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Nachhaltiges Webdesign – 10 Tipps für umweltfreundliche Webseiten und Online-Shops

Nachhaltiges Webdesign Tipps für Online Shops

Willst du dich an nachhaltigem Webdesign versuchen und eine zeitgemäße, umweltfreundliche Webseite aufbauen? Das ist eine richtig gute Entscheidung! Zum einen, weil du deinen Internetauftritt oder deinen Online-Shop ziemlich unkompliziert nachhaltiger machen kannst – und zum anderen, weil es in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Digitalisierung einfach unglaublich wichtig für unsere Umwelt ist. Denn das Internet ist nicht einfach da – es funktioniert nur durch den Einsatz von Unmengen an Energie.

In diesem Artikel will ich dir deshalb einige Tipps und Ideen vorstellen, mit denen du deinen Online-Shop umweltfreundlich machen oder nachhaltige Webseiten aufbauen kannst.

Tipp: In einem separaten Beitrag erfährst du auch, wie du grundsätzlich noch nachhaltiger im Internet surfen kannst.

Warum eine umweltfreundliche Webseite mit nachhaltigem Webdesign?

Ich will hier gar nicht viel Zeit verplempern, sondern dir lediglich mit wenigen Stichpunkten zeigen, warum wir uns überhaupt darum bemühen sollten, das Internet und seine Webseiten klima- und umweltfreundlicher zu gestalten.

  • Globale Erwärmung: Die Kühlsysteme für erhöhten Bedarf an Rechenleistung werden größer – und verbrauchen immer mehr Energie.
  • Gesellschaftsentwicklung: Streaming-Dienste laufen auf Hochtouren, weil wir keine DVD's mehr aus Videotheken ausleihen, sondern Filme und Serien aus dem Internet (jedes Mal neu) streamen.
  • Mehrwert schaffen: Einfach nur Produkte zu verkaufen ist in Zeiten mit großen Umweltproblemen nicht mehr zeitgemäß. Steigere das Vertrauen deiner Nutzer zum Beispiel, indem du für jeden Einkauf von einer Organisation deiner Wahl einen Baum pflanzen lässt.
  • User-Experience: Nachhaltiges Webdesign bedeutet auch wenige Klicks, kurze Wege und eine übersichtliche Webseite. Denn das erspart unnötige Ladeprozesse bei jedem Klick und damit jede Menge Energie.
  • Speicherplatzbedarf: Webseiten werden immer größer. Durchschnittlich braucht eine normale Website heutzutage etwa 2 Megabyte – nur drei Jahre zuvor war es noch etwa die Hälfte.₁
  • Kosten sparen: Eine nachhaltige Webseite versuch energie- und kosteneffizient gleichzeitig zu sein. Kosten entstehen durch energieintensive Hintergrundprozesse zum Beispiel für den Webhoster und für den Energieverbrauch für dich als Admin, aber auch für alle Nutzer.

Ob nachhaltige Informationsplattform oder Online-Shop – wie du merkst, geht es vor allem darum, den Energieverbrauch deiner Webseite zu senken. Wie es diesbezüglich aktuell um deine Internetseite steht und Maßnahmen du ergreifen kannst, kannst du zum Beispiel mit Websitecarbon.com errechnen lassen.

10 Tipps für nachhaltiges Webdesign und umweltfreundliche Online-Shops

Sooo! Jetzt die Theorie steht, unser Ziel kennen wir auch. Jetzt geht es an die praktische Umsetzung. Dabei beziehen wir uns vor allem auf die Geschwindigkeit, auf die Nutzerfreundlichkeit und die Zielfindung, sowie auch auf die Optik deines Internetauftritts. Mit den folgenden Tipps und Ideen kannst du selbst dafür sorgen, dass deine Webseite möglichst umweltfreundlich läuft.

1. Suche einen nachhaltigen Webhoster

Die Basis einer umweltfreundlichen Webseite ist ein klimaneutraler Hoster, der auf grüne, nachhaltige Rechenzentren baut, die, so wie du selbst, auch Ökostrom nutzen und CO2-neutral arbeiten. Neben den monatlichen Kosten und die Nutzung von 100% Strom aus erneuerbaren Energien solltest dabei auch auf mögliche Auszeichungen und vor allem das Engagement des Anbieters achten. Einige grüne Webhoster führen ihr Unternehmen zum Beispiel im Sinne der Gemeinwohlökonomie.

2. Programmiere nachhaltig

Ja, auch bei der Webentwicklung kann man umweltfreundlich und langfristig denken. Siehe es wie ein Wettbewerb: wer den übersichtlichsten Code aus HTML, CSS und Javascript hat, gewinnt. Je weniger, desto besser. Denn eine sauber programmierte Webseite ist nachhaltiger, weil sie energieeffizienter geladen werden kann. Verzichte auf zu viele Plugins und externe Einbettungen, die deinen Code nur komplizierter machen und ihn unter Umständen auch zerschießen können.

3. Reduziere die Größe der Webseite

Während Nutzer früher fast ausschließlich Text zu sehen bekamen, werden heute auch Videos, soziale Medien, GIF's und hochauflösende Bilder zur Verfügung gestellt. Reduziere lieber überflüssigen Ballast und unnötige Ladeprozesse und beschränke dich beim Inhalt deiner Seite auf das Wesentliche für den Nutzer bzw. Leser. Je kleiner deine Webseite, desto weniger CO2 muss für das Laden aufgebracht werden. Cache-Plugins oder kleinere Bilder mit heruntergeschraubter Qualität können dir zum Beispiel dabei helfen.

Tipp: Reduzieren ist auch ein wichtiger Teil des Zero Waste Lebensstils. Auch dabei wird der Umwelt durch gezielte „Müllvermeidung“ ein Gefallen getan. Schau gerne im verlinkten Beitrag vorbei.

4. Wähle ein modernes aber zeitloses Design

Umweltfreundliche Webseiten und Online Shops aufbauen

Ein nachhaltiges Webdesign ist geprägt durch ein modernes Design, dass optisch, funktional, energieeffizient, nutzerfreundlich und einfach allem langlebig ist – sodass es nicht ständig verändert werden muss. Das kommt Am Ende natürlich auch der Markenbildung zu Gute.

Auch die Navigation einer umweltfreundlichen Webseite ist logisch und zielführend. Denke immer daran: je unsortierter, desto mehr müssen User wild herumklicken und -suchen. Die Folge ist, dass sie deinen Internetauftritt eher schnell wieder verlassen.

5. Reduziere die Seitenladezeit

Einige Hinweise habe ich dir dazu bereits gegeben. Doch die Ladezeit-Optimierung ist echt eine Wissenschaft für sich, die ich selbst noch nicht ausgiebig genug erforscht habe. Um dein nachhaltiges Webdesign dahingehend zu optimieren, sind hier ein paar weitere Tipps für dich:

  • Entfernte unnötigen Ballast: Zum Beispiel Google Maps-Einbettungen oder Social-Media-Icons, die bei jedem Webseitenbesuch mit den Drittseiten kommunizieren und laden.
  • Reduziere deine Bilder in Beiträgen: Zum einen kannst du ihre Größe reduzieren, indem du die Auflösung herunter drehst. Zum anderen braucht ein guter Beitrag keine 10 Bilder. Versuche, ein gesundes Maß aus Text und Bild zu finden.
  • Reduziere deine Plugins: Je mehr Plugins, desto langsamer und energieintensiver lädt deine Seite. Um meine Webseite nachhaltiger zu machen, habe ich zum Beispiel mein ehemaliges Plugin für Fehlermeldungen durch eine einfach Unterseite mit Fehlermeldungsformular ersetzt.

Damit dir nicht reihenweise Nutzer abspringen, kann ich dir nur dazu raten, deine Webseite einfach Mal in einen Speed-Checker wie Google Page Speed Insights einzutickern. Dort erfährst du auf einen Schlag, wie schnell oder langsam deine Seite lädt – und was du praktisch zur Optimierung deiner Ladezeit tun kannst, um Umwelt und Nutzern einen Gefallen zu tun.

6. Erstelle ein responsives Design

Umweltfreundliche Websites und Online-Shops werden heute längst nicht mehr nur vom Desktop, sondern vor allem vom Smartphone aus genutzt. Eine nachhaltige Internetseite sollte deshalb auf allen Geräten gleichermaßen sauber funktionieren. Denn wenn sich Nutzer neue Geräte anschaffen müssen, weil deine Seite nicht auf allen Geräten lädt, ist es mit der Nachhaltigkeit dahin. Die Einrichtung eines responsiven Designs macht deine Webseite aber nicht nur umweltfreundlicher, sondern erspart dir auch Zeitverlust und das ein oder andere graue Haar bei ihrer Pflege.

7. Baue aufklärende Inhalte auf

Das ist natürlich optional – doch wenn du auch im Alltag umweltfreundlich agierst und für den Umweltschutz brennst, dann solltest du dein Wissen auch auf deiner Webseite zur Verfügung stellen. Solltest du einen Online-Shop betreiben, der themenfremde Produkte verkauft, kann ich natürlich verstehen, dass da etwas die Verbindung fehlt. Doch wenn du die Möglichkeit hast, solltest du auch mit den Inhalten auf deiner nachhaltigen Webseite für einen größeren Einsatz gegen die Umweltprobleme unserer Zeit werben.

Im Idealfall liegen alle Inhalte auf deiner Webseite dabei auch auf deinem eigenen Server, damit weniger fremde Ressourcen geladen werden müssen.

Tipp: Bitte, bitte verzichte auf Greenwashing! Schreibe Umweltschutz auf deiner Webseite und bei allen Handlungen, die damit zusammenhängen groß. Und wenn du das tust, dann lege entsprechende Unterseiten für Firmenphilosophie, Mission oder Nachhaltigkeitsarbeit an. Damit kannst du deine Kunden, aber auch um andere Shop-Betreiber inspirieren.

8. Gleiche die CO2-Emissionen deiner Webseite aus

Nachhaltiges Webdesign bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Das gilt für dich und deine Kunden. Du kannst zum Beispiel deinen Kunden anbieten, beim Ausgleich der CO2-Emissionen für deines Projektes mitzuhelfen, indem du an der Kasse deines Online-Shops eine freiwillige Option für eine eine transparent-genutzte Zusatzgebühr von aktuell 25 Cent bereithältst.

Wie du sicher weißt, kannst du auch selbst freiwillig einen CO2-Ausgleich vornehmen. Ob für den Betrieb deiner Webseite, für Flugreisen oder für ein Event. Mehr darüber erfährst du im ausführlichen Beitrag über den Ausgleich von Emissionen.

Tipp: Du kannst auch einen Baum für jede Bestellung pflanzen lassen. Und beispielsweise alle 6 Monate ein Update an deine Community herausgeben, wie viele Bäume mit Hilfe der Einkäufe auf deiner Webseite gepflanzt wurden.

9. Beuge Retouren vor

Die zunehmende Zahl an Online-Bestellungen sorgt logischerweise auch für immer mehr Kurierfahrten. Lockangebote wie „Kostenloser Versand“ sorgen dafür, dass am Ende mehr Bestellungen aus deinem Online-Shop zurückgeschickt werden. Schließlich kostet es ja nichts extra. Das ist natürlich alles andere als nachhaltig. Daher folgende Tipps:

  • Mache selbsterklärende Produktbeschreibungen
  • Verzichte auf „Zahlung auf Rechnung“
  • Stelle eine hohe Produktqualität sicher

Mehr Tipps aus Händler- und auch aus Kundensicht erhältst du im ausführlichen Beitrag über das Vermeiden von Rücksendungen im Online-Handel.

10. Kümmere dich um einen klimafreundlichen Versand

in einem nachhaltigen Online-Shop sollte die Größe des Versandkartons immer zur Produktgröße passen. Also verschicke kein Feuerzeug in einem Karton, in den auch ein Autoreifen passen würde.

Die Versandkosten sollten zum Ressourcenaufwand anpassen und kostenlosen Versand solltest du erst ab höheren Bestellsummen ermöglichen. Nutze außerdem nachhaltige Versandangebote wie DHL GoGreen für deine Produkte. Im besten Fall sind die aus deinem nachhaltigen Online-Shop auch noch umweltfreundlich. Zum Beispiel wie bei uns im Plastikfrei Shop.

Tipp: Alternativ bietet es sich auch an, mit möglichst vielen klimafreundlich versendenden Online-Shops zusammenzuarbeiten. Beispielsweise mit Affiliate-, also Partner-Marketing, bei dem du Produkte anderer Anbieter vermittelst, anstatt sie selbst zu verkaufen.

Baue umweltfreundliche Webseiten mit nachhaltigem Webdesign auf

Es ist gar nicht so kompliziert, oder? Falls doch, kannst du dir ja auch einen Webdesigner oder eine fachkundige Agentur dazu holen, um dich bei deinem Vorhaben zu unterstützen. Am Ende reduzierst du den Energieverbrauch und damit auch die Energiekosten von Millionen von Internetnutzern. Und nicht zuletzt, kannst du auch selbst nachhaltig Geld sparen.

Hast du weitere Tipps für umweltfreundliche Webseiten oder Fragen zum Artikel? Dann schreibe sie mir einfach in die Kommentare.

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS: Hier bei CareElite dreht sich alles um ein grundsätzlich möglichst nachhaltiges Leben. Erfahre zum Beispiel, wie du Tieren im Alltag helfen kannst!

Quellenangaben:
₁ Wie viel Webspace & Speicherplatz benötigt man (Stand: 18.12.2018), abrufbar unter https://www.hosttest.de/artikel/wie-viel-webspace-1410.html. [07.04.2020].

Kaffekasse Verbesserungsvorschläge

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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

1 Gedanken zu „Nachhaltiges Webdesign – 10 Tipps für umweltfreundliche Webseiten und Online-Shops“

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich bin gerade auch dabei meine Prozesse nachhaltig zu strukturieren. Dafür ist dein Beitrag sehr hilfreich!
    Liebe Grüße
    Hannes

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