Wenig Fleisch essen Argument gegen Veganismus

„Ich esse nur ganz wenig Fleisch“ als Argument gegen Veganismus

Christoph Schulz Blog, Ernährung, Vegan, Vegetarisch Leave a Comment

Kommt dir das Argument „Ich esse nur ganz wenig Fleisch – und wenn, dann nur von glücklichen Tieren“ bekannt vor? Vielleicht hast du es auch schon einmal gehört oder sogar selbst gesagt. Ich habe es früher definitiv immer eher unbewusst genutzt, um mir ein etwas besseres Gewissen zu machen. Doch ist das als Flexitarier und Teilzeitvegetarier wirklich gerechtfertigt? Zudem lässt der Fakt, dass wir Deutschen durchschnittlich 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr essen₁, Raum für Zweifel daran, dass man wirklich nur wenig Fleisch isst.

Hier möchte ich jetzt deshalb hinterfragen, ob das Argument „Ich esse nur wenig Fleisch“ sinnvoll ist – und ob man wirklich sicherstellen kann, ob das Fleisch von glücklichen Tieren stammt. Auf geht's!

Warum es es inkonsequent ist, nur noch wenig Fleisch zu essen

Früher habe ich auch immer gedacht, dass das ein guter Kompromiss ist. Und tatsächlich ist es auch ein wichtiger Schritt, Fleisch wieder zu etwas Besonderem und nicht weiterhin zu etwas Täglichem zu machen. Je nach persönlichem Motiv zeigt man ja schließlich, dass einem das Tierwohl, die Umwelt und die eigene Gesundheit wichtig sind. Doch zum einen lässt sich „nur wenig Fleisch“ schwer definieren und kontrollieren, zum anderen lebt man weiterhin auf Kosten von Tieren, der Umwelt und der eigenen Gesundheit. So oder so muss ein Tier für dich umgebracht werden. Die Kuh, von der du nur wenig isst, muss auch für dich auf der Weide stehen. Sie muss Sojaschrot fressen, für das die Regenwälder abgeholzt werden – und sie stößt Methan aus, dass wesentlich zum Klimawandel beiträgt.

Und auch wenn du wenig Fleisch isst, isst du weiterhin regelmäßig etwas, dass nachgewiesen nicht gesund für deinen Körper ist, Antibiotika enthält und beispielsweise die Gefahr für Herzerkrankungen gegenüber einer pflanzlichen Ernährung verdreifacht.₂

Woher weiß man überhaupt, dass ein Tier glücklich war?

Wie kann man sich absolut sicher sein, dass all das Fleisch von glücklichen Tieren stammt? Schließlich kommen etwa 98 Prozent des Fleisches in Deutschland aus der Massentierhaltung.₃ Der Bio-Anteil von Fleisch- und Wurstwaren liegt bei nur knapp 2 Prozent₄ – und auch Bio-Produkte können ja in einer Intensivtierhaltung erzeugt worden sein. Fragen wir den Metzger unseres Vertrauens also auch, woher das Futter kommt, wie hoch der Antibiotika-Anteil im Fleisch ist, wie dunkel und eng der Stall war? Das wäre doch jedes Mal ziemlich kompliziert an der Fleischtheke. Falls wir diese Fragen nicht stellen, haben wir jedoch keine Garantie, dass das Fleisch gesund für deinen Körper ist und von „glücklichen Tieren stammt“.

Es wäre also unglaublich einschränkend, konsequent darauf zu achten, nur noch Fleisch von „glücklichen“ Tieren zu essen. Da ist es noch wesentlich einfacher, direkt vegan zu leben und gar keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren. Dann wäre das Tier definitiv glücklich, da es nicht für einen unmoralischen Grund vergast, geschreddert oder zerstückelt werden müsste. 

Aber abgesehen davon, dass man sich nur schwer sicher sein kann: dein Hund ist ja auch ein glückliches Tier – sollte man ihm deshalb das Leben nehmen? Warum sollte man das dann einer Kuh, einem Schwein oder einem Huhn antun? Am Ende gibt es schlichtweg kein Tier, dass gerne sterben will. Doch auch, wenn du nur wenig Fleisch isst, verliert das Tier für dein Verlangen nach Fleisch sein Leben. 

Tipp: Mehr über die Emotionalität von Tieren, erfährst du im verlinkten Beitrag.

Wenig Fleisch zu essen, fordert weiterhin große Opfer

Ich esse nur wenig Fleisch - Kühe

Das Argument „nur wenig Fleisch zu essen“ ist schlichtweg zu schwammig. Meiner eigenen Erfahrung nach, betrachten viele Menschen beispielsweise Fisch oder Wurstscheiben nicht einmal als „Fleisch“. Viele haben bereits vergessen, dass ein Tier dahinter steckt.

Ja, man kann jetzt behaupten, dass Veganismus zu extrem sei – das ist natürlich Ansichtssache. Doch wenn die eigene Ernährung Opfer fordert, weil sie auf Kosten von Umwelt, Tieren und Gesundheit basiert, muss jeder für sich abwiegen, was einem wichtiger ist. Wenn auch du mehr Wert auf deine Gesundheit, das Leben eines Tieres und den Fortbestand unseres Planeten legst, als auf dein persönliches Geschmackserlebnis, dann solltest du einfach ganz darauf verzichten, Fleisch zu essen. Es war noch nie so einfach, wie heute.

Hast du Fragen, Anregungen oder eigene Erfahrungen mit dem Argument „nur wenig Fleisch zu essen“? Dann her damit in den Kommentaren!

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Ich kann dir nur wärmsten empfehlen, diese veganen Dokumentationen anzusehen. Danach kennst du alle Gründe für die pflanzliche Ernährung und bist doppelt und dreifach motiviert, gar keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren. So war es auch bei mir. 🙂

Quellenangaben:
₁ Statista GmbH: Pro-Kopf-Konsum von Fleisch in Deutschland in den Jahren 1991 bis 2019 (April 2020), abrufbar unter https://t1p.de/oorx. [07.05.2020].

₂ National Institutes of Health: Eating red meat daily triples heart disease-related chemical (Stand: 08.01.2019), abrufbar unter https://t1p.de/avcc. [07.05.2020].

₃ Bayerischer Rundfunk: Tierwohllabel – ein Ausweg aus der Massentierhaltung? (05.10.2022), abrufbar unter https://t1p.de/ujyi. [17.07.2020].

₄ Fleischwirtschaft.de: Der Umsatz wächst (Stand: 13.02.2019), abrufbar unter https://t1p.de/60gl. [27.07.2020].

Ich bin Christoph und unterstütze und organisiere Plastikmüll CleanUps auf der ganzen Welt, um den Plastikmüll aus der Natur zu entfernen. Bei CareElite gebe ich dir zusammen mit anderen umweltbewussten Bloggern Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes und vor allem nachhaltiges Leben, mit fantastischen Natur- und Wildlife-Erlebnissen.Wenn du möchtest, dass wir weiter mit voller Kraft an CareElite arbeiten, kannst du uns gern ein paar Taler für die technische Verbesserung der Webseite, CleanUp-Material und neue aufklärende Blogbeiträge in unsere Kaffeekasse werfen. So oder so - danke, dass du da bist!

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