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Unterschiedliche Ernährungsformen einfach erklärt

Ernährungsformen – Welche unterschiedlichen Typen und Trends der Ernährung gibt es?

Du willst mehr über die bekanntesten Ernährungsformen erfahren? Dann bist du hier genau richtig! Die Esskultur unserer Gesellschaft ist extrem vielseitig. Dementsprechend abwechslungsreich sind auch die unzähligen Ernährungs- und Nahrungstrends, die beispielsweise aus ethischen, gesundheitlichen oder ökologischen Motiven entstanden sind. Doch welche Formen Ausprägungen und Abwandlungen gibt es eigentlich so bei unseren Mahlzeiten und generell in der kulinarischen Küche?

In diesem Artikel möchte ich dir einen Überblick im Dschungel der Ernährungsformen verschaffen und dir die wichtigsten Typen und Trends vorstellen. Auf geht's!

Vorab findest du hier schon eine kurze Übersicht:

  1. Mischköstlich
  2. Vegan
  3. Vegetarisch
  4. Flexitarisch
  5. Pescetarisch
  6. Frutarisch
  7. Klimatarisch
  8. Carnivor
  9. Laktosefrei
  10. Rohköstlich
  11. Clean Eating
  12. Slow Food
  13. Koscher
  14. Halal
  15. Milcheiweißfrei
  16. Low Carb
  17. Paleo
  18. Beegan
  19. Puddingvegetarisch

Was motiviert Menschen, sich auf eine bestimmte Weise zu ernähren?

Bevor wir zu den einzelnen Ernährungsformen übergehen, möchte ich hier noch kurz erläutern, aus welchen Gründen in unserer Esskultur überhaupt so viele, unterschiedliche Arten und Trends existieren. Schließlich könnten wir ja auch theoretisch einfach alle das essen, worauf wir Lust haben.

Es sind vor allem die folgenden Motive, die Menschen dazu antreiben, ihre Essgewohnheiten anzupassen:

  • Gesundheit: Viele Menschen ernähren sich bewusst so, dass sie potentiellen Krankheiten vorbeugen oder bestehenden, ernährungsbedingten Krankheiten vorbeugen können.
  • Schönheit: Mancher ändert die eigene Ernährungsweise zum Beispiel, um ein schöneres Hautbild oder kräftigere Haare zu bekommen.
  • Geschmack: Natürlich gibt es auch Menschen, die bestimmte Lebensmittel nicht mehr oder wieder konsumieren, weil ihnen der Geschmack nicht mehr oder wieder gefällt.
  • Religion: Bei unzähligen Menschen auf der ganzen Welt gibt auch der eigene Glaube vor, ob bestimmte Lebensmittel erlaubt oder verboten sind.
  • Ethik: Sich im Einklang mit den eigenen, moralischen Wertvorstellungen zu ernähren, ist für viele von uns der wesentliche Grund der Ernährungsumstellung. Beispielsweise, weil man Tiere liebt und sie nicht ausbeuten oder töten lassen will – oder weil man etwas gegen den Welthunger unternehmen möchte. Auch die Zukunft der eigenen Kinder und Enkelkinder auf der Erde zu sichern, ist ein ethisches Motiv.
  • Umwelt: Bestimmte Ernährungsweisen sind sehr ressourcenintensiv und tragen wesentlich zu den größten Umweltproblemen unserer Zeit bei. Zum Beispiel, weil Regenwälder für Tierfutter-Anbaumöglichkeiten zur späteren Fleischerzeugung abgeholzt werden.

1. Mischköstliche Ernährung

Wer sich omnivor (also mischköstlich) ernährt, isst alles und schränkt sich nicht ein. Ob Obst, Gemüse, Milch, Milchprodukte wie Käse und Joghurt, Vollkornprodukte, Rindfleisch, Fisch, Fett oder Süßigkeiten – alles darf verzehrt werden. Dementsprechend trifft die saloppe Bezeichnung des „Allesfressers“ durchaus zu.

2. Vegane Ernährung

Pflanzliche, vegane Ernährungsform

Veganer*innen konsumieren ausschließlich pflanzliche Kost und verzichten bewusst auf tierische Lebensmittel wie Fleisch, Eier, Milch, Käse, Sahne oder Honig – sowie auf tierische Zutaten wie Gelatine oder Karmin. Wenn Mischköstler*innen als „Allesfresser“ bezeichnet werden, trifft auf die Veganer*innen definitiv der Begriff der „Pflanzenfresser“ zu.

Die vegane Ernährung zählt zu den konsequentesten Ernährungsformen – vor allem, da sie von ökologischen und gesundheitlichen, aber vor allem von ethischen Motiven angetrieben wird. Schlussendlich möchte man die Nutzung von Tieren oder tierischen Produkten in allen Lebensbereichen vermeiden.

3. Vegetarische Ernährung

Vegetarier*innen konsumieren vorwiegend pflanzliche aber auch tierische Lebensmittel. Sie achten darauf, keine „Produkte“ von getöteten, sondern nur von lebenden Tieren zu essen. Deshalb verspeisen sie beispielsweise Lebensmittel wie Milch, Milchprodukte wie Käse und Joghurt, Eier und Honig – verzichten aber auf den Verzehr von Fleisch.

Es gibt jedoch unterschiedliche Arten der vegetarischen Ernährung:

  • Lacto-Vegetarier*innen: Sie ernähren sich weitestgehend pflanzlich, verzichten auf Fleisch, Fisch und auch Eier, konsumieren aber Milch und Milchprodukte.
  • Ovo-Vegetarier*innen: Sie konsumieren pflanzliche Lebensmittel und auch Eier, verzichten jedoch auf andere tierische Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch, sowie Milchprodukte wie z.B Käse und Joghurt.
  • Ovo-Lacto-Vegetarier*innen: Überwiegend essen sie pflanzliche Speisen – Eier, Milch und Milchprodukte sind für sie jedoch auch in Ordnung.
  • Ovo-Lacto-Pisce-Vegetarier*innen: Sie essen neben pflanzlicher Kost auch tierische Eier, Milchprodukte und auch Fisch. Per Definition sind sie dann eigentlich Mischköstler.
  • Teil-Vegetarier*innen: Auch sie sind streng genommen Mischköstler, da sie sich zwar überwiegend fleischlos ernähren, jedoch hin und wieder auch Mal Fleisch und Fisch zu sich nehmen.

Tipp: Die rein pflanzliche, vegane Ernährungsform ist im Grunde eine sehr strikte Form des Vegetarismus. Wusstest du, dass es jedoch einen wesentlichen Unterschied zwischen rein pflanzlicher Ernährung und dem Veganismus gibt? Im verlinkten Artikel erläutere ich ihn dir.

4. Flexitarische Ernährung

Flexitarier*in ernähren sich überwiegend vegetarisch und schränken ihren Konsum von Tierfleisch bewusst sein, verzehren aber hin und wieder Fleisch. Dabei wird (meist) ein größeres Augenmerk auf eine hohe Qualität gelegt.

Hinweis: Flexitarier*innen erkennt man meist daran, dass sie nur sehr wenig und dann auch nur „gutes“ Fleisch konsumieren. Meiner Meinung nach zählt sie zu den unkonkretesten und wie der Name schon sagt, flexibelsten Ernährungsformen.

5. Pescetarische Ernährung

Pescetarier sind Vegetarier, die aber Fisch essen

Wer sich dem Pescetarismus verschreibt, verzichtet bei den eigenen Mahlzeiten zwar auf das Fleisch von gleichwarmen Tieren, wie Kühen, Schweinen oder Hühnern – isst jedoch gerne Fisch. Auch Eier, Milch, Milchprodukte und andere Meerestiere, wie Krebse oder Muscheln, sind bei vielen Pescetariern erlaubt. Vereinfacht gesagt: Pescetarier*innen sind Vegetarier, die jedoch Fische und andere Meerestiere essen.

6. Frutarische Ernährung

Frutarier*innen ernähren sich ausschließlich von Pflanzenteilen, die von Natur aus schon tot sind bzw. von einer Pflanzen hergegeben wurden, ohne dass diese zerstört werden musste. Die frutarische oder auch fructarische Ernährungsform spricht sowohl Tieren als auch Pflanzen ein artgerechtes Leben zu und ist damit in der Theorie sogar noch konsequenter als die vegane Ernährung. Die Motivation hinter diesem Extra-Schritt ist meist ökologischer und nicht ethischer Natur.

Gut zu wissen: Nach derzeitigem, wissenschaftlichen Kenntnisstand haben Pflanzen keine Gefühle, da sie nicht wie Tiere, über ein zentrales Nervensystem verfügen.

7. Klimatarische Ernährung

Als Klimatarier*in ernährt man sich so, dass für das eigene Essen möglichst wenige Klimagase ausgestoßen werden, die das Umweltproblem des Klimawandels vorantreiben. Deshalb werden vor allem aussortierte, regionale und saisonale Lebensmittel bevorzugt, die überwiegend pflanzlicher Natur sind, da die für Mahlzeiten ausgestoßenen CO2-Äquivalente abnehmen, je geringer der Fleischanteil ist.₁

8. Carnivore Ernährung

Carnivor*innen ernähren sich ausschließlich von tierischem Gewebe, sowie von Wasser. Etwas weicher ausgelegt, dürfen neben (oft rohem) Fleisch auch tierische Produkte wie Eier, Butter, Käse oder Milchprodukte gegessen werden. Diese Ernährungsform der reinen Fleischesser ist noch weitgehend unerforscht und oft dadurch motiviert, gut als provokanter Gegentrend gegenüber der veganen Ernährungsweise zu fungieren.

9. Laktosefreie Ernährung

Laktose ist ein Zucker und ein natürlicher Bestandteil von tierischer Milch, wie z.B. Kuhmilch, Schafsmilch und Ziegenmilch. Bei einer laktosefreien Ernährungsform verzichten Menschen auf den Konsum tierischer Milch und aller tierischen Milchprodukte. Der ausschlaggebende, gesundheitliche Grund dafür ist in der Regel eine ausgeprägte Laktoseintoleranz der Betroffenen.

Gut zu wissen: Ein Lebensmittel gilt als laktosefrei, wenn es auf 100 g weniger als 0,1 g Laktose enthält.

10. Rohköstliche Ernährung

Als Rohkost bezeichnet man Nahrung, die vor dem Konsum weder weder gekocht, gebacken, gebraten, noch pasteurisiert oder anderweitig erhitzt wird. Bei der Rohkost-Ernährung dürfen dementsprechend ausschließlich ungekochte Lebensmittel gegessen werden. Rohköstler essen vor allem Gemüse, Obst, Blattgrün, Nüsse, Samen, Pilze und Kräuter – aber je nach persönlicher Auslegung auch rohen Fisch und rohes Fleisch.

11. Clean Eating

Die Ernährungsform des Clean Eatings erlaubt nur weitestgehend natürliche, pflanzliche und tierische Lebensmittel – also keine künstlichen Zusätze, kein Industriezucker, keine Süßigkeiten, kein Fast Food und keine Fertiggerichte. Gekocht wird frisch, also so natürlich wie möglich. Erlaubt sind daher alle „frischen“ Lebensmittel – wie beispielsweise Obst und Gemüse, Bio-Fleisch, Hülsenfrüchte, Joghurt, Milch oder Vollkorngetreide.

12. Slow Food

Slow Food als nachhaltiger Ernährungstrend

In der Slow Food Bewegung isst und genießt man sein Essen vor allem langsam, bewusst und regional. Verzehrt werden überwiegend pflanzliche Produkte – doch auch tierische Lebensmittel sind möglich. Diese gesunde und relativ nachhaltige Ernährungsform ist eine Gegenbewegung zum eher ungesunden, umweltschädlichen und globalisierten Fast Food. Die Motivation dahinter ist unter anderem, den Hunger und das Sättigungsgefühl bewusster wahrzunehmen und das eigene Wohlbefinden zu steigern.

13. Koschere Ernährung

Die koschere Ernährung orientiert sich an jüdischen Speisegeboten der Tora, einem Teil der hebräischen Bibel. In der koscheren Küche dürfen beispielsweise keine Schalen- und Krustentiere, Insekten und auch keine Schweine gegessen werden. Erlaubt sind nur Säugetiere, die vier Füße und gespaltene Hufe haben – und wiederkäuen. Tiere müssen nach jüdischem Glauben vor dem Verzehr vollständig blutleer sein, weshalb die Tiere geschächtet werden. Das bedeutet, dass man sie ohne Betäubung tötet, um sie anschließend ausbluten zu lassen.

14. Halāl

Nach muslimischem Glauben dürften nur die Lebensmittel gegessen und getrunken werden, die nach den islamischen Speisegeboten „halāl“ (übersetzt: erlaubt) sind. Dazu zählen zum Beispiel Eier, Obst und Gemüse, Kuhmilch und auch das Fleisch von geschächteten Hühnern, Rindern oder Schafen. Verboten („harām“) ist hingegen der Konsum von Alkohol und Schweinefleisch.

15. Milcheiweißfreie Ernährung

Wer sich milcheiweißfrei ernährt, verzichtet bei den eigenen Mahlzeiten auf Kuhmilch und Milchprodukte, wie Käse oder Joghurt. Auch Fertigerzeugnisse, die Kuhmilch enthalten, werden gezielt vermieden. Ansonsten gibt es bei der milcheiweißfreien Ernährungsweise keine Einschränkungen. Die Kostform hat vor allem gesundheitliche Gründe – und geht im Regelfall auf eine Kuhmilchproteinallergie der Betroffenen zurück.

16. Low Carb

Low Carb zählt zu den gesundheitsmotivierten Ernährungsformen

Beim Ernährungstrend Low Carb geht es darum, deutlich weniger Kohlenhydrate zu verzehren, als üblich. Oft ernähren sich Menschen so, um auf gesunde weise Gewicht zu verlieren – dementsprechend konsumiert man bei einer Low Carb Diät beispielsweise weniger Pasta, Müsli, Brot, Kartoffeln, Zucker, Reis und Säfte. Grundsätzlich ist der Foodtrend aber vielmehr eine langfristig angelegte Ernährungsentscheidung, um generell fit, gesund und schlank zu bleiben.

17. Paleo Ernährung

Der Paleo Ernährungstrend orientiert sich an all den Lebensmitteln, die schon in der Steinzeit zur Verfügung standen. Dementsprechend wird vor allem auf Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, zuckerhaltige Lebensmittel, sowie Milch und alle Milchprodukte verzichtet. Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse, Nüsse und Meeresfrüchte dürfen hingegen verspeist werden. Ziel ist es in der Regel, durch die Ernährungsumstellung auf Paleo und die Kombination mit einem bewegungsreicheren Alltag, gesünder zu leben.

18. Beegan

Beeganer*innen ernähren sich weitestgehend pflanzlich – Insekten und Insektenprodukte, vor allem Honig, sind jedoch erlaubt. Einfach erklärt sind beegane Produkte vegane Nahrungsmittel, die auch Honig oder Insekten enthalten dürfen.

Tipp: Über den Verzehr von Insekten habe ich dir auch noch einen ausführlichen Artikel geschrieben. Schau gerne Mal rein!

19. Puddingvegetarisch

Als Puddingvegetarier*in ernährt man sich zwar fleischlos, jedoch vermehrt von ungesunden Lebensmitteln, wie Fast Food, Fertigprodukten oder Süßigkeiten. Es sind also eher die ökologischen und ethischen, anstelle der gesundheitlichen Motive, die Puddingvegetarier*innen antreiben.

Es gibt natürlich auch Puddingveganer*innen! Denn auch die vegane Ernährung ist ja nicht automatisch gesund. Man könnte sich schließlich beispielsweise auch vegan nur von Chips und Cola ernähren.

Ernährungsformen verfolgen unterschiedliche Ziele – doch viele sind kombinierbar!

Vergleiche oder Feindseligkeiten zwischen den einzelnen „Anhängern“ der Ernährungsweisen sind überflüssig. Zum einen, weil jeder selbst entscheiden sollte, welche Lebensmittel mit den eigenen Werten und Wünschen im Einklang sind. Und zum anderen, weil die meisten der hier vorgestellten Typen und Trends gut miteinander kombinierbar sind. Man kann beispielsweise ein laktosefreier, koscherer Veganer sein, der die Konzepte des Slow Foods und Clean Eatings bevorzugt.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel wertvolle Infos über die bekanntesten Ernährungsformen in unserer Gesellschaft an die Hand geben konnte. Hast du Fragen, Tipps oder Anregungen? Oder fallen dir noch weitere Typen und Trends rund um unsere Mahlzeiten ein? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar!

Bleib‘ sauber,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Du willst etwas weniger Fleisch essen oder vegan leben? In den verlinkten Artikeln erhältst du jede Menge Tipps dazu. Viel Erfolg!

Quellenangaben:
₁ Peter Scarborough, Paul N. Appleby, Anja Mizdrak; u.a. (2014): Dietary greenhouse gas emissions of meat-eaters, fish-eaters, vegetarians and vegans in the UK, abrufbar unter https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25834298. [29.04.2022].

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Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

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