Du möchtest Schadstoffe im Haus erkennen und dein Zuhause möglichst gesund gestalten? Dann bist du hier genau richtig! In älteren Baustoffen, Möbeln und sogar in manchen Pflege- und Renovierungsprodukten können sich Stoffe verstecken, die unsere Gesundheit oder die Umwelt belasten.
In diesem Artikel stelle ich dir zehn typische Schadstoffquellen vor und zeige dir, worauf du achten musst, um mögliche gesundheitliche und ökologische Risiken zu reduzieren. Auf geht's!
Das Wichtigste in Kürze
- Schadstoffe können sich in Baustoffen, Möbeln, Bodenbelägen und anderen Materialien verbergen.
- Besonders bei älteren Gebäuden ist Vorsicht geboten, da früher im Bauwesen gesundheitsschädliche Stoffe verwendet wurden, die deren Verwendung heutzutage verboten ist.
- Fachgerechte Untersuchungen und Sanierungen helfen dir dabei, Belastungen frühzeitig zu erkennen und unter Umständen schwerwiegende Folgen zu vermeiden.
Warum sind Schadstoffe im Haus so gefährlich?
Wir verbringen einen großen Teil unseres Alltags in geschlossenen Räumen. Deshalb können Schadstoffe in der Raumluft, im Hausstaub oder in alten Baustoffen unsere Gesundheit massiv beeinträchtigen.
Manche Stoffe reizen die Atemwege oder lösen Allergien aus, andere können bei langfristiger Belastung schwerwiegende Erkrankungen verursachen.
Besonders problematisch ist, dass viele Schadstoffe weder sichtbar noch am Geruch erkennbar sind. Umso wichtiger ist es also, mögliche Gefahrenquellen zu kennen und bei Verdacht nicht unüberlegt selbst Hand anzulegen.
10 mögliche Schadstoffquellen in deinem Zuhause

Welche Schadstoffe können sich grundsätzlich in einem Haus oder einer Wohnung verbergen? Auch wenn heute immer nachhaltiger gebaut wird, sind hier zehn typische Gefahrenquellen, denen auch heutzutage immer noch viele Menschen in den eigenen vier Wänden ausgesetzt sind.
1. Asbest in alten Baustoffen
Ein „Klassiker“ der Schastoffe in alten Geäuden ist Asbest. Es wurde früher unter anderem in Dachplatten, Fassaden, Bodenbelägen und bestimmten Klebstoffen eingesetzt.
Werden asbesthaltige Materialien beschädigt oder unsachgemäß bearbeitet, können gefährliche Fasern freigesetzt werden, in die Atemwege gelangen und unter anderem schwere Lungenerkrankungen verursachen.
Wichtig: Bei Verdacht solltest du das Material nicht selbst bearbeiten. Wenn du also beispielsweise in der Hauptstadt lebst, solltest du dich gezielt über eine geeignete Asbestsanierung in Berlin informieren und die potenzielle Gefahrenquelle von qualifizierten Fachbetriebe prüfen lassen.
2. Schimmel an Wänden und Decken
Da wo Feuchtigkeit dauerhaft vorhanden ist, entsteht Schimmel – beispielsweise durch undichte Bauteile, Wärmebrücken oder Wasserschäden. Schimmelsporen und andere Bestandteile können Atemwege reizen und insbesondere bei empfindlichen Menschen gesundheitliche Beschwerden auslösen.
Lass also unbedingt die Ursache der Feuchtigkeit beseitigen, anstatt nur den sichtbaren Schimmel zu überstreichen oder abzukratzen. Auch hier gilt wieder: größere oder wiederkehrende Befallsstellen gehören in fachkundige Hände!
3. Formaldehyd in Möbeln und Holzwerkstoffen
Der Stoff Formaldehyd kann als Konservierungs- oder Bindemittel beispielsweise in bestimmten Spanplatten, Möbeln und Klebstoffen vorkommen und an die Raumluft abgegeben werden. Höhere Konzentrationen können unter anderem Augen und Atemwege reizen und Krebs verursachen.
Da der Schadstoff zwar strengen gesetzlichen Beschränkungen und verschärften EU-Grenzwerten unterliegt, aber weiterhin verwendet werden darf, solltest du besonders beim Möbelkauf auf emissionsarme Materialien und glaubwürdige Prüfsiegel wie den Blauen Engel setzen.
Tipp: Besonders bei neuen Möbeln ist regelmäßiges Lüften sinnvoll, um das Raumklima zu verbessern und deine langfristige Gesundheit zu schützen.
4. PCB in alten Fugen und Baustoffen
Polychlorierte Biphenyle, kurz PCB, wurden früher unter anderem in dauerelastischen Fugendichtungen und bestimmten Beschichtungen verwendet. Die Stoffe sind schwer ökologisch abbaubar, können sich also in der Umwelt anreichern und bei entsprechender Belastung auch gesundheitsschädlich sein.
Vor allem, wenn du in einem alten Haus oder einem Altbau wohnst, kann eine Untersuchung sinnvoll sein.
5. Bleiverbindungen in alten Anstrichen
In älteren Gebäuden können bestimmte Farben oder Anstriche noch Bleiverbindungen enthalten. Blei kann unter anderem das Nervensystem schädigen und die Gesundheit von Kinderb und Schwangeren gefährden.
Da beim Abschleifen oder Entfernen entsprechender Anstriche und Beschichtungen gesundheitsschädlicher Staub entstehen kann, solltest du hierbei also besonders vorsichtig sein.
Tipp: Was du sonst noch tun kannst, um deine langfristige Gesundheit zu bewahren und gesund alt zu werden, zeige ich dir gern im verlinkten Artikel.
6. Weichmacher in Bodenbelägen und Kunststoffen
Bestimmte Weichmacher, beispielsweise einige Phthalate, können in älteren PVC-Bodenbelägen und anderen Kunststoffprodukten vorkommen. Einige dieser Stoffe stehen wegen möglicher gesundheitlicher Auswirkungen unter besonderer regulatorischer Kontrolle. Wie hoch die tatsächliche Belastung ist, hängt allerdings vom jeweiligen Produkt und der Exposition ab.
Entscheide dich bei Neuanschaffungen also am besten für schadstoffgeprüfte, emissionsarme Bodenbeläge und langlebige Materialien.
7. Lösemittel in Farben und Lacken
Manche Farben, Lacke und Klebstoffe geben flüchtige organische Verbindungen (VOC) an die Raumluft ab. Je nach Stoff und Konzentration kann dies beispielsweise zu Augen-, und Atemwegsreizungen führen oder auch Kopfschmerzen verursachen.
Für möglichst nachhaltigen Renovierungen, solltest du also auch hier möglichst zu emissionsarmen Produkten greifen und auf entsprechende Kennzeichnungen achten.
8. Holzschutzmittel in älteren Gebäuden
Früher wurden Dachstühle, Holzverkleidungen und andere Bauteile teilweise mit problematischen Holzschutzmitteln behandelt. Dazu zählten beispielsweise Wirkstoffe wie Pentachlorphenol oder Lindan.
Die Stoffe sind langlebig und können über längere Zeit zu gesundheitlichen und ökologischen Belastungen führen. Wenn du einen Verdacht hast, solltest du das Holz also nicht einfach abschleifen, sondern eine fachkundige Untersuchung vornehmen lassen.
9. Radon aus dem Untergrund
Mit Radon existiert ein weiterer gefährlicher Schadstoff in manchen Häusern. Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Gas, das aus dem Boden in Gebäude eindringen kann. Besonders betroffen sein können Keller und erdberührte Räume.
Eine langfristig erhöhte Radonbelastung steigert unter anderem Lungenkrebsrisiko. Da das Gas weder sichtbar noch riechbar ist, lässt es sich nur durch Messungen zuverlässig feststellen.
10. Feinstaub durch Öfen und Verbrennung
Kamine, Holzöfen und andere Verbrennungsquellen können Feinstaub freisetzen. Die winzigen Partikel können tief in die Atemwege gelangen und die Gesundheit belasten.
Auch aus ökologischer Sicht ist das problematisch, denn Holzverbrennung verursacht Luftschadstoffe. Verzichte also möglichst auf unnötiges Heizen mit Holz und setze auf emissionsarme Heiztechnik.
Tipp: Am Jahreswechsel wird besonders viel Feinstaub freigesetzt. Wie du möglichst nachhaltig Silvester ohne Feuerwerk feierst, erfährst du im verlinkte Artikel.
Wie kannst du Schadstoffe im Haus erkennen und vermeiden?
Nicht jeder ältere Baustoff ist automatisch gefährlich. Dennoch lohnt es sich, bei Renovierungen und Neuanschaffungen genauer hinzuschauen.
Mit diesen Maßnahmen kannst du mögliche Belastungen reduzieren:
- Informiere dich über das Baujahr: Bei älteren Gebäuden kommen schadstoffhaltige Materialien häufiger vor.
- Lass Verdachtsfälle untersuchen: Fachkundige Materialproben und Raumluftmessungen können dir dabei helfen, mögliche Belastungen einzuordnen.
- Vermeide unüberlegte Eigenarbeiten: Besonders bei Asbest, PCB und belasteten Altanstrichen solltest du immer einen Fachbetrieb ranlassen, da unsachgemäße Arbeiten Schadstoffe freisetzen können.
- Kaufe emissionsarme Produkte: Achte bei Möbeln, Farben und Bodenbelägen darauf, dass sie möglichst ökologisch sind und keine gesundheitsgefährdenden enthalten.
- Beseitige Feuchtigkeitsprobleme: So verhinderst du eine potenzielle Schimmelbildung.
- Lüfte regelmäßig: Das kann die Konzentration vieler Luftschadstoffe senken, ersetzt aber nicht die Beseitigung ihrer Ursachen.
Schadstoffe erkennen und gesünder wohnen
Ob Asbest, Schimmel oder belastete Möbel: Schadstoffe im Haus sind gefährlich für unsere Gesundheit und unsere Umwelt – und dass oft, ohne dass wir sie sofort bemerken.
Deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Gefahrenquellen zu kennen, bei Renovierungen aufmerksam zu sein und auf möglichst schadstoffarme Materialien zu setzen.
„Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.„
Ludwig Börne (mehr unter Gesundheit Zitate)
Ich hoffe, dass dir dieser kleine Überblick dabei hilft, dein Zuhause langfristig gesünder und nachhaltiger zu gestalten. Hast du bereits Erfahrungen mit Schadstoffen bei einer Renovierung gemacht? Ich freue mich auf deine Erfahrungen in den Kommentaren!
Bleib gesund und nachhaltig,

PS: Du möchtest dein Zuhause noch umweltfreundlicher gestalten? Dann schau dir jetzt auch meine Tipps zum nachhaltigen Wohnen an!

