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Haben Veganer Haustiere?

Haben Veganer Haustiere? Wie der Veganismus zu Hund, Katze & Co steht

Du willst wissen, ob Veganer Haustiere haben und wie sie überhaupt zu dem Thema stehen? Dann bist du hier genau richtig! Zunächst einmal: ja, auch so mancher Veganer hat natürlich einen Hund, eine Katze oder ein Kaninchen. Das mag sich auf den ersten Blick mit der veganen Philosophie beißen, die Tiere einfach generell in Ruhe zu lassen und sie nicht als Objekt des menschlichen Nutzens zu betrachten. Wie passen Veganer und Haustiere also dennoch zusammen?

In diesem Artikel möchte ich dir die wichtigsten Informationen um dieses viel und gern diskutierte Thema mit an die Hand geben. Auf geht's!

Vorab findest du hier schon eine kurze Übersicht über den Beitrag:

  1. Zucht
  2. Gründe
  3. Tierfutter
  4. Schlusswort

Hinweis: Ich möchte dir einen Einblick in die Rolle von Haustieren in der veganen Lebensweise vorstellen. Bitte beachte, dass die Informationen natürlich nicht pauschal für alle Menschen und Situationen gelten können.

Warum vermeiden Veganer den Kauf von Haustieren Beim Züchter?

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Veganer möchten Tierquälerei vermeiden. Tiere als Ware herabzuwürdigen führt jedoch früher oder später zwangsläufig zu diesem Leid von Hunden, Katzen, Schildkröten, Papageien, Kaninchen und unzähligen weiteren Tieren, die man in unserer Gesellschaft als „Haustiere“ betrachtet. Die vegane Philosophie macht jedoch keinen Unterschied zwischen Haus- und Nutztieren. Ob Kuh, Schwein, Hund oder Katze – am Ende sind sie alle fühlende Lebewesen, die keiner menschlichen Einordnung und schon gar keinem Speziesismus bedürfen.

Motivierende Tatsachen

  • Tierleid auf den Straßen: Allein in den USA gibt es schätzungsweise etwa 70 Millionen heimatlose Hunde und Katzen, die ums Überleben kämpfen.₁
  • Maßgeschneiderte Zucht: Wir wollen die besten, schönsten und süßesten Tiere. Genau damit verdienen Züchter besonders viel Geld, weshalb sie die Tiere gezielt „wunschgemäß“ züchten.
  • Überfüllte Tierheime wegen Überzüchtung: Da „ungewünschte“ Tiere beim Züchter auf der Strecke bleiben, gibt es zwangsläufig immer mehr heimatlose Tiere. Aufgrund der dadurch ausgereizten Kapazitäten von Tierheimen, werden schlussendlich Millionen von Tieren getötet.₂
  • Verlorenes Interesse: Es gibt auch deshalb so viele wilde Hunden, Katzen und andere ehemalige Haustiere, weil im Zoohandel junge, süße Tiere gekauft werden, an denen viele Menschen im Laufe der Zeit das Interesse verlieren.
  • Kastration und Sterilisation: Um eine solche Übervölkerung mit Haustieren zu vermeiden, streben Veganer die unmittelbare Kastration und Sterilisation der Tiere an.

In der Regel vermeiden Veganer also den Kauf von Haustieren beim Züchter, um die Flut an Zuchttieren und den Profitdrang auf dem Rücken der Tiere zu bändigen. Stattdessen werden genau die Tiere aufgenommen und gerettet, die bereits unter unwürdigen Umständen auf der Erde weilen, weil sie überzüchtet wurden.

Warum haben viele Veganer also Haustiere?

Veganer retten Hunde von der Straße

In der Regel stammen die Haustiere von Veganern also nicht aus der Zucht, sondern aus dem Tierheim, dem Tierschutz oder direkt von der Straße. Dagegen spricht zwar, dass man den Tieren so eine gewisse Verhaltensweise vorgibt. Dafür jedoch, dass sie grundsätzlich – u.a. durch Pflege, Futter, Routine und Sicherheit – eine entscheidende Verbesserung ihrer Lebensumstände erfahren. Es geht bei der Rettung von Tieren nicht darum, dass sie absolut perfekte Umstände vorfinden, sondern darum, dass sie unter verbesserten Umständen leben können. Außerdem wirkt man so der Überzüchtung und der Überpopulation beliebter „Haustiere“ auf der Straße entgegen. Warum? Weil kein weiteres Tier in der Zucht nachrückt und stattdessen ein neuer, freier Platz im Tierheim entsteht.

Als Veganer sollte man sich die folgende Frage stellen, bevor man ein Haustier adoptiert:

Ist die Haltung des Tieres eine Verbesserung gegenüber der aktuellen Alternative? Ist die Antwort „ja“, dürfte die Aufnahme des Tieres auch der veganen Lebenseinstellung entsprechen.

Tipp: Es gibt unglaublich viele, großartige Tierschutzorganisationen und kleine Vereine, die sich für heimatlose Tiere stark machen. Dort bekommst du weitere, ausführliche Informationen zur Adoption.

Was Füttern Veganer ihren Haustieren?

Der Fakt, dass beispielsweise für einen Hund Hunderte anderer Tiere als Hundefutter enden müssen, entspricht nicht der ethisch-motivierten, veganen Lebensweise. Doch auch wenn er vom Wolf abstammt, ist der Haushund kein Fleischfresser mehr, sondern ein Allesfresser. Magen und Darm haben sich im Laufe der menschlichen Domestikation an den Menschen angepasst, weshalb man Hunde auch vegan ernähren kann. Es gibt sogar unterschiedliche, rein pflanzliche Alleinfuttermittel, die mit allen essentiellen Nährstoffen angereichert sind.

Wir haben unsere Hündin aus Rumänien aufgenommen und sie unter tierärztlicher Aufsicht vorsichtig an eine möglichst vegetarisch-vegane Ernährung herangeführt. Dazu rate ich dir unbedingt, um etwaige Fehler zu vermeiden.

Hinweis: Unter nachhaltige Hundehaltung erhältst du weitere Informationen. Eine vegane Ernährung funktioniert aber nicht bei allen Haustieren. Suche hierzu unbedingt das Gespräch mit dem Tierarzt oder anderen Experten, um die Bedürfnisse deines Haustieres vollständig zu erfüllen.

Selbstverständlich haben auch Veganer HAustiere

Hund und Katze kuscheln zusammen

Dem scheinbaren Widerspruch zum Trotze, halten also auch Veganer Haustiere. Dies ist vor allem dann sehr gut mit der veganen Philosophie vereinbar, wenn man die Tiere in ein besseres Leben adoptiert, um gleichzeitig der Überzüchtung entgegenzuwirken. So sorgt man außerdem automatisch dafür, dass Hunde, Katzen und Tiere im Allgemeinen in unserer Gesellschaft weniger und irgendwann gar nicht mehr als Ware betrachtet werden.

Seit 2011 ging die Zahl von heimatlosen Tieren, die eingeschläfert und getötet wurden, glücklicherweise konstant zurück.₃ Das immer mehr Menschen Hunde, Katzen und andere streunende Tiere adoptieren, macht also Hoffnung für die Zukunft.

Hast du Fragen oder eigene Erfahrungen mit der veganen Einstellung zu Haustieren gemacht, die du teilen möchtest? Dann schreibe mir einfach einen Kommentar.

Bleib‘ tierfreundlich,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Du willst wissen, warum ich vegan lebe? im verlinkten Beitrag lernst du jetzt alle wichtigen Motive kennen. Viel Spaß!

Quellenangaben:
₁ PETA: Companion Animal Overpopulation, abrufbar unter https://www.peta.org/issues/animal-companion-issues/overpopulation. [26.10.2021].

₂ American Society for the Prevention of Cruelty to Animals. „Pet Statistics.“ Web Accessed February 26, 2015.

₃ Earthling Ed: Why don't vegans buy pets?, YouTube, 08.11.2020, Web, 26.10.2021 um 08:32 Uhr, in: http://y2u.be/g8Thb4E8_HY.

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Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

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