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Nachhaltige Kfz-Versicherung – Darauf musst du achten

Nachhaltige Kfz Versicherung

Auf der Suche nach einer nachhaltigen Autoversicherung? Für viele ist die Beziehung zum Auto wie eine Hassliebe. Sie lieben die Mobilität, aber hassen die Umweltverschmutzung. Doch wie lässt sich das Dilemma nur lösen? Absolut autofrei leben? Kaum machbar, schon gar nicht auf dem Land ohne öffentliche Anbindung. Die realistischere Alternative um Mobilität und Umweltschutz zu vereinen, sind ein umweltfreundliches Auto und grüner Fahrstil in Kombination mit einer nachhaltigen Kfz-Versicherung. Bleibt nur noch die Frage: Woran erkenne ich eine umweltfreundliche Autoversicherung?

In diesem Artikel werde ich dir diese Frage beantworten. Und dir zeigen, worauf du bei einer umweltfreundlichen Kfz-Versicherung achten solltest. Auf geht's!

Warum eine nachhaltige Autoversicherung?

Keine Frage: der Klimawandel und die Luftverschmutzung zählen zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Ein erster wichtiger Schritt zu einer nachhaltigeren Lebensweise unserer Gesellschaft ist daher die Reduktion der Treibhausgase. Vor allem bei Kohlenstoffdioxid (CO2) herrscht akuter Handlungsbedarf – runter mit dem CO2-Ausstoß.

Die aktuelle CO2-Bilanz gibt uns zu denken: Allein in Deutschland kommen pro Jahr und pro Kopf durchschnittlich 9,2 Tonnen CO2 zusammen₁ – eine besorgniserregende Entwicklung. Hauptschuldiger an dem hohen CO2-Verbrauch ist immer noch die Mobilität. Europaweit ist der Verkehr für fast 30 Prozent der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich, von denen 72 Prozent auf den Straßenverkehr entfallen.₂ Der private Pkw-Verkehr ist also ein massiver, relevanter Faktor. Wer nachhaltiger Leben will, sollte gezielt daran arbeiten.

Augen auf bei den Klimaschutzprojekten

Windräder beim Sonnenuntergang

Klimaschutz ist nicht immer gleich Klimaschutz. Viele Versicherungen nutzen den Begriff bewusst zum Greenwashing. In anderen Worten: Sie rühmen sich lauthals mit ihrem vorbildlichen Beitrag zum Klimaschutz, um neue umweltbewusste Kunden für sich zu gewinnen. Doch nicht selten handelt es sich hier nur um reine PR. Es geht nicht primär um die Umwelt, sondern um das eigene Image.

Umso mehr Aufmerksamkeit hat sich der Klimaschutz bei angeblich nachhaltigen KfZ-Versicherungen verdient. Informiere dich also lieber noch einmal mehr über die angepriesenen Klimaschutzprojekte, bevor du einen Vertrag abschließt. Welche Projekte sind es genau? Kommt das Geld auch wirklich bei den Organisationen an? Welche Erfolge wurden bislang erzielt? Wie lange gibt es die Organisation schon – Newbie oder alter Hase? Schon eine kurze Online-Recherche verschafft Klarheit.

Ein gutes Beispiel: Myclimate setzt sich aktiv für 80 zertifizierte Projekte in 30 Ländern weltweit ein – mit passablen Erfolgen. Seit 2006 hat die angesehene Schweizer Organisation messbar zum Klimaschutz beigetragen – sei es im Bereich Abfallmanagement, Kompost, Biogas, Biomasse, Bildung oder Gleichberechtigung.

No-Gos: Diese Kooperationen sind als Kooperationspartner tabu

Setzt sich die vermeintlich nachhaltige Kfz-Versicherung für Unternehmen und Organisationen ein, die der Umwelt schaden, ist sie definitiv nicht der richtige Versicherungspartner für dich. Bei diesen Investments ist besondere Vorsicht geboten:

  • Investments in die Herstellung von Kriegswaffen und Militärgütern 
  • Investments in Atom- und Kohleenergie
  • Anzeichen von Korruption und Bestechung

Tipp: Weitere Ratschläge zu nachhaltigen Versicherungen und einen ausführlichen Vergleich bekommst du im verlinkten Artikel.

Welche grüne Kfz-Versicherung ist zu empfehlen?

Was kann man als Autofahrer nun gegen die massiven Umweltbelastungen tun? Muss man ab sofort kilometerweit ins Büro radeln? Oder sich ein teures, neues Auto mit besserer Umweltbilanz zulegen? Sicher ein guter Schritt – doch diesen gehst du auch mit einer grünen Autoversicherung. Ein gutes Beispiel ist die nachhaltige Kfz-Versicherung von Friday. Schon zum kleinen Preis kannst du deinen ökologischen Fußabdruck deutlich reduzieren. In Kooperation mit myclimate, dem Spitzenreiter für wirksame CO2-Kompensationsmaßnahmen, hält der grüne Versicherungsanbieter den CO2-Ausstoß so gering wie möglich.

Das Prinzip von myclimate: Mit verschiedenen Umweltschutzprojekten engagiert sich die gemeinnützige Stiftung aktiv für den Klimaschutz. Finanziert wird sie von umweltbewussten Kunden, die ihren CO2-Ausstoß mit kleinen finanziellen Beiträgen kompensieren möchten.

Auf dem Prüfstand: Wie klimaneutral ist die Versicherung wirklich?

Elektroauto Ladestation Symbol

Nicht aber nur die Kooperationen der Versicherungen sind vor Vertragsabschluss von großem Interesse. Auch die Versicherung selbst gerät ins Fadenkreuz. Wie klimaneutral ist sie selbst? Und wie kompensiert sie ihren ökologischen Fußabdruck?

Anbieter, die mit Klimaschutz werben, aber keinen messbaren Klimaschutzbeitrag leisten, sind mit Vorsicht zu genießen. Womöglich handelt es sich hier nur um leere Marketing-Versprechen, die die Versicherung nicht halten kann.

Friday ist da ein vorbildliches Beispiel und arbeitet eng mit dem Tech-Start-up Planetly zusammen. So konnte der Versicherungsanbieter seit seiner Gründung 2017 sämtliche CO2-Emissionen erfolgreich kompensieren. Nun gilt er offiziell als klimaneutral.

Das große Ganze: mehr als nur CO2

Eine nachhaltige Kft-Versicherung kompensiert aber nicht nur CO2. Auch gegen andere schädliche Treibhausgase engagieren sie sich – allen voran gegen Methan (CH4) und Lachgas (N20). Sprich: Gewissenhafte Anbieter achten sowohl auf die direkten als auch auf die sogenannten grauen Emissionen.

Doch was genau sind diese grauen Emissionen überhaupt? Sie kommen hauptsächlich bei der Produktion des Fahrzeugs zustande – genau wie beim Aufbau der Straßeninfrastruktur. Beim Transport, der Weiterverarbeitung und der Förderung des Rohöls treten sie ebenfalls auf.

Skepsis bei überzogenen Beiträgen

Selbstverständlich hat Umweltschutz seinen Preis. Ein Vermögen darf er aber auch nicht kosten. Jeder soll sich Klimakompensation leisten können. Umso mehr Skepsis ist bei auffällig hohen Beiträgen von angeblichen ECO-Versicherungen gefragt. 100 bis 150 Euro muss für den Umweltschutz schon drin sein, nicht wahr? Stopp, das geht auch günstiger. Schon mit kleinen Beiträgen erzielst du eine große Wirkung. Oft machen schon einstellige Beiträge zwischen 3 und 5 Euro einen gewaltigen Unterschied.

Zahl pro Kilometer – ein grüner Anreiz

Eine vorbildliche nachhaltige Autoversicherung bietet ihren Kunden die Zahl-pro-Kilometer-Regelung an. Das Konzept: Abgerechnet wird auf den Kilometer genau – nicht mehr und nicht weniger. Fährst du weniger als geplant, bekommst du dein Geld zurück.

Für einige Fahrer ist die Zahl-pro-Kilometer Regel ein willkommener Anreiz, das Auto öfter mal stehen zu lassen. An sonnigen Tagen tut es manchmal auch das Fahrrad. Kurze Strecken zum Supermarkt, Arzt oder ins Büro lassen sich gelegentlich auch bequem zu Fuß zurücklegen. Und schon sinkt die Kilometerzahl, du sparst bares Geld und schützt nebenbei auch noch die Umwelt.

Gibt es also eine nachhaltige Kfz-versicherung? Selbstverständlich!

Wie sieht also die perfekte nachhaltige KFZ-Versicherung nun aus? Halten wir fest: Eine nachhaltige KFZ-Versicherung arbeitet mit renommierten Klimaschutzprojekten zusammen und kompensiert natürlich auch selbst ihre Emissionen – sowohl die direkten als auch die grauen Emissionen. Die Beiträge sprengen nicht das Budget. Die Klimakompensation muss schließlich für jeden erschwinglich sein. Ein ganz besonderer Anreiz für einen nachhaltigen Umgang mit dem Auto: die Zahl-pro-Kilometer-Regelung. Du bezahlst nur, was du auch fährst. Passt das alles? Dann ist die Autoversicherung ziemlich grün!

Hast du Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Oder eigene Erfahrungen mit nachhaltigen oder eben weniger umweltfreundlichen Kfz-Versicherungen gemacht? Dann schreibe mir gerne einen Kommentar.

Bleib‘ nachhaltig und fahr vorsichtig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Schau dich gerne weiter im Blog für nachhaltige Mobilität um. Dort erfährst du zum Bespiel, was genau man unter sanfter Mobilität versteht und wie dieses Konzept funktionieren kann. Viel Spaß!

Quellenangaben:
₁ Westdeutscher Rundfunk Köln; Quarks: CO2 in Zahlen – was ist viel, was ist wenig? (Stand: 25.04.2018), abrufbar unter https://t1p.de/doli. [15.03.2021]

₂ Europäisches Parlament: CO2-Emissionen von Autos: Zahlen und Fakten (Infografik, Stand 18.04.2019), abrufbar unter https://t1p.de/4c1j. [15.03.2021]

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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.