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Warum essen Veganer keinen Fisch? 10 Gründe für den Verzicht auf Fisch und Meerestiere auf dem Teller

Warum essen Veganer keinen Fisch

Du willst wissen, warum Veganer:innen keinen Fisch essen und was generell gegen den Konsum von Fisch und Meeresfrüchten spricht? Dann bist du hier genau richtig! Wir Menschen ernähren uns schon seit etlichen Jahrtausenden von Fisch. Das ist Tradition und Gewohnheit. Doch die darf man ja durchaus hinterfragen.

Ich habe festgestellt, dass viele Menschen – so wie auch ich früher – Fische nicht als fühlende, intelligente Lebewesen betrachten. Und genau das ist wohl auch der Grund dafür, dass wir weltweit jährlich etwa 2,7 Billionen marine Tiere und im Vergleich dazu „nur“ 60 Milliarden Landtiere töten.1 Beide Zahlen sind natürlich beängstigend hoch und dürften wirklich jeden zum Nachdenken anregen.

In diesem Artikel möchte ich dir jetzt die Gründe dafür vorstellen, deinen Fischkonsum zu überdenken. Du erfährst auch, warum Veganer:innen keinen Fisch essen und grundsätzlich auf den Konsum von Meerestieren verzichten. Auf geht's!

10 Gründe: Warum essen Veganer keinen Fisch und auch keine Meerestiere?

Veganer essen keinen Fisch - warum?

Viele Menschen sind Pescetarier. Das heißt, sie essen keine tierischen Lebensmittel, außer Fisch. Der Impact für die Umwelt ist, gegenüber einer allgemein fleischlästigen Ernährungsweise natürlich schon deutlich umweltfreundlicher. Den Fischen selbst nützt das allerdings nichts.

Vielleicht kann ich dir also mit den folgenden Gründen dafür, dass Veganer:innen keinen Fisch essen, bewusst machen, inwiefern jeder von uns noch mehr für das Tierwohl und unseren Planeten Erde bewirken kann.

1. Weil Fische nicht sterben wollen

Fische sind emotionale Wesen, können Schmerz empfinden und sich an Dinge aus der Vergangenheit erinnern – das ist wissenschaftlich bewiesen.2 Wenn sie angegriffen werden oder anderweitig Gefahr spüren, versuchen sie zu entkommen. Und wenn sie stranden oder an Land gezogen werden, versuchen sie instinktiv wieder ins Wasser zu gelangen. Das allein zeigt, dass Fische nicht sterben wollen. (wer will das schon?!)

2. Weil Fische fühlende, intelligente Lebewesen sind

Wir müssen uns nicht mehr darüber streiten, ob Fische Schmerz fühlen, oder nicht. Fische haben ein zentrales Nervensystem – genauso wie Kühe, Schweine, Hühner und wir Menschen. Sie sind extrem intelligent und können Vertrauen zu anderen Lebewesen aufbauen und gemeinschaftliches Verhalten zeigen. Fische empfinden Schmerzen. Wir können ihre Schmerzen nur nicht hören, da sie leise leiden. Zumindest zu leise für unsere Ohren.

Dieses Wissen ist ein wesentliches Motiv für Veganer:innen, keinen Fisch zu essen. Doch angenommen, sie könnten keine Schmerzen empfinden, würde das unsere Gründe dafür, sie zu essen, meiner Meinung nach immer noch nicht moralisch vertretbarer machen.

3. Weil die Überfischung der Meere ein extremes Umweltproblem ist

Die Überfischung der Meere meint den übermäßigen Rückgang der Fischbestände und anderer Meerestiere in den Weltmeeren. Etwa 58,1 Prozent der weltweiten Fischbestände gelten als maximal befischt und 31,4 Prozent als überfischt.3

Überfischt bedeutet einfach gesagt, dass mehr Fisch aus einem Gewässer entnommen wird, als durch natürliche Vermehrung „nachwachsen“ kann. Das das „Ökosystem Meer“ dadurch bedroht wird, zählt die Überfischung zu den größten Umweltproblemen unserer Zeit – und ist neben den ethischen Motiven ein wesentlicher Grund dafür, dass Veganer:innen keinen Fisch essen.

4. Weil Fische aus der Massentierhaltung stammen

Wie jede andere, für uns Menschen nicht überlebenswichtige Form der Massentierhaltung, ist auch die industrielle Fischzucht extrem ressourcenintensiv. Fische fressen meist Fischmehl, der aus anderen Fischen hergestellt wird. Deshalb hat der Fisch aus Aquakulturen auch keine arterhaltende Wirkung. Im Gegenteil: Um diesen Fisch auf den Teller zu bekommen müssen andere Fische sterben.

Gehalten werden sie beispielsweise in See-Käfigen oder Betonpools. Stress und Deformationen sind nur einige der schwerwiegenden Folgen dieser engen, bewegungsarmen Haltungsform.

Tipp: Für mehr Infos und Verständnis kann ich dir die vegane Doku „Seaspiracy“ empfehlen, die du unter anderem bei Netflix schauen kannst.

5. Weil die Tötungsmethoden brutal sind

Manche Fische werden einfach auf dem Trockenen gelassen oder lebendig auf Eis gelegt, sodass sie stundenlang qualvoll ersticken. Weitere Tötungsmethoden sind beispielsweise die elektrische Durchströmung, der Kopfschlag, das Salzbad oder Kohlendioxid.4 Es gibt schlichtweg keine „humane“ Art, jemandem das Leben zu nehmen, der nicht sterben will.

Andere werden sogar schon vor der Ankunft an Land unter dem Gewicht ihrer Artgenossen zerdrückt. Und meist ist es leider eben nicht nur die eine Fischart, die in den Netzen landet.

6. Weil der Fischfang weitere Opfer fordert

Fischernetz - Warum Veganer keine Fische essen

Genau genommen, müsste natürlich kein einziger Fisch für uns Menschen sterben. Ganz einfach, weil der Fischkonsum nicht überlebenswichtig für uns ist.

Wer aber dennoch beispielsweise Thunfisch essen will, muss damit Leben, dass auch andere marine Tiere dafür sterben. Laut WWF sind etwa 40 Prozent des weltweiten Fischfangs Beifang. Jedes Jahr verenden unabsichtlich allein 300.000 Delfine und Kleinwale, 250.000 Karettschildkröten und Lederschildkröten, sowie 300.000 Seevögel. Der Beifang bemisst sich auf etwa 38 Millionen Tonnen an unabsichtlich „mit“-gefangenen Meereslebewesen.5

Neben dem Beifang fordert auch die Fangmethode des am Meeresboden entlanggezogenen Schleppnetz-Fischens weitere Tote. Wer einen Fisch essen will, nimmt also nicht nur ein einzelnes, sondern mehrere Opfer in Kauf.

7. Weil Fisch nicht automatisch gesund ist

Ja, Fisch ist reich an hochwertigen Eiweißen und gesundheitsfördernden Omega-3-Fettsäuren. Das macht ihn jedoch nicht per se gesund. Denn der Einsatz von Antibiotika ist in der aquakulturellen Fischzucht leider Gang und Gäbe – genauso wie die Restbestände im Fleisch. Außerdem ist Fisch häufig mit Schadstoffen wie Schwermetallen belastet.

Für die meisten Veganer:innen dürfte aber auch der Gedanke daran, etwas zu essen, dass stundenlang bis zum Tod gelitten hat, eine wesentliche Rolle für die Entscheidung gegen den Verzehr von Fisch spielen.

8. Weil das MSC-Siegel keine Garantie ist

Das MSC-Siegel soll eigentlich Produkte aus nachhaltiger Fischerei zertifizieren und Verbraucher:innen mehr Sicherheit bei der nachhaltigen Kaufentscheidung geben. Doch die Organisation „BirdLife International“ befand in einer Studie lediglich 3 von 23 untersuchten, zertifizierten Betrieben als „gut“.6 Nur eine der Fischereien konnte nachweisen, dass die Beifangquoten im Sinne des MSC-Siegels rückläufig sind.

Tipp: Um dir ein klareres Bild über die Hintergründe des MSC-Siegels zu machen, kann ich dir auch noch diese YouTube-Dokumentation empfehlen.

9. Weil wir Fisch nicht essen müssen, um zu überleben

Fische essen - Warum verzichten?

Zumindest ist der Konsum von Fisch bei uns in der westlichen Welt nicht überlebenswichtig. Im Wesentlichen gibt es für uns nur vier Gründe dafür, Fisch zu essen. Geschmack, Gewohnheit, Bequemlichkeit und Tradition. Keiner von ihnen rechtfertigt meiner Meinung nach den Tod auch nur eines unschuldigen Tieres – egal ob Fisch, Krabbe, Kuh oder Hund.

Dennoch gibt es natürlich Menschen auf diesem Planeten, die sowohl finanziell als auch im Rahmen ihrer Ernährung auf den Fischfang und den Konsum von Fischen angewiesen sind. Veganer:innen verzichten also schlussendlich zum einen auf den Konsum von Fisch, weil die Notwendigkeit nicht gegeben ist. Zum anderen aber auch aus Respekt gegenüber den Menschen, die aktuell wirklich davon abhängig sind.

Tipp: Schau auch gerne in meinen Beitrag „Welthunger stoppen“ hinein, um zu erfahren, wie du der globalen Hungersnot alltäglich entgegenwirken kannst.

10. Weil es pflanzliche Alternativen gibt

Viele Veganer:innen verzichten auch deshalb gerne auf Fisch, weil der Tisch mit leckeren, ähnlich-schmeckenden Alternativen reich gedeckt ist. Hier sind einige Beispiele für dich, die bereits heute in den meisten Supermärkten erhältlich sind:

Die meisten dieser pflanzlichen Fisch-Alternativen habe ich schon aus Neugier probiert. Die Fischstäbchen waren ihrem tierischen Pendant sowohl vom Geschmack, als auch von der Optik und dem Kaugefühl, wirklich schockierend ähnlich.

Fallen dir weitere vegane Alternativen für Fisch ein? Dann schreibe mir gern einen Kommentar mit deinen Ideen!

Veganer essen keinen Fisch, weil sie es nicht müssen

Wir nehmen wir ihnen das Leben, obwohl wir es nicht müssen. Und gefährden damit den Planeten, auf dem wir leben. Alles nur für den Geschmack, den Luxus oder die Gewohnheit des Fischessens. Ich mache mir keine Vorwürfe, weil ich 30 Jahre meines Lebens Fische gegessen habe ohne es zu Hinterfragen und besser zu wissen.

Mir fehlte das Wissen über die Hintergründe. Doch nun weiß ich es besser – und passe meine Gewohnheiten so an, dass meine Werte und Handlungen wieder im Einklang sind. Wir alle kommen nicht umher, umzudenken und Fische als das zu sehen, was sie wirklich sind: fühlende, emotionale und intelligente Lebewesen, wie du und ich.

„Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück.“

Charles Darwin (mehr unter Tierschutz Zitate)

Hast du Fragen, Anregungen oder weitere Gründe, warum Veganer:innen keinen Fisch essen? Dann schreib mir wie immer gern einen Kommentar.

Bleib‘ tierfreundlich und nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS: Schau gerne auch in meinen Beitrag darüber, warum Veganer:innen keinen Honig essen, vorbei. Denn auch der Honigverzicht vieler Menschen hat durchaus seine Gründe.

Quellenangaben:

  1. Earthling Ed: Is there actually an ethical reason to not eat fish, YouTube, 24.08.2020, Web, 11.01.2024 um 11:30 Uhr, in: http://y2u.be/y8Nj1-YZDlc. ↩︎
  2. F. Jabr: It’s Official: Fish Feel Pain (Stand: Januar 2018), abrufbar unter https://t1p.de/xmab. [11.01.2024]. ↩︎
  3. H. Vesper: Was wir tun müssen, um die Meere zu retten (Stand: April 2018), abrufbar unter https://t1p.de/ohho. [11.01.2024]. ↩︎
  4. DU UND DAS TIER (Ausgabe 01/2011): Aquakulturen – Töten von Fischen, abrufbar unter https://t1p.de/zm9n. [11.01.2024]. ↩︎
  5. WWF Deutschland: BEIFANG – EIN TRAURIGES THEMA, abrufbar unter https://t1p.de/stmn. [11.01.2024]. ↩︎
  6. BirdLife International: Bycatch and the Marine Stewardship Council (MSC), abrufbar unter https://t1p.de/49nz. [11.01.2024]. ↩︎
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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.