Black Friday - Folgen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit?

Black Friday – Ein schwarzer Freitag für Umweltschutz und Nachhaltigkeit?

Du willst wissen, was der Black Friday ist und was er für Umweltschutz und Nachhaltigkeit bedeutet? Dann bist du hier genau richtig! Black Friday, der letzte Freitag im November, hat mittlerweile auch in Deutschland Tradition: Er gilt als jährliches Highlight für Shopper. Zahllose Onlineshops und stationäre Geschäfte reduzieren rund um diesen Tag ihre Bestände – und das drastisch. Was des Käufersherz höher schlagen lässt, macht Umweltverbänden jedoch zurecht Sorgen.

In diesem Artikel erfährst du jetzt, was es mit dem Feiertag für Schnäppchenjäger auf sich hat, warum er in puncto Nachhaltigkeit so schlecht performt und welche Alternativen umweltbewussten Konsumenten haben. Auf geht's!

Was ist der Black Friday eigentlich?

In den USA läutet der Black Friday das Weihnachtsgeschäft ein. Er fällt jedes Jahr auf den letzten Freitag im November und damit auf den Folgetag auf Thanksgiving. Viele nutzen ihn als Brückentag und erledigen bei dieser Gelegenheit die ersten Einkäufe für Weihnachten. Der Einzelhandel hat das früh erkannt und begann bereits vor Jahrzehnten damit, an diesem Tag die Preise zu senken. In Deutschland ist das Event erst seit einigen Jahren bekannt – dafür allerdings umso beliebter. Ob online oder offline gibt es kaum noch einen Händler, der nicht dabei ist.

Woher kommt der Name „Black Friday“? Das ist umstritten: Einige meinen, er rühre von den Menschenmassen her, die an diesem Tag die Geschäfte stürmen, andere verbinden ihn mit den schwarze Zahlen, die bei Geschäftsschluss die Kassen klingeln lassen. Fest steht aber, dass der Spartag für Shopper erstmals im Jahr 1966 als Black Friday bezeichnet wurde.

Gut zu wissen: Positiv war der fragliche Satz, in dem der Begriff fiel, jedoch nicht. Bonnie Taylor-Blake, ein Mitglied der Gelehrtengesellschaft American Dialect Society monierte die „massiven Staus und überfüllten Gehwege“ sowie die „belagerten Geschäfte in der Innenstadt“ von Philadelphia.

Schwarzer Freitag und Nachhaltigkeit – warum passt das nicht zusammen?

Warum Black Friday und Nachhaltigkeit nicht zusammenpassen

Taylor-Blake war mit ihrer Kritik am „Schwarzen Freitag“ eine Vorreiterin. Über den Black Friday berichten längst nicht alle positiv – insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels, der nicht zuletzt Folge eines stetig wachsenden Konsums, unserer Wegwerfgesellschaft und dem zunehmenden Verbrauch natürlicher Ressourcen ist. Dazu kommt, eine glücklicherweise zunehmende Sensibilität für Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass sich der Kauf neuer Waren negativ auf das Klima und unseren Planeten auswirkt.

Die Gründe dafür sind vielfältig. So bläst die Produktion der Waren immense Mengen CO2 in die Atmosphäre und verschlingt wertvolle Rohstoffe. Das gilt für Waren jeder Art – von Bekleidung bis Elektronik. So benötigt allein die Herstellung einer Jeans rund 8.000 Liter Wasser.₁ Drastische Folgen für den Umweltschutz hat auch die Produktion von Elektronikprodukten wie zum Beispiel Smartphones.₂

Für Mikrochips und weitere Bauteile werden sogenannte Seltene Erden benötigt. Sie beschreiben eine Gruppe von Metallen, die zum Teil unter katastrophalen und unmenschlichen Bedingungen abgebaut werden, die nicht mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu verbinden sind.

Und nicht nur die Produktion verschlingt Rohstoffe und erhöht den CO2-Ausstoß. Auch der Transport der Waren, vom Hersteller zu den Shops und weiter zu den Konsumenten, verursacht Emissionen. Dazu kommen die Retouren, in den Läden benötigte Beleuchtung, Belüftung und Heizung – außerdem müssen die Käufer die Shops erreichen. Wer mit dem eigenen Auto zum Black Friday in die Innenstadt anreist, kann weitere Negativpunkte auf seinem ökologischen Fußabdruck verzeichnen.

Tipp: Wie du Retouren generell vermeiden kannst, erfährst du hier!

Kaufen, Nutzen, tragen – und was dann?

Ob Kleidung, Beauty-Artikel oder Elektronik – der Lebenszyklus von Waren reduziert sich immer weiter. So steht insbesondere Fast Fashion in der Kritik. Die günstig produzierte, trendige Kleidung, die meist nicht länger als eine Saison ausgeführt wird oder generell kurzlebig ist, belastet die Umwelt nicht nur in der Produktion, sondern lässt auch Müllberge wachsen. Auch weil ein Großteil der Mode aus Kunstfasern besteht, ist weder bei der Produktion noch bei der Entsorgung von Nachhaltigkeit zu sprechen: Die Herstellung von Polyester und Co. verschlingt große Mengen Erdöl. Slow Fashion ist die Gegenbewegung – und steht für einen wertschätzenden und ressourcenschonenden Umgang mit Kleidung.

Auch Smartphones und Tablets können falsch entsorgt, immense Auswirkungen auf die Umwelt haben. Am besten nutzt du sie möglichst lange – und wenn nichts mehr geht, ist der Weiterverkauf an Tüftler und Bastler immer noch die beste Lösung.

Black Friday: Interesse und Umsätze laut Statistik mit steigender Tendenz

Ist der Konsum schon an regulären Einkaufstagen stark, wächst er am Black Friday noch einmal um ein Vielfaches. Wenn der Begriff schwarzer Freitag fällt, ist klar: Es handelt sich um den umsatzstärksten Shoppingtag des Jahres und dient zugleich als Initiator des Weihnachtsgeschäfts.

Es zieht in jedem Jahr zahllose Menschen in die Städte und vor den Rechner. Im Jahr 2020 nutzen rund 34 Prozent der Deutschen mindestens ein Angebot am Black Friday – Tendenz steigend: denn 2019 waren es noch 33 Prozent. Auch der Umsatz am schwarzen Freitag wächst kontinuierlich: von 3,1 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 3,7 Milliarden Euro im Jahr 2020.₃

Dabei schafft jeder Einkäufer im Durchschnitt vier neue Produkte an, die vorher produziert werden müssen – und dass mit den oben genannten Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.₄

Welche Alternativen gibt es zum/am Black Friday?

Black Friday - Warum passt das nicht mit Nachhaltigkeit zusammen?

Der Black Friday gerät bei Umweltverbänden, aber auch bei umweltbewussten Verbrauchern zunehmend in die Kritik. Das Thema Nachhaltigkeit ist aus guten Gründen aktuell – immer mehr Menschen kaufen ganz gezielt Waren aus zweiter Hand.₅

Sichtbar wird die wachsende Beliebtheit nicht zuletzt durch Onlineshops, die nicht mehr nur Neuware, sondern zusätzlich auch hochwertige Second-Hand-Artikel anbieten – übrigens auch am Black Friday. Wer sparen, ein Schnäppchen machen und dennoch dem Umweltschutz etwas Gutes tun möchte, kann sich auf entsprechenden Plattformen umschauen und sich für ein runderneuertes iPhone entscheiden.

Als Gegenentwurf zum schwarzen Freitag haben zudem einige Shops ihre eigenen Shopping-Days ausgerufen. Da ist zum Beispiel der Green Sunday, ins Leben gerufen von eBay-Kleinanzeigen. Der Tenor: Mehr gebrauchtes kaufen, den eigenen ökologischen Fußabdruck reduzieren und dabei Geld sparen. 

Auch IKEA oder der Marktplatz Back Market bieten an Black Friday Rückkauf-Aktionen an: Kunden können ihre gebrauchten Einrichtungsgegenstände und Handys gegen Geld eintauschen. Der Gedanke: einfach mal nichts kaufen, sondern lieber verkaufen.

schwarzer Freitag für Nachhaltigkeit und Umweltschutz? Nicht unbedingt!

Der Begriff schwarzer Freitag löst bei Vielen große Freude aus, bei Verfechtern von Nachhaltigkeit und Umweltschutz jedoch eher Unbehagen. Doch es gibt Gegenentwürfe, mit denen du beim Kauf von Schnäppchen Geld sparst und zugleich deine persönlichen CO2-Emissionen verringerst. Es muss nicht immer ein Neukauf sein. Ob Smartphones, Tablets, Notebooks oder Headsets, Bekleidung, Schuhe oder Accessoires: Angesichts immer kürzerer Lebenszyklen gibt es all diese Waren praktisch im Neuzustand auch aus zweiter Hand – und das schont letztendlich die Umwelt nachhaltig.

„Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.“

Nico Paech, Ökonom (mehr unter Minimalismus Zitate)

Ich denke, dass der Black Friday ein guter Tag ist, um sich dieser Problematik und ihrer Lösungen bewusst zu werden. Konsum macht maximal kurzfristig glücklich – doch mittel- und langfristig ist er definitiv eine Gefahr für unseren Planeten, unsere Gesundheit und unser globales Zusammenleben.

Hast du Fragen, Tipps oder weitere Alternativen zum Black Friday parat? Dann schreibe mir gern einen Kommentar.

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Weißt du schon, wie man möglichst nachhaltig online shoppen kann? Im verlinkten Artikel erfährst du es jetzt. Viel Spaß!

Quellenangaben:
₁ Marion Hütter: Warum Du Wasser verschwendest (Stand: 06.08.2021), abrufbar unter https://www.dw.com/de/warum-du-wasser-verschwendest/av-55448327. [21.10.2021].

₂ Jan Willmroth: (Stand: 30.06.2015), abrufbar unter https://www.wiwo.de/technologie/green/das-jaehrliche-smartphone-so-umweltschaedlich-ist-der-handy-verbrauch/13552142.html. [21.10.2021].

₃ Handelsverband Deutschland – HDE e.V.: Black Friday und Cyber Monday, abrufbar unter https://einzelhandel.de/blackfriday. [21.10.2021].

₄ Picodi.com S.A.: Top Online-Shops – Black Friday Deutschland, abrufbar unter https://black-friday.global/de-de. [21.10.2021].

₅ Philipp Schneider: Der Trend geht zur Zweitnutzung (Stand: 20.01.2021), abrufbar unter https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/brandindex-der-trend-geht-zur-zweitnutzung/26828976.html. [21.10.2021].

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Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

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