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Die 10 nervigsten Sätze, die sich Veganer anhören müssen – und kurze, schlagfertige Antworten

Nervige Sätze, die sich Veganer anhören müssen

Du bist auf der Suche nach seltsamen und lästigen Sätzen, die sich Veganer anhören müssen? Dann bist du hier genau richtig! Es gibt wirklich unzählige Vorurteile gegenüber der veganen Lebensweise. Doch so mancher Spruch von Fleischessern bleibt uns dann doch noch lange im Gedächtnis und in der jeweiligen Situation glatt im Halse stecken. Einfach, weil er unlogisch ist – und umso seltsamer und nerviger wird, je öfter er einem zu Ohren kommt, auch wenn er im Regelfall natürlich gar nicht böse gemeint ist.

In diesem Artikel möchte ich dir jetzt zehn dieser merkwürdigen Aussagen vorstellen, die Veganer wie ich, einfach nicht mehr hören können. Außerdem bekommst du jeweils eine schlagfertige, passende Antwort darauf mit an die Hand. Auf geht's!

  1. Du weißt nicht, was du verpasst!
  2. Man muss ja nicht jeden Trend mitmachen!
  3. Dann isst du ja meinem Essen das Essen weg!
  4. Von Salat schrumpft der Bizeps!
  5. Was sollen denn dann die Massai essen?!
  6. Ich esse ja auch mal vegan, also kannst du auch mal Fleisch essen!
  7. Also isst du jetzt nur noch Salat, oder?
  8. Und wann hörst du wieder damit auf? Ist doch nur eine Phase!
  9. Pflanzen haben auch Gefühle!
  10. Aber Fisch geht ja, oder?

Hinweis: In meinem kostenlosen E-Book „Alle Argumente gegen Veganismus“ widerlege ich dir alle typischen Vorurteile gegenüber der veganen Lebensweise. Hier möchte ich mich aber vor allem auf die Sprüche fokussieren, die Fleischessern besonders schnell über die Lippen kommen aber schon unmittelbar beim Hörensagen ziemlich unsinnig erscheinen.

1. Du weißt nicht, was du verpasst!

Chickenwing und Hühnchen

Es ist ja nicht so, dass man als Veganer auf die Welt gekommen ist – einen Großteil meines Lebens habe ich persönlich sehr gerne Fleisch, Eier und Milchprodukte gegessen. Ich verzichte ja auch nicht aufgrund des schlechten Geschmacks auf diese Produkte, sondern aus ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Motiven.

Und da es unzählige, leckere, geschmacksähnliche, pflanzliche Lebensmittel und Rezepte gibt, verpasse ich dabei auch nichts. Im Gegenteil: die vegane Küche ist unglaublich vielfältig, weshalb der Spruch als Veganer gegenüber Fleischessern deutlich angebrachter wäre.

Du wirst bereuen, kein Fleisch mehr zu essen! Auch das ist eine ähnlich-merkwürdigen Aussage, die Veganer öfter zu hören bekommen. Doch bei einer ausgewogen-veganen Ernährungsweise bereut man erfahrungsgemäß nur, nicht früher damit angefangen zu haben.

2. Man muss ja nicht jeden Trend mitmachen!

Den Begriff „Veganismus“ gibt es bereits seit der Gründung der „Vegan Society“ im Jahr 1944. Auch die täglich steigenden Zahlen der Veganer in Deutschland und der Welt unterstreichen einen positiven Trend.₁ Und dass man nicht bei jedem Trend mitmachen muss, sehe ich grundsätzlich auch so. Doch der Veganismus ist kein Trend, sondern eine tierfreundliche, umweltbewusste und gesundheitsfördernde Bewegung, die vor allem für Werte wie Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit und Freiheit einsteht, die das gesellschaftliche Zusammenleben verbessern werden.

3. Dann isst du ja meinem Essen das Essen weg!

Die Theorie, dass man nur noch Salat, Gras und staubiges Heu und damit das übliche Futter von Kaninchen, Kühen und anderen Tieren aus der Massentierhaltung essen würde, ist wohl so etwas wie der Klassiker unter den Sätzen, die Veganer nicht mehr hören können.

Doch eigentlich essen die Milliarden auf Leistung hochgezüchteten, unschuldigen „Nutztiere“ den Menschen das Essen weg. Probleme wie den Welthunger würde es längst nicht mehr geben, wenn alle Menschen die Pflanzen direkt verzehren und den „Umweg Tier“ vermeiden würden.

4. Von Salat schrumpft der Bizeps!

Dieser Satz wurde hat seine Wurzeln zwar beim gleichnamigen Lied des Rappers Kollegah – doch mittlerweile hat er sich verselbstständig, sodass viele Veganer ihn sich regelmäßig anhören müssen. Das Klischee vom blassem, dünnen Veganer hält sich wirklich hartnäckig. Doch Veganer knabbern im Regelfall nicht ständig wie Kaninchen an Salatblättern – sondern ernähren sich bewusst proteinreich. Kürbiskerne, Erdnüsse, Haferflocken, Kichererbsen, Linsen, Bohnen und Vollkornpasta sind nur einige wenige Beispiele für pflanzliche Proteinquellen.

Strongman Patrick Baboumian, Arnold Schwarzenegger oder der YouTuber „Hench Herbivore“ sind zudem lebende Beweise dafür, dass der Muskelaufbau und -erhalt mit einer pflanzlichen Ernährungsweise funktioniert.

Tipp: Alles über Proteine bei veganer Ernährung erfährst du im verlinkten Beitrag!

5. Was sollen denn dann die Massai essen?!

Massai - Sätze, die sich Veganer anhören müssen

Ein ebenfalls sehr seltsamer Spruch zur (oft nicht einmal geforderten) Rechtfertigung des eigenen Fleischverzehrs ist die Berufung darauf, dass sich ja nicht jeder vegan ernähren kann. Doch nur weil eine ostafrikanische Volksgruppe mit halbnomadischer Lebensweise möglicherweise nicht ausschließlich pflanzliche Mahlzeiten zu sich nehmen kann, ist das nicht auch in unserer westlichen Welt der Fall.

Im Gegenteil: wir haben im Supermarkt die Qual der Wahl und kaufen das Fleisch von Tieren abgepackt in Plastikbehältern. Oft ist es nur ein Griff weiter zur tierleidsfreien, pflanzlichen Alternative, weshalb die seltsame Ausgangsfrage absolut unlogisch ist.

6. Ich esse ja auch mal vegan, also kannst du auch mal Fleisch essen!

So löblich es auch ist, dass Fleischesser auch immer öfter pflanzliche Gerichte ausprobieren, so lästig ist es auch für Veganer, diesen Satz zu hören. Zum einen, weil ein Großteil auf dem Teller der mischköstlichen Mahlzeiten (Beilagen wie z.B. Gemüse) sowieso vegan ist. Und zum anderen, weil eine vegane Ernährungsweise nicht bewusst auf Kosten anderer Lebewesen beruht. Veganer verzichten eben nicht aus geschmacklichen, sondern im Regelfall aus tiefsten, ethischen Motiven auf den Konsum tierischer Produkte.

7. Also isst du jetzt nur noch Salat, oder?

Dieser Satz hätte auch mir durchaus in den ersten 30 Jahren meines Lebens über die Lippen kommen können, da ich davon ausging, dass Fleisch, Eier und Milchprodukte bei einer pflanzlichen Ernährungsweise einfach vom Teller verschwinden und nur noch Salatblätter übrig bleiben. Doch glücklicherweise kann man auch weiterhin Burger, Pasta und Pizza essen, nur eben mit tierfreundlichen Zutaten. Das ist heutzutage sogar so einfach, wie nie zuvor.

Schon eine Woche, nachdem ich gestartet bin, fiel mir die Vielfalt an veganen Rezepten und neuen Kochideen auf, die es jedem unglaublich leicht machen sollte kein oder zumindest deutlich weniger Fleisch zu essen.

Tipp: Der Veganuary ist beispielsweise eine großartige Chance, um die pflanzliche Ernährungsweise für einen Monat auszuprobieren.

8. Und wann hörst du wieder damit auf? Ist doch eh nur eine Phase!

Viele Mischköstler erwarten, dass man als Neu-Veganer eh nur kurz motiviert ist, dann feststellt wie kompliziert das alles ist – und das Vorhaben aufgibt. Vielleicht auch deshalb, weil sie es so von sich selbst erwarten würden.

Doch sich für eine vegane Lebensweise zu entscheiden, ist (wenn ethisch motiviert) keine kurzweilige Sache, die man schnell wieder ad acta legt. Es ist eine Entscheidung fürs Leben, die aus tiefstem Herzen kommt. Eine Entscheidung, um die eigenen Werte wieder in Einklang mit dem eigenen Handeln zu bringen. Denn „Ich liebe Tiere, aber bezahle Geld dafür, dass sie jemand für mich tötet“ ist ein Widerspruch in sich.

Tipp: Mich hat der Film „Dominion“ zum Veganer gemacht, weil er die Hintergründe der Massentierhaltung zeigt. Unter vegane Dokumentationen stelle ich dir diese und weitere, hilfreiche Dokus noch genauer vor.

9. Pflanzen haben auch Gefühle!

Tatsächlich ist das ein Spruch, den man sich als Veganer besonders häufig anhören muss. Doch Tiere und Pflanzen auf ein identisches, seelisches Level zu hieven, ist natürlich völlig absurd.

Tiere haben ein zentrales Nervensystem, so wie wir Menschen auch. Pflanzen hingegen haben dies zum derzeitigen Stand der Forschung nicht – sondern zeigen biochemische Reaktionen, wie das Drehen zur Sonne, die so manchen glauben lassen, dass in ihnen eine Gefühlswelt schlummert.

Doch selbst wenn irgendwann herausgefunden werden sollte, dass Pflanzen Gefühle haben, sollten wir Menschen erst recht damit aufhören, Fleisch zu essen. Schließlich müssen für das Futter von Kühen, Schweinen und Hühnern unzählige Mengen an Pflanzen angebaut und „getötet“ werden.

10. Aber Fisch geht ja, oder?

Fisch ist okay? Sprüche die Veganer nicht mehr hören können

Es ist immer wieder verwunderlich, wenn Menschen einen Fisch als ein so minderwertiges Wesen betrachten, dass sie seine Körperteile auf dem Teller nicht einmal als Fleisch bezeichnen. Doch auch Fische sind Tiere, haben Gefühle und einen Lebenswillen₂ – und gehören deshalb bei einer veganen Ernährungsweise selbstverständlich nicht auf den Teller.

Tipp: Diese Sprüche waren jetzt nicht besonders philosophisch angehaucht. Inspirierende Gegenstücke von berühmten Personen findest du unter Vegan Zitate. Viel Spaß!

Was sich Veganer alles so anhören müssen…

Ja, die genannten Sprüche können echt lästig, unlogisch und auch extrem merkwürdig sein. Doch schlussendlich können Veganer und Vegetarier durch lockeres und logisches Entkräften dazu beitragen, dass sie immer seltener zu hören sind.

Ich hoffe, dass ich dir hier einige häufig gehörte, unterhaltsame Aussagen vorstellen konnte. Fallen dir weitere seltsame Sätze ein, die sich Veganer anhören müssen? Dann freue ich mich schon auf deinen Kommentar!

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Du willst wissen, warum ich vegan lebe? Im verlinkten Beitrag erläutere ich dir jetzt alle wesentlichen Gründe. Viel Spaß!

Quellenangaben:
₁ ProVeg e.V.: Vegan-Trend – Zahlen und Fakten zum Veggie-Markt, abrufbar unter https://t1p.de/jkx0. [15.07.2020].

₂ Lynne U. Sneddon: Evolution of nociception and pain: evidence from fish models (Stand: 23.09.2019), abrufbar unter https://royalsocietypublishing.org/doi/full/10.1098/rstb.2019.0290. [29.11.2021].

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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.