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Fleisch zu essen, hat uns Menschen geholfen, uns weiterzuentwickeln – Ignorieren Veganer die Evolution?

Entwicklung Menschheit durch Fleisch essen

Hast du von Fleischessern auch schon einmal das Argument der Entwicklung des Menschen durch Fleisch gehört? Oder es sogar selbst genutzt? Ich muss gestehen, dass ich früher auch immer gedacht habe: Veganer ignorieren die Evolution! Doch dann ist mir bewusst geworden, dass für meinen Lebensstil unschuldige Tiere sterben mussten. Und das, obwohl man in unserer heutigen Zivilisation gar kein Fleisch mehr essen muss und sich daher einfach anpassen könnte.

Hier möchte ich dir jetzt deshalb zeigen, warum die Entwicklung des Menschen durch Fleisch kein logischer Grund dafür ist, heute immer noch tierische Lebensmittel zu konsumieren. Auf geht's!

Warum die „Entwicklung der Menschheit durch Fleisch“ ein schwaches Argument ist

Es stimmt vermutlich, dass wir heute nicht hier wären, wenn wir in der Steinzeit nicht das Fleisch wilder Tiere gegessen und uns mit ihren Fellen gewärmt hätten. Doch heute sind wir keine Höhlenmenschen ohne moralische Werte mehr. Wir haben uns evolutiv weiterentwickelt und leben in einer zivilisierten Gesellschaft, in der beispielsweise Mord und Vergewaltigung Konsequenzen haben. Zudem ist es erwiesen, dass alle Nährstoffe, die wir Menschen zum Leben brauchen, in noch hochwertigerer Form in Pflanzen stecken.₁

Wir müssen also keine Tiere mehr züchten, misshandeln und töten, um sie für unser Überleben zu essen. Warum sollte man es also trotzdem tun? Wir sprechen ja auch nicht mehr die unterentwickelte Sprache unserer Vorfahren und verzichten auch nicht auf ein Smartphone, nur weil Höhlenmenschen keine Technologien hatten – oder? Nur weil wir etwas früher oder für eine lange Zeit getan haben, rechtfertigt das nicht, dass es für immer moralisch vertretbar ist. Wenn das so wäre, wären Sklaverei und Apartheid heute immer noch gesellschaftlich akzeptiert. 

Zudem ist erwiesen, dass der regelmäßige Konsum von tierischen Lebensmitteln gesundheitsgefährdend ist. Die Gefahr für Herzerkrankungen verdreifacht sich beispielsweise gegenüber einer rein pflanzlichen Ernährung.₂ Zudem ist der Fleischkonsum in unserer Gesellschaft wesentlicher Antreiber der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Zum Beispiel für den Klimawandel, die Abholzung der Regenwälder, das Artensterben oder die Wasserknappheit. Fleisch von Tieren hat uns vielleicht zu einem bestimmten Zeitpunkt in unserer Entwicklung geholfen. Doch da wir heute auch ohne Fleisch überleben können, rechtfertigt das nicht, dass wir weltweit jedes Jahr 74 Milliarden Nutztiere quälen und töten₃, dass wir unsere Gesundheit gefährden und auch nicht, dass wir unseren Planeten zerstören, auf dem unsere Kinder und Enkelkinder noch leben werden.

ignorieren Veganer nun die Evolution, oder nicht?

Der Begriff der „Evolution“ bedeutet Entwicklung und genauer gesagt die bruchlos fortschreitende, genetische Anpassung einer Population an die Lebensumstände. Heute herrschen neue Lebensumstände – und die Evolution hört nicht einfach auf, sie findet immer noch statt. Wir müssen uns anpassen, um den Klimawandel und andere Umweltprobleme unserer Zeit zu bekämpfen. Aus diesem Grunde sind Argumente wie „Veganer ignorieren die Evolution“ oder „Menschen haben immer schon Fleisch gegessen“ auch nur sehr schwach und unüberlegt.

Wir mussten Fleisch essen, um uns zu entwickeln – heute überleben wir auch ohne!

Fleisch essen hat uns entwickelt als Argument

Die Evolution läuft und läuft – und mit der veganen Lebensweise will man sich einfach nur anpassen, um dauerhaft zu überleben. Die Evolution interessiert es nicht, was mit uns passiert. Sie denkt nicht für uns – wir Menschen denken und passen uns an.

Ohne Notwendigkeit beuten wir heute Milliarden von unschuldigen Tieren in der Massentierhaltung aus, bevor wir ihnen das Leben nehmen. Zudem gefährden wir unsere Gesundheit und den Planeten auf dem wir leben.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel bewusster machen konnte, dass die Geschichte unserer Vorfahren und die menschliche Evolution keine moralische Rechtfertigung dafür sein können, was wir den Tieren heute unnötigerweise antun. Definitiv werden zukünftige Generationen mit Abscheu auf diese Misshandlungen blicken.

Hast du Fragen, Tipps oder Anregungen zum Argument der Entwicklung der Menschheit durch Fleisch? Dann immer her damit in den Kommentaren.

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Hast du auch schon einmal gehört, dass Veganismus unmännlich ist? Oder das man ja nur für Tiere und nicht für Menschen vegan lebt? Zu beiden Themen habe ich dir jeweils einen passenden Beitrag geschrieben. Viel Spaß!

Quellenangaben:
₁ University of Oxford: Plant-based foods are good for both health and the environment (Stand: 29.10.2020), abrufbar unter https://t1p.de/ms6w. [15.07.2020].

₂ National Institutes of Health: Eating red meat daily triples heart disease-related chemical (Stand: 08.01.2019), abrufbar unter https://t1p.de/avcc. [07.05.2020].

₃ Dinge erklärt – Kurzgesagt: Fleisch – Das leckerste Übel der Welt, YouTube, 24.01.2019, Web, 07.05.2020 um 10:50 Uhr, in: http://y2u.be/y6f3dwxexZM.

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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

2 Gedanken zu „Fleisch zu essen, hat uns Menschen geholfen, uns weiterzuentwickeln – Ignorieren Veganer die Evolution?“

  1. Hmmmmm, warum braucht es überhaupt eine 2646 Zeichen umfassende Rechtfertigung für eine These? Geht es hier nicht weniger um das logische Begründen des Glaubens mit einer vegetarischen / veganen Ernährung alles richtig zu machen, sondern vielmehr um das „Recht haben“ an sich? Das übliche finger-pointing eben…

    Woher kommt dieses Mitteilungsbedürfnis, dieser Drang, andere von seiner Meinung überzeugen zu wollen?

    Die Aussage, dass der Fleischkonsum wesentlicher Antreiber der größten Umweltprobleme unserer Zeit wäre hinkt jedenfalls. Oder woher kommt wohl all das Grünzeug und die veganen Fertigprodukte, das Vegetarier / Veganer so zu sich nehmen? Bestimmt nicht aus lokalem, nachhaltigem Anbau, sondern aus weit entfernten Regionen dieser Welt. Der Anbau von Soja, Chia, Avocados, Palmfett und Kokosmilch z.B. tragen auch dazu bei, dass riesige Waldflächen abgeholzt, mit synthetischen Dünger und Pestiziden belastet und Unmengen Wasser verbraucht werden. Von der Ökobilanz des Transportes zu uns ganz zu schweigen. Und wie wir alle wissen, ist für die Herstellung eines veganen Würstchens deutlich mehr Energie nötig, als beim Ernten einer Möhre… Sprich, auch Vegetarier / Veganer sollten sich Gedanken um die nachhaltige Grundlage ihrer Ernährung machen.

    P.S. Ich gehe, was meine Ernährung eigene, nicht massenkompatible Wege, die weitestgehend auf Fleisch aus Massentierhaltung zu verzichten ohne auf Fleisch an sich zu verzichten 😉

    1. Christoph Schulz

      Moin Werner!

      Die Ausgangsthese ist „Fleisch hat uns Menschen geholfen, uns weiterzuentwickeln“ – und die stimmt in Bezug auf einen Zeitraum in unserer Entwicklung, in der Fleisch für uns Menschen überlebenswichtig war. Doch heute ist das anders. Nur weil etwas einmal sinnvoll war, gilt das nicht für alle Ewigkeit und darf hinterfragt werden. Ich bin zum Entschluss gekommen, dass die Tradition und der Geschmack von Fleisch kein logischer Grund mehr für die Brutalität dieser Industrie sind. Deshalb zeige ich hier auch nicht mit dem Finger auf andere, sondern fange bei mir selbst an, etwas zu ändern. Anschließend begründe ich mit diesem und vielen anderen Artikeln, warum es Sinn macht.

      Ich glaube du weißt selbst, dass der Sojaanbau, der zur Abholzung der Regenwälder führt, vor allem für den Tierfutteranbau (Sojaschrot) stattfindet. Außerdem müssen die Wälder für Weideflächen weichen.

      Nur aus etwa 2 Prozent werden tatsächlich zu Sojabratlingen oder anderen Köstlichkeiten der fleischlosen Ernährung hergestellt.₃ Dabei handelt es sich dann im Regelfall um europäisches Bio-Soja aus gentechnikfreier Landwirtschaft. Gen-verändertes Soja ist in Deutschland nicht einmal als Lebensmittel für Endverbraucher zugelassen – als Tierfutter allerdings schon. Mehr darüber unter „Soja zerstört Regenwald„.

      Und das mit Avocados, Palmfett & Co. deinen Fleischkonsum rechtfertigen willst, ist ziemlich merkwürdig. Ich sage ja nicht, dass alle Pflanzen perfekt sind – ich sage aber, dass für Fleischprodukte fühlende Lebewesen sterben müssen. Als Veganer kann man durchaus andere Dinge essen, als Avocados und Palmöl. 😉

      Auch Fleischersatzprodukte wie die von dir zitierten veganen Würstchen sind nicht automatisch energieschonend, nur weil sie ohne Fleisch auskommen – das stimmt! Aber als Veganer isst man auch nicht die ganze Zeit vegane Würstchen. Ich würde mal behaupten, dass auch die Hälfte von dem, was auf deinem Teller liegt, auch heutzutage vegan ist, oder?

      Was ich sagen will ist: alle müssen sich Gedanken machen, woher das Essen stammt, was bei uns auf dem Teller liegt – und darüber, welches Leid dadurch verursacht wird – auch Veganer und Vegetarier. Als Veganer weiß ich aber immerhin, dass ich niemanden dafür bezahle, anderen Lebewesen Leid zuzufügen. Denn das ist der Sinn der Bewegung: Tierquälerei und -leid für den eigenen Lebensstil zu verhindern, soweit es praktisch irgendwie möglich ist. Und ich könnte mir vorstellen, dass das auch deinen persönlichen Werten entspricht.

      LG Christoph

      PS:: Aufgrund deiner bis eben hinter deinem Namen verlinkten Webseite weiß ich, dass hier vermutlich nur dein Daily-Fleischbusiness verteidigen willst. Mein Beitrag geht auch nicht gegen dich persönlich – sondern soll lediglich zum Nachdenken anregen. Denn ich habe auch 30 Jahre meines Lebens Fleisch gegessen. Ich persönlich finde es heute aber nicht mehr richtig.

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