Zum Inhalt springen

Soja Vorurteile – Die 10 größten Mythen rund um Tofu und andere Sojaprodukte

Soja Vorurteile – Mythen über Tofu

Du willst alles über typische Soja Vorurteile wissen und in Erfahrung bringen, ob die Mythen rund um Sojaprodukte wie Tofu, Tempeh oder Sojamilch wirklich stimmen? Dann bist du hier genau richtig! Eins vorab: Ich persönlich halte vor allem Tofu für eines der wichtigsten und vielseitigsten veganen Lebensmittel, das den Umstieg vom Fleischfanatiker zum Veganer wesentlich erleichtert. Doch Sojaprodukten eilt derzeit auch ein schlechter Ruf voraus. Eine grundsätzliche Skepsis, sowie eine Vielzahl von Mythen rankt sich um die Nahrungsmittel, die aus der Sojabohne entsprießen.

In diesem Artikel möchte ich mit den vorhandenen Irrtümern und Vorurteilen gegenüber Soja aufräumen – und die größten Mythen über die heiß umstrittene und viel diskutierte Pflanze mit Fakten widerlegen. Auf geht's!

Vorab findest du hier schon eine Übersicht zu den Vorurteilen:

  1. Schmeckt nach nichts
  2. Verzehr ist ungesund
  3. Regenwald wird abgeholzt
  4. Genmanipuliertes Lebensmittel
  5. Hat Schilddrüsenprobleme zur Folge
  6. Bringt Hormonhaushalt durcheinander
  7. Verursacht Brustkrebs
  8. Wird schnell langweilig
  9. Ist der einzige Fleischersatz
  10. Extrem teures Lebensmittel

1. Schmeckt nach nichts

Gewürzter Tofu am Spieß – Soja Vorurteil, dass es nach nichts schmeckt

Tofu schmeckt, als beiße man in einen alten Schuhkarton oder eine wabbelige Schuhsohle… alles schon gehört. Doch stimmt das wirklich? Wenn es so wäre, dann würde ich es wohl eher nicht mehr regelmäßig in allen Farben und Formen in meine Mahlzeiten integrieren. Das „Geheimnis“ liegt in der Würze. Auch das eigentlich geschmacksneutrale Tierfleisch würden wohl nur noch wenige Menschen essen, wenn es nicht „ordentlich gewürzt“ worden wäre.

Mit den richtigen Gewürzen kannst du Tofu ganz einfach so knusprig zubereiten, sodass er dir so richtig schmeckt – versprochen! Sehr gut eignen sich vor allem Curry, Paprika, Knoblauch, Chili, Oregano, Ingwer, Muskat und Kurkuma. Auch Kokosmilch, Sojasauce und Zitronensaft geben Tofu eine weitere leckere, aromatische Note.

2. Verzehr ist ungesund

Ein weiteres Soja Vorurteil ist, dass es beispielsweise die Entwicklung von Säuglingen beeinträchtige und generell ungesund sei. Dieser Irrtum hält sich hartnäckig. Dabei ist beispielsweise Tofu reich an Proteinen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, essentiellen Aminosäuren, Eisen, Calcium, Folsäure, Magnesium, Phosphor, B-Vitaminen und auch Vitamin E – und hat zudem kaum Kalorien.

Tipp: Okay, Tofu mag recht gesund sein. Aber ist die vegane Ernährung vielleicht generell ungesund? Die Antwort erhältst du im verlinkten Artikel!

3. Regenwald wird abgeholzt

Da auf den ersten Blick vor allem Vegetarier und Veganer Sojaprodukte konsumieren und – schon allgemein bekannt – Soja den Regenwald zerstört, ist der Schuldige für viele Fleischesser schnell gefunden. Das für Lebensmittel wie Tofu der Regenwald abgeholzt wird, ist jedoch ein großer Irrtum, der sich wirklich hartnäckig hält. Auch, weil er von der Fleischindustrie und vielen Politikern gern befeuert wird.

Doch tatsächlich enden etwa 80 Prozent der globalen Sojaernte als geschrotetes Tierfutter in der industriellen Massentierhaltung.₁ Etwa 18 Prozent werden zu Bio-Diesel oder Bratöl verarbeitet. Nur aus einem Bruchteil werden Sojaprodukte für den menschlichen Verzehr produziert, die dann in der Regel aus möglichst biologisch angebauten, europäischen Sojabohnen bestehen.

4. Genmanipuliertes Lebensmittel

Soja Vorurteile – Eine Sojabohne auf dem Acker

Es heißt oft, dass in Soja jede Menge Gentechnik steckt. Das ist auch grundsätzlich kein Irrtum! Doch die genmanipulierten Sojapflanzen enden vor allem als Tierfutter in der sogenannten Nutztierhaltung. Schlussendlich sind es also Fleischesser, die über den „Umweg Tier“ genmanipuliertes Soja konsumieren.

Und Tofu & Co. sind nicht genmanipuliert? Auch das kann vorkommen. Doch in Europa müssen gentechnisch veränderte Zutaten in Lebensmitteln ganz klar gekennzeichnet werden – in deutschen Supermärkten ist Tofu meist bio-zertifiziert, womit Genmanipulation ausgeschlossen werden kann.

5. Hat Schilddrüsenprobleme zur Folge

Hin und wieder wird behauptet, dass Soja sekundäre Pflanzenstoffe – die sogenannten Goitrogene bzw. Isoflavone – enthalte und dass diese der Funktion der Schilddrüse schaden und sogar Schilddrüsenkrebs verursachen sollen. Letzteres ist ein irrtümliches Gerücht, dass vor allem auf Einzelfälle zurückzuführen ist, bei denen sich Menschen fast ausschließlich von Sojaerzeugnissen ernährt haben, was natürlich nicht praxisnah ist.

Isoflavone zählen zur Gruppe der Flavonoide – und damit in der Welt der Pflanzenstoffe zu den gesundheitsfördernden Entgiftern, Krebsbekämpfern, Antioxidantien und Entzündungshemmern.₂ Deshalb handelt es sich bei der Verknüpfung von Schilddrüsenproblemen und Tofu um eines von vielen Vorurteilen gegenüber Sojaerzeugnissen.

Tipp: Viele ernährungsbedingte Krankheiten sind auf den Konsum tierischer Lebensmittel zurückzuführen. Um welche es sich handelt, erfährst du im verlinkten Beitrag.

6. Bringt Hormonhaushalt durcheinander

Beispielsweise in Salbei, Hopfen oder eben auch Soja kommen sogenannte Phytoöstrogene (z.B. Isoflavone) vor. Es handelt sich dabei um Pflanzenstoffe, die eine ähnliche Wirkungsweise besitzen, wie die von unserem Körper selbst produzierten Hormone. Sie sind auch in der Lage, den Östrogenspiegel zu erhöhen und zu senken. Dementsprechend wird oft angenommen, dass Phytoöstrogene bei veganer Ernährung – und damit einhergehend der Verzehr von Sojaprodukten – Männer „verweiblicht“ oder sogar unfruchtbar macht.

Nicht fermentierte Lebensmittel enthalten nur geringfügige Mengen hormonell aktiver Isoflavone. Fermentierte Sojaprodukte, wie Tempeh oder Miso, sind reicher an Ivoflavonen, doch auch das hat nur unwesentliche Auswirkungen auf den Hormonhaushalt. Wer sich grundsätzlich in moderaten Mengen und nicht ausschließlich und dauerhaft von Unmengen an Sojaprodukten ernährt, muss sich also im Regelfall keine Sorgen darüber machen, dass der eigene Testosteronspiegel oder die Spermienqualität darunter leidet.

7. Verursacht Brustkrebs

Zu den vielen Soja Vorurteilen gesellt sich auch der Glaube, dass Soja-Isoflavone das Rückfallrisiko von Brustkrebspatientinnen erhöhen. Die aktuelle Datenlage aus epidemiologischen Studien weist aber bisher aber nicht darauf hin, dass der Konsum von Soja die Prognose von Brustkrebspatientinnen verschlechtert.

Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum berichtet, dass ein moderater, täglicher Verzehr von Sojajoghurt, Sojamilch & Co. im Hinblick auf ein möglicherweise erhöhtes Brustkrebsrisiko unbedenklich sei. Es gäbe sogar Hinweise, dass die Gefahr durch sojahaltige Lebensmittel reduziert wird.

8. Wird schnell langweilig

Das Vorurteil, dass Tofu nicht „nach nichts“ schmeckt, hatten wir ja bereits „abgefrühstückt“. Ein weiterer Irrglaube ist, dass es als Teil der eigenen Ernährung ja sehr schnell langweilig werden müsse. Na klar, wenn man Tag für Tag immer nur das Gleiche isst, wird wohl jedes Lebensmittel langweilig.

Doch zum einen ist das in unserer westlichen Welt nicht die Regel – und zum anderen machen unterschiedliche Arten, wie Seiden-, Natur- oder Räuchertofu, sowie verschiedene Zubereitungsformen und unzählige Gewürze das Lebensmittel extrem vielseitig und spannend.

Tipp: Man muss sich eigentlich nur Mal trauen, häufiger in die asiatische Küche hineinzuschnuppern, um die Vielseitigkeit von Sojaprodukten für sich zu entdecken.

9. Ist der einzige Fleischersatz

Sojaprodukte wie Tofu seien der einzige Ersatz für Rindersteaks, Schweineschnitzel und andere, gewohnte Nahrungsmittel aus Tierfleisch. Wirklich? Dabei existieren etliche, pflanzliche Fleischalternativen für Burgerpatties, Hackfleisch, Gyros, Schnitzel, Wurst, Bockwürstchen oder Fleischsalat. Zum Beispiel aus Soja, aber eben auch auf Basis von Weizen, Erbsen, Linsen oder Sonnenblumenkernen. Hinzu gesellen sich „fleischähnliche“ Lebensmittel, wie getrocknete Tomaten oder Austern- und Steinpilze. Man muss eigentlich nur den Weg in die vegane Küche finden, um neue Inspiration zu erlangen. 🙂

Hinweis: Häufig höre ich noch ein weiteres Vorurteil! Dass Veganer ja immer nur Fleischersatzprodukte konsumieren, die wie Fleisch aussehen und schmecken. Das kommt zwar vor – doch Sojaprodukte wie Tofu sind in der Realität viel mehr als nur ein „Ersatz“ – nämlich ein vollkommen eigenes, vielseitiges Lebensmittel.

10. Extrem teures Lebensmittel

Tofu mit Glasnudeln und Pilzen

Hin und wieder höre ich, dass die vegane Ernährung ein Luxusproblem wäre, weil die Lebensmittel so unbezahlbar teuer seien. Doch abgesehen von den „versteckten“ Kosten (Klimawandel, Tierleid, Abholzung der Regenwälder, Umweltflüchtlinge etc.), sorgen vor allem der ermäßigte Steuersatz, staatliche Subventionen und nicht zuletzt das (noch geringe aber stark wachsende Angebot veganer Lebensmittel) dafür, dass tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Käse oft noch günstiger sind. Doch Tofu und Sojaprodukte im Allgemeinen haben eigentlich nur den echten und unverfälschten – und nicht den künstlich kleingehaltenen – Preis.

Hinweis: Manche vegane Fertigprodukte mögen etwas teurer sein. Grundsätzlich zählen rein pflanzliche Produkte, wie Gemüse, Erbsen, Bohnen, Linsen, Reis oder Nudeln jedoch zu den günstigsten Lebensmitteln im Supermarkt.

Vorurteile gegenüber Tofu und Sojaprodukten ablegen und genießen

Sojaprodukte im Supermarktregal sind weder krebserregend, noch wird der Amazonas für sie abgeholzt. Genmanipuliert sind sie im Regelfall auch nicht – dafür schmecken sie (mit der richtigen Würze) unglaublich gut. Ihre Vielfalt sorgt sogar dafür, dass wir Menschen uns nachhaltiger ernähren und unseren Planeten auch für zukünftige Generationen bewahren können.

Wir dürfen nicht vergessen, dass Tofu, Sojasauce, Tempeh und andere Sojaerzeugnisse noch nicht allzu lange Teil der westlichen Ernährung sind. Dementsprechend ist es auch gar nicht verwunderlich, dass Vorurteile bestehen und Falschinformationen umherirren. Wichtig ist jedoch, sich kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen, bevor man sie mit anderen teilt.

Ich hoffe, dass ich in diesem Artikel einige Soja Vorurteile widerlegen und mögliche Antipathien gegenüber Tofu – oder der pflanzlichen Ernährung im Allgemeinen – beseitigen konnte. Und falls nicht: man kann auch ohne Tofu, Sojasprossen und Sojamilch vegan leben. 😉

Hast du Fragen, Tipps oder weitere Mythen parat? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar.

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Du willst direkt etwas mit Soja kochen? Dann probiere dich gern am veganen Tofu Rührei aus! Guten Appetit!

Quellenangaben:
₁ Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt: Warum Sojawurst nicht dem Regenwald schadet (Stand: 01.06.2018). https://t1p.de/jzvz. [03.02.2022].

₂ Carina Rehberg: Soja und die Schilddrüse, abrufbar unter https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/soja-uebersicht/soja-schilddruese. [22.04.2022].

Kaffekasse Verbesserungsvorschläge

* Links mit Sternchen sind sogenannte Affiliate-Links: Wenn du darauf klickst und etwas kaufst, unterstützt du automatisch und aktiv meine Arbeit mit CareElite.de, da ich einen kleinen Anteil vom Verkaufserlös erhalte – und am Produkt-Preis ändert sich dabei selbstverständlich nichts. Vielen Dank für deinen Support und beste Grüße, Christoph!

Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert