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Plastikstrohhalm Verzicht – 7 Nachteile und Gründe dafür, Einweg-Trinkhalme nachhaltig zu ersetzen

Nachteile und Gründe, auf Plastikstrohhalme zu verzichten

Warum sollte man auf Plastikstrohhalme verzichten und lieber nachhaltigere Alternativen bevorzugen? Wenn du eine Antwort auf diese Frage suchst, bist du hier genau richtig! Seit Juli 2021 gilt das EU-weite Verbot für Einweg-Trinkhalme aus Plastik. Leider gibt es sie vielerorts immer noch. Da ich versuche, möglichst plastikfrei zu leben, benutze ich sie seit vielen Jahren aber sowieso nicht mehr. Für diese persönliche Einstellung und das Verbot gibt es wirklich viele gute Gründe.

In diesem Artikel möchte ich dir kurz und knapp zeigen, was genau gegen die Strohhalme aus Plastik spricht. Außerdem stelle ich dir direkt auch noch ein paar nachhaltige Alternativen vor. Auf geht's!

1. Plastikstrohhalme sind nicht biologisch abbaubar und belasten unsere Umwelt

Plastikstrohhalme landen oft in der Umwelt
Plastikstrohhalme landen leider oft in der Umwelt | Credits © Christoph Schulz

Plastik ist nicht biologisch abbaubar und zersetzt sich in der Natur deshalb erst in etwa 200 Jahren zu kleinerem Mikroplastik.1 Ganz verschwinden wird der von uns Menschen in Umlauf gebrachte Müll also nie, sodass auch unsere Urenkel:innen noch etwas davon haben, wenn wir achtlos Einwegmüll produzieren und wegwerfen.

Plastikstrohhalme gehören nach meiner eigenen Erfahrung bei den CleanUps definitiv zu den am meisten gefundenen Gegenständen an Stränden. Strände, die ohne den Müll nicht nur attraktiver aussehen, sondern auch keine Gefahr für unsere Umwelt und die Tierwelt darstellen würden. Das sind doch motivierende Gründe, um auf nachhaltige Alternativen umzusteigen, findest du nicht?

2. Plastikstrohhalme haben eine kurze Nutzungszeit und produzieren unnötigen Müll

Kaum ein Einwegprodukt könnte unsere Wegwerfgesellschaft so gut symbolisieren, wie der Einweg-Strohhalm aus Plastik. Denn er wird aufwendig hergestellt, hat eine durchschnittliche Nutzungszeit von wenigen Minuten und wandert dann direkt in die Mülltonne oder im schlimmsten Fall durch Littering in der Natur.

Die kurzfristige Verwendung hat allerdings langfristig Folgen für unseren Planeten. Und da der Wegwerfstrohhalm absolut überflüssig ist, sollten wir darauf verzichten. Dieser Verzicht ist schlussendlich ein simpler Schritt, um die Menge des eigenen Plastikmülls zu reduzieren und einen bewussteren Umgang mit limitierten Ressourcen zu fördern.

3. Plastikstrohhalme verbrauchen natürliche Ressourcen

Die Trinkhalme aus Kunststoff werden auf Basis von Erdöl hergestellt. Sie bestehen also aus einem Rohstoff, der energieintensiv und umweltgefährdend gewonnen wird und uns Menschen nicht in unendlichen Mengen zur Verfügung steht.

Ein weiterer guter Grund, auf Plastikstrohhalme zu verzichten, ist auch der massive Energieverbrauch, der im Herstellungsprozess und – falls der Strohhalm es überhaupt bis zur Wiederverwertung schafft – beim Recycling anfällt.

Diese Verschwendung natürlicher Ressourcen für ein eigentlich ja unnötiges Wegwerfprodukt, spricht ganz klar für den Umstieg auf nachhaltige Alternativen.

4. Plastikstrohhalme verletzen und töten Tiere

Wie das eingebettete Video der Schildkröte mit dem Plastikstrohhalm in der Nase eindrücklich zeigt, leiden Tiere unter den Folgen unseres „Einwegwahns“. Die Tiere erleiden große Schmerzen und müssen aufgrund von Entzündungen oder Plastik im Bauch oft sogar mit dem Tod rechnen. Für mich persönlich ist das daher der wichtigste Grund für den Plastikstrohhalm Verzicht.

Jedes Jahr verenden etwa bis zu 135.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel an dem menschengemachten Plastikmüll in der Umwelt.2 So halten zum Beispiel Schildkröten nicht biologisch abbaubare Kunststoffteile wie Einweg-Trinkhalme für Nahrung. Und Albatrosse bauen ihre Nester damit und erhängen sich an den langen, stabilen Strohhalmen.

5. Plastikstrohhalme sind mittlerweile vielerorts verboten

Immer mehr Orte, Regionen und Unternehmen verbieten Plastik-Strohhalme und zeigen, dass es auch ohne den Einwegmüll geht. Ich erinnere mich noch daran, dass Einwegstrohhalme zunächst in Seattle (USA) verboten wurden. Kurze Zeit später gab es sie auch nicht mehr in Starbucks-Filialen. Und ab dem 03.07.2021 kam dann auch das europaweite Verbot hinzu.

Ich wünsche mir, dass noch mehr Länder, Städte und Unternehmen auf der ganzen Welt nachziehen und die Gründe für den Verzicht auf Plastikstrohhalme in ein Verbot ummünzen.

6. Plastikstrohhalme haben keinen echten Nutzen

Kunststoff-Trinkhalme sind günstig, bunt und deshalb vielleicht für Kinder ganz witzig. Doch einen tatsächlichen Nutzen haben sie ehrlich gesagt nicht. Denn Getränke lassen sich auch ohne Strohhalm trinken. Es handelt sich also vielmehr um ein Lifestyle-Produkt, auf das wir alle natürlich verzichten könnten.

Und wenn man Kindern die Nachteile von Strohhalmen aus Plastik erläutert, sind sie meiner Erfahrung nach definitiv auch offen für die umweltfreundlicheren Alternativen, die es ja ebenfalls auch in witziger Aufmachung gibt.

7. Plastikstrohhalme haben so viele günstigere und nachhaltigere Alternativen

Strohhalme aus Edelstahl oder Bambusholz sind wiederverwendbare Alternativen zum Plastikstrohhalm
Strohhalme aus Edelstahl oder Bambusholz sind wiederverwendbare Alternativen

Strohhalme, ob aus Plastik oder nicht, haben also eigentlich keinen Nutzen. Doch selbst für diejenigen, die dennoch nicht darauf verzichten wollen, gibt es großartige, umweltfreundliche Alternativen. Und zwar so viele, dass ich kein anderes Wegwerfprodukt kenne, dass sich so einfach und auf so vielfältige Weise ökologisch ersetzen lässt.

Hier möchte ich dir jetzt mögliche, nachhaltige Trinkhalme für Cocktails, Fruchtsäfte und alle anderen oft durch Plastikstrohhalme „geschlürften“ Drinks an die Hand geben. Ich zeige dir dann auch direkt, wo du sie bekommst.

Einweg-Alternativen

Beginnen wir zunächst mit zwei Alternativen, die allerdings ebenfalls Wegwerfprodukte sind. Die folgenden Einweg-Trinkhalme sind aber dennoch umweltfreundlicher und deshalb Kunststoff-Strohhalmen vorzuziehen:

  • Stroh-Strohhalme: Strohhalme aus Stroh sind sicherlich die ursprünglichsten Trinkhalme und stammen aus einer Zeit, in der es noch gar kein Plastik gab. Sie sind geschmacksneutral und biologisch abbaubar. Du bekommst sie zum Beispiel hier*.
  • Papier-Strohhalme: Mit Trinkhalmen aus Stroh steht eine weitere Alternative bereit, die recycelbar und ebenfalls biologisch abbaubar ist. Sie weichen allerdings schnell auf und lassen sich nur ein einziges Mal verwenden. Dennoch sind sie umweltverträglicher als Plastikstrohhalme. Papier-Strohhalme bekommst du hier*.
  • Essbare Strohhalme: Immer mehr Restaurants und Cafés bieten Trinkhalme an, die ihre Gäste nach der Verwendung einfach aufessen können. Sie bestehen zum Beispiel aus Apfelfasern, einem Nebenprodukt der Apfelsaftproduktion. Unter den Einweg-Alternativen ist dieser Trinkhalm daher definitiv die Nachhaltigste. Hier kannst du sie (aus)probieren*.

Edelstahl-Strohhalme

Der Edelstahl-Strohhalm ist mein persönlicher Favorit, um Plastikstrohhalme nachhaltig zu ersetzen. Er sieht nicht nur super aus, sondern ist auch robust, komplett geschmacksneutral und lässt sich in der Spülmaschine oder mithilfe einer schmalen Reinigungsbürste ganz einfach säubern.

Wiederverwendbare Edelstahlstrohhalme bekommst du hier*.

Glas-Strohhalme

Wer vom Strohhalm aus Edelstahl eher nicht so begeistert ist, wird sich sicherlich über Glas-Strohhalme freuen! Sie können natürlich schneller mal kaputt gehen. Wenn du jedoch gut mit ihnen umgehst, werden sie dir garantiert ewig erhalten bleiben! Zudem sind sie ebenfalls geschmacksneutral und lassen sich auch in der Spülmaschine oder mit einer Bürste waschen und wiederverwenden.

Richtig gute Glas-Strohhalme bekommst du hier von HALM*.

Bambus-Strohhalme

Und dann gibt es noch eine dritte wiederverwendbare Alternative für Plastikstrohhalme aus Bambus. Ich persönlich bin ein großer Fan von Bambusholz, da es extrem schnell nachwächst.

Ein potentieller Nachteil dieses Strohhalms ist, dass du ihn nicht in der Spülmaschine, sondern nur per Hand waschen kannst. Doch da er bei guter Pflege ebenfalls ewig wiederverwendbar ist, stellt er eine gute Alternative dar, die auch noch biologisch abbaubar ist.

Bambus-Strohhalme bekommst du hier*.

Der Verzicht auf Plastikstrohhalme ist leicht, da sie überflüssig sind!

Nun hast du wirklich gute Gründe dafür kennengelernt, zukünftig einen großen Bogen um Plastikstrohhalme zu machen und gegebenenfalls auf eine der genannten wiederverwendbaren, waschbaren und langfristig günstigeren Alternativen auszuweichen.

Ich möchte dir abschließend auch noch den Tipp mitgeben, bei Bestellungen in Bars, Cafés oder Restaurants direkt zu sagen, dass du keinen Plastikstrohhalm wünschst. So klappt es mit dem Verzicht auch unterwegs.

„«Es ist doch nur ein Strohhalm», sagten 8 Milliarden Menschen.“

Unbekannt (mehr unter Zero Waste Zitate)

Ich hoffe sehr, dass ich dir weiterhelfen konnte. Hast du Fragen, Anregungen oder kennst du weitere Nachteile von Plastikstrohhalmen? Dann schreib mir gerne einen Kommentar unter diesen Artikel.

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS: Keine Einweg-Strohhalme mehr zu benutzen, ist ein guter erster Schritt. Doch Müll entsteht in unserem Alltag natürlich auf vielfältige Weise. Schau dir als Nächstes also gerne meine besten Zero Waste Tipps an und setze sie nach und nach in die Tat um. Viel Erfolg!

Quellenangaben

  1. P. Scherrer: An unserem Plastik werden selbst noch unsere Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel «Freude» haben (Stand: 19.06.2018), abrufbar unter https://www.watson.ch/leben/wissen/652787665-an-unserem-plastik-werden-selbst-noch-unsere-ur-ur-ur-ur-enkel-freude-hab. [16.01.2024]. ↩︎
  2. NABU (Naturschutzbund Deutschland) e. V.: Plastikmüll und seine Folgen – Abfälle bedrohen Vögel, Delfine und Co, abrufbar unter https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/meere/muellkippe-meer/muellkippemeer.html. [16.01.2024]. ↩︎
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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

7 Gedanken zu „Plastikstrohhalm Verzicht – 7 Nachteile und Gründe dafür, Einweg-Trinkhalme nachhaltig zu ersetzen“

  1. Hallo Christoph,
    Es stimmt nicht ganz, dass Strohhalme keinen Nutzen haben. Es gibt Leute, die nur mit Strohhalm trinken können und für die mehrere Alternativen nicht in Frage kommen. Jessica erklärt das ganz gut: https://youtu.be/4IBH0pcKzlY
    Viele Grüße,
    Julia

    1. Es tut mir wirklich leid. Du kannst das Kommentar ruhig nicht durchlassen. Tabea hat das geschrieben, ja?

    2. Hi Julia!
      Ja, kann ich auch voll verstehen, ist natürlich auch nicht so pauschal gemeint sondern auf die breite Masse bezogen. 🙂
      Viele Grüße
      Christoph

  2. Toller Beitrag den ich voll und ganz unterstütze!
    Ich bin wirklich kein ÖKO aber der Weg weg vom Plastik ist zwingend Notwendig. Ich glaube meine letzte Tüte im Discounter habe ich vor 5 Jahren gekauft und siehe da, es geht auch gänzlich ohne! Ich gehe mit Einkaufswagen im Laden einkaufen und verpacke es anschließend im Auto in Klappboxen. Wenn ich mal nicht mit dem auto unterwegs bin habe ich einen Bastkorb, einen Stoffbeutel oder einen Rucksack, Alternativen zur ollen Palstetüte gibt es also genügend!
    Auf Strohhalme zu verzichten finde ich Spitze!
    Auch sollten alle Plastiktüten verboten werden, früher brauchte mann so etwas auch nicht!
    Viele Grüße und alles Gute

    1. Hi Tauro! Sehe ich ganz wie du 🙂
      Man muss nur mal seine Großeltern fragen, dann kriegt man genügend Inspiration, wie früher alles auch ohne Plastik geklappt hat.
      Bleib‘ sauber,
      Christoph

    2. Hallo Tauro.
      An deinem Satz: „Ich bin kein ÖKO“, merkt man schon, dass es heutzutage leider immer noch negativ betrachtet und belächelt wird, wenn sich jemand für den Umweltschutz einsetzt. Das finde ich zeimlich traurig. Das ist doch etwas total tolles. Auch ich habe schon vor dem Verbot von Plastiktüten versucht alle zu überzeugen, dass das Müll ist und ich werde mir demnächst auch Edelstahl-Strohhalme zulegen. Einer muss ja anfangen 😉
      Was im Moment auch der Renner ist, sind Maccaroni als Strohhalme. Und sorgt immer für Gesprächsstoff…

      1. Danke für deinen Kommentar Anna, das sehe ich genauso. Das ist wie bei allen Menschen, die irgendetwas Gewohntes verändern wollen: Es gibt Gegenwind von denen, die keine Veränderung wollen.
        Bleib‘ sauber,
        Christoph

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