Brutale Milchindustrie - Was jeder wissen sollte

Brutale Milchindustrie – So leiden Kühe für die Produktion von Milch

Du willst wissen, warum die brutale Milchindustrie kritisiert wird? Dann bist du hier genau richtig! In Werbekampagnen heißt es: Milch ist reich an Calcium und Proteinen, sie ist wichtig für die Knochen. Bilder von glücklichen Kühen zieren Werbespots und Produktverpackungen. Die Milchindustrie hat da eine unglaubliche Marketing-Arbeit geleistet. Eine GfK-Umfrage ergab zudem, dass etwa vierzig Prozent der Verbraucher glauben, eine Kuh gäbe immer und einfach so Milch.₁ Doch eigentlich hat die Industrie ihrem gruseligen Treiben in der Milchproduktion nur einen hübschen Schleier verpasst.

In diesem Artikel möchte ich dir 12 Fakten über die brutale Milchindustrie mit auf den Weg geben, bevor du gleich zum Kühlschrank gehst und ein Glas Milch trinkst. Auf geht's!

Hier schon eine kurze Übersicht vorab:

  1. Bullen werden zur Masturbation gezwungen
  2. Kühe werden künstlich befruchtet
  3. Mutterkühen wird das Kälbchen entrissen
  4. Kühe erhalten Antidepressiva und Antibiotika
  5. Männliche Kälbchen werden getötet
  6. Mutterkühe leiden an Euterentzündungen
  7. Enthornung ohne Betäubung
  8. Nach einem Jahr werden Kühe erneut geschwängert
  9. Viele Kühe sehen niemals das Tageslicht
  10. Bullen werden mit Zange kastriert
  11. Kühe werden mit Zange getaggt
  12. Nach etwa 5 Jahren wird die Mutterkuh getötet

Hinweis: Ich spreche hier nur von den ganz normalen Praktiken, die auch von der Industrie selbst so präsentiert werden – und ich verzichte auf Gruselgeschichten von Höfen, auf denen die Tiere vernachlässigt wurden.

12 Fakten über die grausame Herstellung von Kuhmilch, die jeder kennen sollte

Ich kann dieses Schönreden einfach nicht mehr hören. Zum einen, weil auch andere Lebensmittel reich an Calcium und Proteinen sind. Und zum anderen, weil die Produktion von Kuhmilch wirklich grausame Schattenseiten hat. Die Inhalte des Beitrags mögen eklig und abstoßend sein – doch wenn du die Produkte der Industrie konsumierst, solltest du wissen, wie man sie herstellt.

Tipp: Ich verzichte hier sogar darauf, dir hier Bilder aus der Milchindustrie zu zeigen. Doch wenn du dich vollends von der Brutalität in der Milchproduktion überzeugen willst, dann schaue dir das YouTube-Video „Dairy is scary!“ oder die Dokumentationen „Das System Milch“ und „Food Inc.“ an.

1. Bullen werden zur Masturbation gezwungen

Kühe geben erst Milch, wenn sie schwanger sind. Um sie künstlich zu befruchten, braucht es zunächst Bullensamen. Dafür wird der Penis des Bullen per Hand erigiert – die „moderne“ Technik ermöglicht die Erektion und den Samenerguss allerdings auch mit einem elektrischen Ejakulator. Es handelt sich dabei um einen „riesigen Dildo“, der in den Anus des Bullen eingeführt wird, bis dessen Penis erigiert ist und Samen abgibt.

2. Kühe werden gefistet und künstlich befruchtet

Im nächsten Schritt wird die weibliche Kuh künstlich mit dem Bullensamen befruchtet. Auch das macht sie natürlich nicht freiwillig. Sie wird deshalb im sogenannten „Rape-Rack“ festgebunden. Ein Metallkäfig, der übersetzt so viel heißt wie „Vergewaltigungs-Gestell“. Dann wird der Samen mit einem langen Röhrchen in die Vagina der Kuh eingepflanzt. Oft wir das Areal vorher mit einem beherzten Griff und einem überzogenen Plastikhandschuh massiert und gelockert.

Ohne diese gruselige Praktik würde die Kuh erst dann Milch geben, wenn sie sich irgendwann freiwillig mit einem Bullen paart. Diese Zeit hat die ausschließlich auf Profit ausgerichtete, brutale Milchindustrie aber nicht.

3. MUTTERKÜHEN WIRD DAS KÄLBCHEN ENTRISSEN

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Spätestens 48 Stunden nach der Geburt, wird der Mutter ihr Nachwuchs entrissen. Das ist Standard in der Massentierhaltung, damit das Kälbchen der Industrie nicht die Muttermilch wegschlürft. Die Mutterkühe rennen ihrem Nachwuchs hinterher, bis sie schließlich der Zaun daran hindert. Dann rufen sie tagelang nach ihrem Kälbchen.

4. kühe erhalten antidepressiva und Antibiotika

Den eigenen Nachwuchs zu verlieren, ist für Kühe eine traumatische, psychische Belastung. Deshalb erhalten viele Kühe Antidepressiva. Damit die Tiere die Zeit in den engen und dunklen Ställen auch physisch möglichst unbeschadet überstehen, bekommen sie zudem Antibiotika. Medikamente, die auch als Rückstände in Milchprodukten nachgewiesen worden sind.

5. MÄNNLICHE KÄLBCHEN WERDEN GETÖTET

Brutale Milchindustrie - Kälbchen von Mutter getrennt
Männliche Kälbchen werden unmittelbar nach ihrer Geburt getötet / © PETA Deutschland e.V.

Den weiblichen Kälbchen droht das gleiche Milchmaschinen-Schicksal wie ihrer Mutter. Männlichen Kälbchen schneidet man jedoch kurze Zeit nach ihrer Geburt die Kehle durch – um sie zu Fleisch zu verarbeiten. Wenn es also Kalbfleisch bei euch gibt, dann nur, weil das kleine Kälbchen keine Milch geben kann und deshalb keinen Wert für die Industrie hat.

6. Kühe leiden an Euterentzündungen

Weil sie immer wieder geschwängert werden, leiden viele Kühe unter Brustdrüsenentzündungen. Das ist auch der Grund dafür, dass Eiter und Blut oft in Milch nachgewiesen werden, weil sie während der Produktion nicht vollständig herausgefiltert werden können. Ein gewisser Anteil ist sogar erlaubt! In Milch der Klasse 1 dürfen beispielsweise gemäß der Milchgüteverordnung 1980 (letzte Änderung: 2010) 100.000 Keime pro ccm Kuhmilch (bei 30° Celsius) enthalten sein.₂

Hinweis: Es gibt sogar Messen, auf denen „Turbo-Kühe“ mit prallen Eutern wie ein Produkt und nicht wie ein fühlendes Lebewesen präsentiert und versteigert werden.

7. ENTHORNUNG OHNE BETÄUBUNG

Damit die Kühe im Stall weniger Platz brauchen und sich nicht selbst verletzen werden sie mit einem Brenneisen, einem Ätzstift, einem Sägedraht oder einer Zange enthornt. Diese Praktik der brutalen Milchindustrie hat ausschließlich wirtschaftliche Gründe. Eigentlich sind solche Eingriffe an Tieren ohne Betäubung nicht zulässig. Bis sie sechs Wochen alt sind, dürfen Kälber laut deutschem Tierschutzgesetz allerdings ohne Betäubung enthornt werden.

8. Nach einem Jahr werden Mutterkühe erneut geschwängert

Milchkühe pressten Mitte des 20. Jahrhunderts noch 2.349 Liter pro Jahr aus ihren Eutern – heute sind es mit 8.059 Litern deutlich mehr als das Dreifache – und 26 Liter Milch am Tag.₃ Das ist vor allem möglich, weil man Milchkühe bereits kurz nach der Geburt ihres Nachwuchses erneut künstlich befruchtet – ob sie wollen oder nicht. Sie sind in einem brutalen Kreislauf gefangen.

9. Viele Kühe sehen niemals Tageslicht

Dunkler, dreckiger Kuhstall
Kühe in einem dunklen und dreckigen Stall / © PETA Deutschland e.V.

Rund die Hälfte der Kühe in Deutschland sieht niemals das Tageslicht.₄ Sie dürfen nicht ein einziges Mal in ihrem leben einen Fuß auf die grüne Weide setzen. Ihr gesamtes Leben verbringen sie unter physischen und psychischen Qualen in dunklen Ställen. Und das Ende ihres Lebens ist bereits vorprogrammiert.

10. Bullen werden mit einer Zange kastriert

Um zu verhindern, dass Bullen mit „minderwertigem“ Erbmaterial weibliche Kühe decken, werden sie mit einer Kastrationszange brutal kastriert. Man versucht die Tiere auf diese Weise besser unter Kontrolle zu halten. Bei jungen Tieren ist die Kastration sogar ohne Betäubung erlaubt.

11. Kühe werden getaggt

In der Massentierhaltung „untersagt“ schon allein der Effizienz-Gedanke die Vergabe von echten Namen an die Tiere. Stattdessen erhalten sie kurz nach ihrer Geburt Ohrmarken. Dafür wird mithilfe einer „Ohrmarkenzange“ ohne Betäubung ein Loch in die Ohren der Tiere gestochen.

12. Schon nach etwa 5 Jahren wird die Mutterkuh geschlachtet

Wenn die Kuh nicht zuvor schon vor Erschöpfung zusammengebrochen ist und mit einem Kran lebendig abtransportiert und entsprechend früher als geplant getötet wurde, wird sie etwa nach 5 Jahren getötet₅, weil sie dann nach vielen Schwangerschaften einfach keine Milch mehr gibt. Die Lebenserwartung einer Milchkuh liegt eigentlich bei etwa 25 Jahren.₆

In der Regel findet die Tötung mit einem Schlachtschussapparat wie einem Bolzenschussgerät oder auch einer Feuerwaffe statt. In vielen Fällen sind die Tiere aber noch lebendig und bei Bewusstsein, wenn ihnen die Kehle, an der Decke hängend, aufgeschnitten wird.

Auch Milchkühe enden als Fleisch auf dem Teller. Deshalb stimmt es auch nicht wenn jemand behauptet, dass „für Milch ja keine Tiere getötet werden„. Ich persönlich finde die Milchindustrie sogar noch brutaler als die Fleischindustrie. Warum? Um Fleisch zu erhalten, werden Kühe „nur“ getötet. Für die Produktion von Milch müssen sie aber unendliches Leid ertragen, bevor sie dann ebenfalls getötet werden. Die Brutalität in der Milchproduktion ist auch der Grund dafür, warum es meiner Meinung nach nicht reicht, Vegetarier zu sein.

Du findest die Milchindustrie brutal? Das kannst du dagegen tun

Wir sehen das Unheil hinter verschlossenen Türen der Massentierhaltungen nicht! Einfach, damit wir beruhigt unser Kalbfleisch und den saftigen Rinderbraten genießen können.

Nachdem ich dir die brutale Milchindustrie etwas bildlicher beschrieben habe, sollten wir meiner Meinung nach gar nicht damit anfangen zu überleben, wie man Milch tierfreundlicher und gesünder produzieren kann. Wenn solche unmenschlichen Praktiken notwendig sind, um sie herzustellen, sollten wir einfach auf alternative Milchprodukte umsteigen.

Hier sind drei Dinge, die du tun kannst, damit Kühe, aber auch Schafe, Ziegen und andere Tiere, deren Milch wir Menschen aktuell noch trinken, nicht mehr leiden müssen.

Verzichte auf Milchprodukte oder ersetze sie pflanzlich

Wer dieser Industrie ein Ende setzen will, sollte sie mit keinem einzigen Cent mehr unterstützen. Der Umstieg ist so unglaublich einfach, wenn du die Alternativen für Milchprodukte kennst. Hier einige Beispiele:

  • Milch: Steige zum Beispiel auf Soja-, Mandel-, Hafer oder Reismilch um. Die Supermarkt-Regale sind voll von pflanzlichen Milchalternativen.
  • Butter: Steige auf Butter aus pflanzlichen Ölen und Fetten oder auf klassische Pflanzenmargarine um.
  • Käse: Es gibt unglaublich leckere Käse-Alternativen aus Mandeln, Kokosöl und anderen pflanzlichen Inhaltsstoffen. Wirklich für alle Formen von Käse!
  • Joghurt: Auch veganen Joghurt musst du nicht lange im Kühlfach deines Supermarktes suchen. Genieße ihn beispielsweise auf Soja-Basis.
  • Sahne: Es gibt sowohl vegane Sprüh- als auch Schlagsahne, sodass du auf wirklich nichts außer auf Tierquälerei und Tierleid verzichten musst.

Veränderungen fallen uns schwer, schon klar. Keinen klassischen Käse mehr zu essen, war für mich persönlich sicherlich die größte Hürde. Zumindest in der ersten Woche – danach war es dann kein Problem mehr. Es ist einfach wichtig, sich mit den Gründen und den Alternativen für den Switch von tierisch zu pflanzlich zu beschäftigen. Mehr darüber erfährst du unter Gründe für Veganismus.

Unterstütze Online-Petitionen

Du solltest eine Online-Petition starten oder bestehende Petitionen unterzeichnen und teilen, wenn du etwas gegen einen bestimmten Missstand oder gegen die gesamte brutale Milchindustrie unternehmen willst.

Mit der Petition „Tierquälerei im Milchbetrieb – Jetzt brauchen wir Deine Hilfe!“ kannst du zum Beispiel direkt einen Anfang machen!

Spreche über deine Gründe

Unterhalte dich mit anderen über deine Gründe, keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren. Verzichte dabei aber darauf, mit dem Finger auf andere zu zeigen und aufdringlich zu sein. Nehme lieber eine abwartende Position ein und erkläre deine Motive, wenn du gefragt wirst. So kannst du beispielsweise auch deine Familie von einer tierfreundlicheren, nachhaltigen Lebensweise überzeugen.

KEINEN CENT MEHR für die Brutale Milchindustrie

Ich hoffe, dass ich dir hier die Brutalität dieser Industrie greifbarer machen konnte. Als ich diese Informationen das erste Mal bekommen habe, war ich geschockt – und auch traurig darüber, dass ich sie etwa 30 Jahre meines Lebens unterstützt habe.

Neben der Ethik gibt übrigens noch mehr Gründe dafür, dass Veganer keine Milch trinken! Diese sind vor allem ökologischer und gesundheitlicher Natur. Wir sind einfach nicht dafür gemacht, die Milch von Kühen zu trinken. Etwa 75 Prozent der Weltbevölkerung verträgt nicht einmal Milch₇ – diese Menschen bekommen ihr Calcium und ihre Proteine einfach aus anderen Lebensmitteln. Du musst also keine Muttermilch mehr trinken und konsumieren! Hundemilch ist für kleine Hunde. Nashornmilch ist für kleine Nashörner. Und Kuhmilch ist für Kälbchen. Ende der Geschichte. 🙂

Hast du Fragen oder Anregungen zu diesem Beitrag über die grausamen Taten in der brutalen Milchindustrie? Dann schreibe mir gern einen Kommentar!

Bleib‘ tierfreundlich,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: In einem separaten Beitrag zeige ich dir, wie du ganz einfach ins vegane Leben starten kannst!

Quellenangaben:
₁ PETA Deutschland e.V. (2015): GfK-Umfrage von PETA zum Thema Milch: Kennen Sie die Antwort?, abrufbar unter https://www.peta.de/themen/milchumfrage. [27.04.2021].

₂ Deutsch-Russischer agrarpolitischer Dialog: Qualitätssicherung in der Landwirtschaft am Beispiel Milch in Deutschland (Juni 2016), https://t1p.de/m0p4. [27.04.2021].

₃ A. Deter: Wieviel Milch gibt eine Kuh (Stand: 29.07.2019), abrufbar unter https://www.topagrar.com/mediathek/fotos/rind/wieviel-milch-gibt-eine-kuh-11667503.html. [27.04.2021].

₄ happy vegan mom: Aus der Reihe…10 Gründe gegen Milch, https://happy-vegan-mom.de/de/aus-der-reihe-10-grunde-gegen-milch-6. [27.04.2021].

₅ F. Enzenhofer: Lasst den Hühnern ihre Eier!, abrufbar unter https://www.veganblatt.com/huehner-eier. [27.04.2021].

₆ P. Carstens: Wie lang Nutztiere leben könnten – und wie alt sie tatsächlich werden, abrufbar unter https://www.geo.de/natur/tierwelt/21383-rtkl-massentierhaltung-wie-lang-nutztiere-leben-koennten-und-wie-alt-sie. [27.04.2021].

₇ N. Muntermann und C. Wawrzyniak: Milchunverträglichkeit (Stand: 30.07.2019), https://t1p.de/cypp. [27.04.2021].

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Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes und vor allem nachhaltiges Leben an die Hand geben.

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