützt du mich unglaublich in meiner Arbeit als Umweltschützer! Danke, dass du dabei bist! :-)

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