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Säure-Basen-Haushalt – Was ist das eigentlich?

Säure-Basen-Haushalt – Was ist das eigentlich?

Du willst alles über den Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers wissen und ihn gezielt regulieren? Dann bist du hier genau richtig. Die meisten Menschen haben wohl schon das ein oder andere Mal davon gehört – doch nur die wenigsten wissen genau, was man unter dem Säure-Basen-Haushalt versteht und wie er sich auf die eigene Gesundheit auswirkt.

In diesem Artikel möchte ich dir deshalb erläutern, wie der Säure-Basen-Haushalt funktioniert, wie er deine Gesundheit beeinflusst und wie du ihn mit basischer Ernährung oder anderen basenbildenden Maßnahmen ausgleichen kannst.

Vorab findest du hier schone eine kurze Übersicht über den Artikel:

  1. Definition
  2. Grundlagen
  3. Funktion des Säure-Basen-Haushalts
  4. Vorteile eines ausgewogenen Säure-Basen-Haushalts
  5. Basische Ernährung
  6. Weitere basenbildende Maßnahmen
  7. Schlusswort

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung, sondern stellt lediglich allgemeine Informationen über den Säure-Basen-Haushalt bereit. Bitte suche deinen Arzt auf, wenn du dich unwohl fühlst oder gesundheitlichen Problemen mit medizinischer Betreuung vorbeugen willst.

Definition

Der Säure-Basen-Haushalt ist ein Regelmechanismus im menschlichen Körper, der das Ziel hat, den pH-Wert des Blutes in einem konstanten Bereich von 7,40 zu halten.

Es sind lediglich ganz geringe Abweichungen von ± 0,05 üblich, weil sich Schwankungen auf die Funktion vieler physiologischer Abläufe im Körper auswirken. Abweichungen, die über das übliche Maß hinausgehen, nennt man entweder Azidose oder Alkalose.

Eine Azidose ist eine Übersäuerung, eine Alkalose ist eine Untersäuerung.

Säuren, Basen und pH-Wert

Unser Körper benötigt Säuren und Basen an unterschiedlichen Körperteilen. Bei gesunden Menschen ist der Säure-Basen-Haushalt in der Balance. Es kann allerdings auch zu Störungen im Säure-Basen-Haushalt kommen, die vor allem durch eine überhöhte Zufuhr von Säuren entsteht. Dann versucht der Körper durch Puffersysteme die erhöhte Säurezufuhr auszugleichen.

Säuren sind Stoffe, die in wässriger Lösung Protonen abgeben, während Basen Protonen aufnehmen. Mit dem pH-Wert wird dargestellt, ob etwas sauer, neutral oder basisch ist. Die Skala des pH-Werts geht von 0-14, wobei 0 sauer, 7 neutral und 14 basisch bedeutet. Das Blut des Menschen ist beispielsweise mit einem pH-Wert von 7,4 relativ neutral. Ein weiterer wichtiger Messwert für den Säure-Basen-Haushalt ist der PRAL-Wert (potential renal acid load), dieser misst den Effekt von Lebensmitteln auf den Säure-Basen-Haushalt.

Eine Übersäuerung ist ein Zustand, bei dem sich zu viel Säure im Organismus befindet und der Körper mit seinen Puffersystemen die Säure nicht mehr ausreichend kompensieren kann. Dieser Zustand kann auch latente Azidose genannt werden und kommt vor allem durch überhöhten Konsum von Tierprodukten vor.

Wie funktioniert der Säure-Basen-Haushalt?

Damit unser Körper funktionieren kann, muss der pH-Wert in bestimmten Bereichen immer gleichbleiben. Deshalb nutzt der Körper die bereits erwähnten Puffersysteme, um Überschüsse an Säuren oder Basen auszugleichen. Die wichtigsten Puffersysteme sind Bicarbonat, Phosphat, Proteinat, die Atmung, die Nierenfunktion und der Leberstoffwechsel.

Weiterhin nutzt der Körper das Bindegewebe als Zwischenspeicher für Säuren, sobald diese von den Körperzellen abgegeben werden. Du kannst dir das so vorstellen, dass der Körper überschüssige Säuren im Bindegewebe zwischenlagert, bis er sie abbauen kann.

Die Transportkapazität aus dem Bindegewebe zur Niere und die Ausscheidungskapazität der Niere sind allerdings begrenzt, beispielsweise kann höchstens ein pH-Wert im Harn von 4,5 erreicht werden.

Bei einem dauerhaften Säureüberschuss, der nicht abgebaut werden kann, wird das Bindegewebe immer saurer, was dann zu einer latenten Azidose führt. Diese Übersäuerung wird auch Bindegewebs-Azidose genannt. Bei der Ausscheidung von Säuren über die Niere werden Puffer, wie beispielsweise Ammoniak benötigt, was jedoch Leber und Niere belastet.

Vorteile eines ausgewogenen Säure-Basen-Haushalts

Viele Naturheilkundler sehen einen Zusammenhang zwischen Zivilisationskrankheiten, wie beispielsweise Osteoporose, Rheuma oder koronaren Herzerkrankungen und einer latenten Azidose. Häufig werden Abgeschlagenheit, Energielosigkeit und Müdigkeit bereits als erste Symptome einer Überlastung des Säure-Basen-Haushalts interpretiert.

In der Schulmedizin wird der Zusammenhang noch oftmals ignoriert, wobei auch hier bereits Studien bestätigen, dass sich ein ausgewogener Säure-Basen-Haushalt positiv auf die Knochengesundheit auswirkt.1,2,3

Weiterhin wurde auch ein Zusammenhang zur Niere erforscht. Durch eine zu hohe Zufuhr von Säuren, kommt es zu einer erhöhten Nierenbelastung. Dieser Effekt wird vor allem durch eine Ernährung mit vielen tierischen Proteinen verstärkt.4

Da für den Abbau von Säuren körpereigene Mineralien wie Kalzium oder Magnesium benötigt werden, kann eine dauerhaft hohe Säurezufuhr auch zu Mineralstoffmangel führen, wenn diese Mineralstoffe nicht ausreichend zugeführt werden.

Eine Übersäuerung kann beispielsweise auch zu Gicht führen, wenn durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen an den Gelenken schmerzhafte Schwellungen oder Entzündungen entstehen.

Dementsprechend bringt ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt unzählige, gesundheitliche Vorteile mit sich.

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Wie funktioniert die basische Ernährung?

Eine Ernährungsweise mit einem hohen Anteil an Basen kann deinen Säure-Basen-Haushalt unterstützen. Dafür ist es natürlich besonders gut zu wissen, welche Lebensmittel basisch und welche Lebensmittel säurebildend wirken. Üblicherweise unterteilt man Lebensmittel in stark basenbildende, schwach basenbildende, schwach säurebildende und stark säurebildende Lebensmittel.

Die nachfolgende Tabelle liefert dir einen kleinen Überblick über die Wirkung verschiedener Lebensmittel auf den Säure-Basen-Haushalt:

stark basenbildendschwach basenbildendschwach säurebildendstark säurebildend
FeldsalatAubergineBuchweizenCornflakes
GrünkohlKarottenMaisErdnüsse
RucolaZucchiniLinsenWurst
SpinatÄpfelFrischkäseKäse
BananenAprikosenMilchFleisch
Getrocknete FeigenHaselnüsseMandelnFisch
Einfluss einzelner Lebensmittel auf den Säure-Basen-Haushalt

Gemessen werden kann die Wirkung eines Lebensmittels anhand der potenziellen renalen Säurelast (PRAL). Einen besonders niedrigen PRAL-Wert haben beispielsweise Obst und Gemüse, Fette und Öle, sowie Milchprodukte. Etwas höher sind die Werte von Brot und Nudeln. Die höchsten Werte haben Fisch, Fleisch und Käse. Die größten Säurebildner entstammen also den tierischen Lebensmittelgruppen.

Vegetarische und vegane Ernährung

Das vor allem der überhöhte Konsum tierischer Proteine zu einer Übersäuerung führt, konnte auch in einer Studie5, in der verschiedene Ernährungsstile untersucht wurden, bestätigt werden. Eine durchschnittliche Ernährung mit einem PRAL-Wert von 82 mEg/Tag hatte einen signifikant niedrigeren, also saureren pH-Wert, als eine ausgewogene Mischkost mit einem PRAL-Wert von 32 mEg/Tag.

Den höchsten und somit basenbildendsten pH-Wert erreicht eine vegetarische Ernährungsweise einem PRAL-Wert von 10 mEg/Tag.

Auch eine vegane Ernährungsweise kann den Säure-Basen-Haushalt positiv beeinflussen und die Säurelast in den Nieren reduzieren.6 Um den Effekt einer vollwertigen, veganen Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt zu optimieren, solltest du dich möglichst ohne Ersatzprodukte ernähren.

Wie kann man den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen?

Du kannst deinen Säure-Basen-Haushalt unterstützen, indem du dich bewusst basisch ernährst. Ich kann dir wärmstens das Buch „Basische Ernährung“ von Daike Rothbach* empfehlen. Es ist der ideale Ratgeber für die basische Ernährung inklusive Ernährungsplan und effektiven Rezepten. Dabei spielt vor allem der Verzicht auf tierische Proteine eine große Rolle.

Neben der basischen Ernährung gibt es weitere Maßnahmen, mit denen du deine Säuren und Basen im Gleichgewicht hältst. Hier gebe ich dir noch einige von ihnen an die Hand:

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Säure-Basen-Haushalt stets ausgleichen

Unser Körper benötigt in verschiedenen Regionen einen bestimmten pH-Wert und verfügt deshalb über ein ausgeklügeltes Puffersystem. Wenn das Puffersystem an seine Grenzen stößt, kann es zu einer Bindegewebs-Azidose kommen, die sich unter anderem negativ auf deine Knochengesundheit oder Niere auswirken kann.

Durch eine basische Ernährung, den Verzicht auf zu viele tierische Proteine und weitere Maßnahmen wie Basen-Tees, Basen-Bäder oder Basen-Kuren kannst du deine Gesundheit stärken und dir etwas Gutes tun.

Mit dem Buch „Basische Ernährung“ von Daike Rothbach* steht dir ein idealer Ratgeber mit passenden, basischen Rezepten zur Seite. Hast du Fragen, Tipps oder eigene Erfahrungen mit dem Säure-Basen-Haushalt gemacht, die du teilen möchtest? Dann schreibe mir gern einen Kommentar.

Alles Gute,

Julian von CareElite

P.S: Schaue dir als nächstes gerne meine Beiträge zu Vitamin B4, Einfluss veganer Ernährung auf die Blutwerte und Tipps für veganen Muskelaufbau an.

Quellenangaben:

1 S. Jehle et al. (2006): Partial Neutralization of the Acidogenic Western Diet with Potassium Citrate Increases Bone Mass in Postmenopausal Women with Osteopenia, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28728684. [02.01.2023]

2 Ernährungsumschau (2007): DONALD-Studie: Ernährungsbedingte Säurelast beeinflusst Knochenstabilität bei Kindern und Jugendlichen, https://www.uni-giessen.de/fbz/fb09/institute/VKE/nutr-ecol/forsch/forsch-epid/gi-vollw-studie. [02.01.2023]

3 H. Lambert (2015): Potassium salts aid bone health and limit osteoporosis risk, new research finds, University of Surrey, veröffentlicht in: Osteoporosis International, https://www.surrey.ac.uk/news/potassium-salts-aid-bone-health-and-limit-osteoporosis-risk-new-research-finds. [02.01.2023]

4 H. Joo et al. (2017): Uric acid level and kidney function: a cross-sectional study of the Korean national health and nutrition examination survey (2016-2017), veröffentlicht in: scientific reports, https://www.nature.com/articles/s41598-020-77702-x. [02.01.2022]

5 R. Siener, A. Hesse (2003): The effect of a vegetarian and different omnivorous dietes on urinary risk factors for uric acid stone formation, veröffentlicht in: Eur J Nutr 42(6), https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14673606/. [02.01.2023]

6 K. Cosgrove, C. S. Johnston, et al. (2017): Examining the Impact of Adherence to a Vegan Diet on Acid-Base Balance in Healthy Adults, veröffentlicht in: Plant Foods Hum Nutr., https://link.springer.com/article/10.1007/s11130-017-0620-7. [02.01.2023]

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Julian Hölzer

Hi, mein Name ist Julian und ich bin ausgebildeter veganer Ernährungsberater. 2016 habe ich angefangen mich mit Veganismus zu beschäftigen und habe schnell gelernt, wie groß der Einfluss unserer Ernährung auf die Umwelt ist und wie vielfältig pflanzliche Ernährung sein kann. Deshalb möchte ich auch dich inspirieren, dich mit Veganismus zu befassen.

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