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10 nachhaltige Wildblumen, die Garten und Balkon ökologisch aufwerten

Nachhaltige Wildblumen, die Garten und Balkon ökologisch aufwerten

Nachhaltige Pflanzen im Garten und auf dem Balkon sparen Wasser und leisten auch einen wertvollen Beitrag für Insekten und andere Tiere. Wenn du deine Balkonkästen oder Beete naturnah bepflanzen möchtest, brauchst du dafür keine ausgefallenen Spezialgewächse. Oft sind es gerade robuste, heimische Wildpflanzen und Stauden, die mit wenig Pflege auskommen und gleichzeitig Nahrung und Lebensraum bieten.

Viele der passenden Pflanzen bekommt man heute problemlos in Gärtnereien oder im Pflanzengeschäft vor Ort. Wer beispielsweise einen Blumenladen in Nürnberg sucht, kann gezielt nach heimischen, insektenfreundlichen oder mehrjährigen Arten fragen.

In diesem Artikel zeige ich dir jetzt, welche Pflanzen sich für einen nachhaltigeren Garten oder Balkon besonders gut eignen. Auf geht's!

Was macht eine Pflanze wirklich nachhaltig?

Der Begriff der Nachhaltigkeit hat sich über die Zeit leider etwas abgenutzt. Trotzdem steckt dahinter ein klares Kriterien-Set.

Eine nachhaltige Pflanze erfüllt mindestens drei dieser fünf Punkte:

  • Geringer Wasserbedarf (unter 5 Liter pro Woche und Quadratmeter)
  • Heimische Herkunft (kurze Transportwege, angepasst an mitteleuropäisches Klima)
  • Hoher Nährwert für Bestäuber (Nektar und Pollen für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge & Co)
  • Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz (natürliche Resistenz gegen Mehltau, Blattläuse und Schnecken)
  • Mehrjährigkeit (kein jährliches Nachkaufen nötig)

Die 10 besten Pflanzen für ökologisches Gärtnern

Die schöne Blüte der Wilden Malve

Heimische Wildpflanzen sind für einen naturnahen Garten besonders wertvoll, da sich viele Insekten im Laufe der Evolution auf bestimmte Pflanzen spezialisiert haben. Schon mit der richtigen Pflanzenauswahl kannst du deshalb Garten und Balkon ökologisch aufwerten. Die folgenden zehn Pflanzen eignen sich dafür besonders gut.

1. Wilde Malve (Malva sylvestris)

Die Wilde Malve blüht von Juni bis Oktober und bietet mit ihren violett-rosa Blüten zahlreichen Insekten Nahrung. Sie wird etwa 40 bis 120 Zentimeter hoch, mag sonnige Standorte und bevorzugt nährstoffreiche Böden.

2. Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)

Der heimische Natternkopf ist mit seinen blau-violetten Blüten eine wertvolle Nahrungsquelle für Wildbienen und andere Insekten. Er bevorzugt sonnige, trockene und eher nährstoffarme Standorte und ist meist zweijährig, sät sich unter guten Bedingungen aber selbst wieder aus.

3. Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)

Streng genommen ist der Echte Lavendel keine heimische Wildblume, sondern ein mehrjähriger Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum. Seine nektarreichen Blüten sind trotzdem bei vielen Wildbienen beliebt. Die Pflanze kommt mit sonnigen, trockenen Standorten bestens zurecht – und ist auch kübelgeeignet.

Apropos Sträucher! Wenn du bienenfreundliche Beerensträucher suchst, habe ich dir auch dazu eine schöne Liste zusammengestellt. Sie eignen sich alle für den Garten und zum Großteil auch für den Balkon. 🙂

4. Färberkamille (Anthemis tinctoria)

Die heimische Färberkamille blüht leuchtend gelb und ist besonders für Wildbienen und Schwebfliegen interessant. Sie liebt sonnige, eher trockene Standorte und lässt sich ebenfalls im Kübel kultivieren.

5. Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum)

Mit dem Blutroten Storchschnabel hast du eine weitere robuste heimische Staude bei dir im Garten oder auf dem Balkon, die mit ihren Blüten Wildbienen und anderen Insekten Nahrung bietet. Als relativ niedrig wachsende Pflanze (wird etwa 15-50 cm hoch) eignet er sich gut als Bodendecker, aber auch für Kübel und Dachbegrünungen.

6. Wiesen-Salbei (Salvia pratensis)

Der Wiesen-Salbei ist eine heimische Wildstaude und eine unfassbar wertvolle Nahrungsquelle für Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge – das erlebe ich jeden Tag in meinem eigenen Naturgarten. Er liebt sonnige Standorte, verträgt Trockenheit gut und kann nach einem Rückschnitt sogar ein zweites Mal blühen.

7. Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die heimische Schafgarbe ist bei Spaziergängen in der Natur oft am Wegesrand zu sehen. Sie ist ausgesprochen robust und wird liebend gern von Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten als Nahrungsquelle angeflogen. Wenn du sie bei dir pflanzt, dann im besten Fall an einem sonnigen bis halbschattigen Standort.

8. Wegwarte (Cichorium intybus)

Die Wegwarte wurde im Jahr 2009 von der Loki Schmit Stiftung zur Blume des Jahres gewählt – und fällt vor allem durch ihre wunderschönen himmelblauen Blüten auf, die sich meist am Morgen öffnen. Dank ihrer kräftigen Pfahlwurzel kommt die heimische Wildpflanze bestens mit sonnigen, trockenen Standorten zurecht und bietet vielen Wildbienen, Raupen und Schwebfliegen Nahrung.

9. Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum)

Die pink bis purpurfarben blühende Kartäusernelke liebt sonnige, trockene und nährstoffarme Standorte. Als heimische Wildstaude eignet sie sich wunderbar für naturnahe Beete, Steingärten und andere eher magere Flächen. Auch sie ist für den Kübel auf der Terrasse oder dem Balkon wunderbar geeignet.

10. Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)

Ich persönlich liebe den Hornklee, weil er mit seinen kleinen gelben Blüten ein echter Wildbienen- und Schmetterlingsmagnet zugleich ist. Der Hornklee bevorzugt sonnige Standorte, verträgt magere Böden und kann mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden.

Ein Schmetterling am Hornklee

Worauf achten beim Pflanzenkauf?

Herkunft zählt mehr als der Preis. Pflanzen aus regionalen Gärtnereien haben kürzere Transportwege und sind oftmals besser an die Bedingungen vor Ort angepasst. Versuche die ökologisch wertvollere Wildform der Pflanze zu bekommen – und möglichst keine Zuchtsorte.

Achte beim Kauf außerdem auf eine möglichst ökologische Aufzucht und torffreie Erde. Schließlich zerstört der Torfabbau wertvolle Moore, die als natürliche Kohlenstoffspeicher eine wichtige Rolle für den Klimaschutz spielen.

Beim Kauf lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf das Substrat. Gute torffreie Erde enthält zum Beispiel Kompost, Rindenhumus oder andere Torfersatzstoffe. Auch online lassen sich passende Pflanzen finden – zum Beispiel über Portale wie MyGlobalFlowers oder direkt bei spezialisierten Wildpflanzen-Gärtnereien.

Wichtiger Tipp: Schau vor dem Kauf unbedingt im Steckbrief der favorisierten Pflanze auf NaturaDB nach, ob sie tatsächlich heimisch ist und welchen Wert sie für Wildbienen und andere Insekten hat. Denn „bienenfreundlich“ heißt nicht automatisch, dass auch viele heimische Wildbienen profitieren. Leider wird man diesbezüglich auch im Gartencenter nicht immer korrekt beraten.

4 wertvolle Tipps für den Start

Es gibt ein paar Dinge, die viele Neu-Gärtner:innen falsch machen. So müssen zum Beispiel nicht alle zehn Pflanzen gleichzeitig in den Kasten oder ins Beet. Fang lieber ruhig klein an und erweitere deinen nachhaltigen Balkon oder Garten nach und nach.

Hier sind abschließend noch ein paar Tipps, die du von Anfang an beherzigen solltest:

  1. Achte auf den Standort: Sonnenliebende Arten wie Natternkopf, Wiesen-Salbei oder Kartäusernelke brauchen einen entsprechend sonnigen Platz.
  2. Säe Wildblumen zur richtigen Zeit: Je nach Art eignet sich die Aussaat im Frühjahr oder Herbst. Beachte dazu am besten die Hinweise auf dem Saatgut. Da Storchschnabel und Schafgarbe früh starten, kannst du sie schon im März pflanzen. Lavendel und Wiesensalbei kannst du im Mai als Jungpflanzen ergänzen.
  3. Gib den Pflanzen ausreichend Platz: Gerade mehrjährige Wildstauden können sich mit der Zeit ordentlich ausbreiten. Im Balkonkasten solltest du deshalb lieber etwas großzügiger planen.
  4. Hab ein bisschen Geduld: Ein naturnaher Garten muss nicht sofort perfekt aussehen. Viele Wildpflanzen entwickeln sich erst mit der Zeit und können sich am passenden Standort selbst aussäen.

Auch auf einem kleinen Balkon kannst du mit wenigen Pflanzen anfangen. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern eine abwechslungsreiche Auswahl, die zum jeweiligen Standort passt und möglichst über viele Monate hinweg Nahrung für Insekten bietet.

Nachhaltige Wildblumen pflanzen – und das Summen und Brummen genießen

Nach meiner Erfahrung scheitern die meisten Garten- und Balkonprojekte nicht am Wissen, sondern am Zögern. Dabei reichen schon wenige heimische Wildpflanzen für den Anfang. Ökologisch zu gärtnern heißt schließlich nicht, auf schöne Blumen zu verzichten, sondern sie bewusster auszuwählen.

Vielleicht hast du ja jetzt schon einen Favoriten aus diesem Artikel, mit dem du deinen Garten oder Balkon direkt ein bisschen naturnäher gestalten möchtest. 🙂

„Schau tief in die Natur, und dann wirst du alles besser verstehen.“

Albert Einstein (mehr unter Natur Zitate)

Ich hoffe, dass ich dich mit diesem Artikel für heimische Wildpflanzen begeistern konnte. Hast du Fragen, weitere Pflanzentipps oder eigene Erfahrungen? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar.

Bleib gartenbegeistert und nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS: Wenn du noch einen Schritt weitergehen möchtest, schau dir als Nächstes unbedingt meine Tipps für einen bienenfreundlichen Garten an.

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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler, Aktivist und Autor und setze mich hier bei CareElite gegen die Umweltprobleme unserer Zeit und für eine möglichst bewusste und nachhaltige Lebensweise in unserer Gesellschaft ein.

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