Wirkung und Psychologie des Minimalismus

Die Psychologie des Minimalismus – 5 Gründe, warum er dich glücklicher macht

Simon Rösgen Blog, Gesundheit, Konsum Leave a Comment

Was ist die Psychologie des Minimalismus – und wie wirkt dieser, auf das wesentliche beschränkte Lebensstil auf unsere Gefühle? Wenn du dir diese Fragen beantworten möchtest, bist du hier genau richtig! Minimalismus – viele Menschen verbinden mit diesem Wort die Sehnsucht nach einem einfachen, bescheidenen und geordneten Leben. Gelebter Minimalismus hat dabei viele Facetten und reicht vom Ausmisten der Wohnung bei manchen Menschen bis hin zum kompletten Loslösen von der Konsumgesellschaft bei anderen.

Doch wie ist seine psychologische Wirkung? Welche positiven Effekte hat der Minimalismus auf die eigene Psyche, wenn man sein Leben ein Stück weit danach ausrichtet? Macht er uns wirklich glücklicher? In diesem Artikel werden ich dir diese Fragen genau beantworten.

Minimalismus Psychologie – Die Wirkung auf unsere Gefühlswelt

Der Duden definiert es als „bewusste Einschränkung auf das Nötigste.“ Wer genauer hinschaut, erkennt hinter dem Minimalismus jedoch mehr als das: Eine Lebenseinstellung und Lebenskunst für sich. Dabei gewinnt ein minimalistischer Lebensstil immer mehr an Beliebtheit. Während bei vielen Menschen der älteren Generationen Besitz noch ein Zeichen von Wohlstand war, sind den jüngeren Generationen viel mehr Flexibilität, Mobilität und die damit einhergehende Freiheit wichtig.

Gelebter Minimalismus hat definitiv eine Vielzahl psychologischer Vorteile, die ich dir nun näher erläutern werde.

1. Minimalismus gibt den Dingen mehr Bedeutung

Vielleicht besitzt du Dinge, denen du eine ganz besondere Bedeutung beimisst, auch wenn der Gegenstand an sich nicht sonderlich auffällig ist. Vielleicht ein Kuscheltier, dass dich an deine Kindheit erinnert, ein Campingbesteck, dass dich an einen großartigen Urlaub erinnert oder das Geschenk eines lieben Menschen, dass dich jedes Mal an ihn denken lässt. Diese Gegenstände sind so besonders, weil sie eine Geschichte erzählen und du dich ihnen emotional verbunden fühlst.

Gelebter Minimalismus bedeutet auch, auf Dinge zu achten und sie zu pflegen, anstatt sie schnell wegzuwerfen oder zu ersetzen. Lieber wenige Dinge zu besitzen, dafür von hoher Qualität und für den langfristigen Gebrauch, als viel “Wegwerfware”. Der psychologische Grund: Durch die bewusste Beschränkung auf wenige Gegenstände entwickelt sich eine stärkere Verbundenheit zu einzelnen Dingen, denen in Folge dann auch ein größerer Wert beigemessen wird. Du gibst den Dingen die Gelegenheit, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Dies kann zu dem paradoxen Gefühl führen, dass du zwar objektiv gesehen weniger besitzt, dein Besitz sich jedoch als sehr wertvoll anfühlt. Das ist definitiv einer der wichtigsten Aspekte der Minimalismus Psychologie.

2. Minimalismus schafft Ruhe und Gelassenheit

Du kennst es sicher: Du hast deine Wohnung oder dein Zuhause aufgeräumt, gründlich Staub gewischt, die Fenster poliert und den Schrank ausgemistet. Das Gefühl, Ballast abgeworfen zu haben lässt dich wieder durchatmen und lässt auch deine Gedanken aufgeräumter und ordentlicher erscheinen. Plötzlich siehst du manche Dinge in einem anderen Licht. Genau so funktioniert die Psychologie des Minimalismus: Durch die Ordnung im Außen stellt sich auch ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit ein. 

3. Minimalismus fördert den Genuss

Wie soll Minimalismus den Genuss fördern? Für manche erscheint der Gedanke geradezu paradox, verbinden viele Minimalismus doch eher mit dem Lossagen von allen möglichen “Genüssen”. Doch der psychologische Effekt dahinter lässt sich folgendermaßen erklären: Durch die bewusste Beschränkung und Schlichtheit erscheinen die Augenblicke des Genusses umso mehr als etwas Besonderes, etwas abseits deiner Routine. Wenn du dich in deinem Alltag beschränkst und dir ab und zu etwas gönnst oder etwas Besonderes kaufst, wirst du diese Dinge umso mehr genießen können.

4. Minimalismus fördert die Unabhängigkeit

Psychologische Wirkung von Minimalismus

Ein Zitat des Philosophen Prof. Dr. Jürgen Manemann: „Je weniger ein Mensch besitzt, desto unabhängiger ist er von jeglichen Konsumzwängen. In der Gesellschaft spielt der Konsum eine so große Rolle, dass sich viele hinter ihrem Eigentum verstecken und sich darüber definieren.“

Auch dies ist ein wichtiger psychologischer Effekt. Durch die Psychologie des Minimalismus bist du beinahe gezwungen, dich mit dir selbst zu beschäftigen, da du keine Ablenkung und Stimulation mehr im Außen suchen kannst. Wenn du es schaffst, wirst du eine bessere Innensicht bekommen und dich auf persönlicher Ebene weiterentwickeln. 

5. Minimalismus hilft bei der Fokussierung auf soziale Beziehungen

Menschen, die eine „Mediendiät“ machen, das heißt bewusst auf den Konsum von Medien verzichten, berichten einstimmig von folgendem Effekt: Sie hatten wieder mehr das Bedürfnis, soziale Kontakte zu pflegen, wodurch sich häufig ihre sozialen Beziehungen verbessert haben und ihr Leben insgesamt an Qualität gewonnen hat. Denn gelungene soziale Beziehungen sind ein in vielen Studien nachgewiesener Faktor für das Gefühl von Glück. Dazu ein weiteres, passendes Zitat von Jürgen Manemann: „Die Reduzierung auf das Nötigste hilft einem, herauszufinden, was ein gutes Leben bedeuten kann. So kann durch äußere Leere innere Fülle entstehen.“

Minimalismus vs. Werbung – Die Rolle der Wirtschaft

Um die Wirkung auf die Psyche besser zu verstehen, sollten wir noch einen Blick auf den Ursprung des Minimalismus werfen. Woher kommt er überhaupt und warum müssen wir ihn häufig erst „lernen“?

In unserer heutigen Gesellschaft prasseln überall Versprechen der Werbeindustrie auf uns ein. Wir sehen Werbung auf Plakaten, im Fernsehen, mittlerweile nehmen wir sie sogar auf unserem Smartphone mit in unser Zimmer. All diese Werbeversprechen locken uns mit Produkten, deren Kauf unser Leben in irgendeiner Art und Weise besser machen soll. Die Werbung ist dabei mit Absicht psychologisch so gestaltet, dass sie unsere Emotionen aufs Höchste stimuliert. Die Erzeugung von Ekel oder das Präsentieren von attraktiven Körpern sind nur zwei alltägliche Beispiele. Unser Gehirn hat nicht gelernt damit umzugehen und reagiert mit Stress und Überforderung, was die Sehnsucht nach Minimalismus bei vielen Menschen weckt. Viele der Produkte tragen darüber hinaus in keinster Weise dazu bei, dass wir langfristig glücklicher werden. Doch warum werden sie dann überhaupt beworben? 

Werbung geschieht aus dem Grund, dass durch kaufende Menschen das Wachstum der Wirtschaft gefördert wird, und solange die Wirtschaft wächst, lässt die Hoffnung auf ein besseres Leben gesellschaftliche Unterschiede erträglich erscheinen. 

Deshalb gibt es manche Menschen, die sich komplett dem Minimalismus verschreiben und sich von der Konsumgesellschaft lossagen. Dies musst du natürlich nicht tun. Es gibt viele Arten, mit denen du den Minimalismus ganz natürlich in deinen Alltag integrieren und dein normales Leben weiterleben kannst. Diese möchte ich dir abschließend mit auf den Weg geben.

Tipp: „Trenne dich von allem, das dich bremst.“ – wenn du noch mehr Inspiration für einen minimalistischen Alltag gebrauchen kannst, dann wirf gern einen Blick auf die Zitate über Minimalismus.

Nutze die psychologische Wirkung des Minimalismus in deinem Alltag

Ein einfacher Leitsatz: Anstatt auf Besitz, macht es psychologisch mehr Sinn, sich auf Erfahrungen zu konzentrieren. Soziale Beziehungen zu pflegen, die Zeit draußen in der Natur zu genießen, ein Handwerk auszuüben, eine neue Sprache zu lernen. Das alles sind Dinge, die wenig bis gar nichts kosten und aus denen du eine Menge Lebensfreude ziehen kannst.

Überlege dir daher, wie du deinen Besitz reduzieren kannst. Ein weiterer Vorteil: Wer wenig besitzt tendiert dazu, auch wenig Geld zu benötigen. Dies kann darin resultieren, dass du weniger arbeitest und dir mehr Zeit schaffst, die wertvollste Ressourcen des Menschen überhaupt.

Tipp: Schau gerne Mal in den Artikel über das Geld sparen durch Nachhaltigkeit. Dort erfährst du noch einige weitere Gründe, aus denen ein bewusster Lebensstil dein Portemonnaie schont.

Bedenke jedoch dabei: Ein tatsächlicher Mangel, insbesondere an Nahrungsmitteln und physischer Sicherheit, macht auf Dauer unglücklich und depressiv. Der Minimalismus sollte niemals so weit gehen, dass die eigene Gesundheit oder Sicherheit in Gefahr ist.

Muss man also gänzlich auf Konsum verzichten? Auf keinen Fall. Dieser Artikel soll dich vielmehr dazu anregen, deinen Umgang mit Besitz zu hinterfragen, Bewusstsein dafür zu schaffen was wirklich wichtig ist und in deinem Leben zu prüfen, wie die Psychologie des Minimalismus dein Leben bereichern kann. 

Beste Grüße,

Simon

PS: Auch dein Smartphone kannst du minimalistisch nutzen! Hier sind einige Minimalismus Apps, die dir weiterhelfen werden!

Simon ist freiberuflicher Autor und Werbetexter in den Bereichen Psychologie, Gesundheit, Marketing und Reisen. In 2017 machte er sich selbstständig und schreibt seitdem für die bekanntesten Blogs im deutschsprachigen Raum. Er lebt in Wien.

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