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Elektrofahrräder – Sind E-Bikes wirklich so nachhaltig und umweltfreundlich? 

Elektrofahrräder – Sind E-Bikes nachhaltig und umweltfreundlich? 

Sind E-Bikes nachhaltig? Wenn du eine Antwort auf diese Frage suchst, bist du hier genau richtig! Motorisierte Fahrräder mit integrierten Elektromotor werden bei uns immer beliebter – und haben sich für viele Menschen bereits zu einem treuen Alltagsbegleiter entwickelt. Laut Statistischem Bundesamt besitzen bereits knapp 16 Prozent der deutschen Haushalte ein E-Bike oder Pedelec – und Insgesamt sollen hierzulande ganze 8,4 Millionen Elektrofahrräder unterwegs sein.₁

Ein echter Boom also, der schlussendlich gesundheitsfördernd ist und den Alltag flexibler macht! Doch sind die offensichtlich elektrisierenden Drahtesel auch umweltfreundlich? Sie gelten schließlich als das neue Symbol für nachhaltige Mobilität und versprechen, eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Verkehrsmitteln zu sein.

In diesem Artikel möchte ich jetzt untersuchen, wie nachhaltig E-Bikes wirklich sind und wie man sie möglichst umweltfreundlich nutzen kann. Auf geht's!

CO2-Bilanz von E-Bikes: Ein Vergleich

Sind E-Bikes umweltfreundlicher als Autos und normale Fahrräder?

Um herauszufinden, wie umweltverträglich elektrische Fahrräder tatsächlich sind, bietet sich zunächst ein klimabezogener Vergleich zu den Alternativen im Straßenverkehr an.

Laut einer Studie der Vrije Universität in Brüssel produziert ein E-Bike im Durchschnitt pro gefahrenen Kilometer 7,8 Gramm CO2. Zum Vergleich: Ein Auto hat, je nachdem ob Elektro, Diesel oder Verbrenner,  einen CO2-Ausstoß von etwa 120-170 Gramm pro Kilometer.

E-Bikes sind im Vergleich zum Auto also wesentlich klimafreundlicher. Auch im Vergleich zum öffentlichen Verkehr schneiden E-Bikes gut ab. Der ÖPNV stößt in etwa zwischen 75 und 111 Gramm CO2 Kilometer aus.

Auch Bosch, ein führender Hersteller von E-Bike-Systemen, hat zusammen mit dem TÜV Rheinland den CO₂-Fußabdruck ihrer Produkte analysiert. Die Ergebnisse bestätigen ebenfalls die Umweltfreundlichkeit von E-Bikes im Vergleich zum Auto:

  • Ein E-Bike hat über seinen gesamten Lebenszyklus einen CO2-Fußabdruck von durchschnittlich 299 Kilogramm. Die Batterie hat daran den größten Anteil. 
  • Ein Auto mit Verbrennungsmotor hat einen Fußabdruck von rund 34.150 Kilogramm CO2.

Den Öko-Vergleich zum Auto gewinnt das E-Bike also deutlich. Der regelmäßige Umstieg aufs elektrische Fahrrad hilft ungemein dabei, CO2 zu sparen, auch, wenn es selbst nicht völlig emissionsfrei ist.

Die CO2-Emissionen bei der Herstellung sind sogar um ein Drittel höher als bei der Produktion eines herkömmlichen Fahrrads. Diese Tatsache ist hauptsächlich auf den Akku und die darin enthaltenen Rohstoffe Lithium und Kobalt zurückzuführen.

Weitere Aspekte der CO2-Bilanz von E-Bikes: Die Ladung

Natürlich kommt es auch darauf an, aus welcher Quelle der Strom stammt. Wenn du zum Beispiel zu 100 Prozent auf Ökostrom auf Basis erneuerbarer Energien setzt, kannst du dein E-Bike nahezu emissionsfrei laden.

Wie klima- und umweltfreundlich ein E-Bike tatsächlich ist, hängt außerdem noch davon ab, für welches Fahrrad du dich entscheidest, sowie wann und wie du es nutzt. Lass uns also einen Blick darauf werden, wie wir deinen ökologischen Fußabdruck bzw. den „ökologischen Reifenabdruck deines Fahrrads“ weiter reduzieren können.

7 Tipps: So steigerst du die Lebenszeit & Nachhaltigkeit von E-Bikes

Tipps, um Elektrofahrräder nachhaltiger zu machen
Die regelmäßige Wartung macht dein E-Bike nachhaltiger | © THEOSAFFROY | UPWAY

Die Nachteile von E-Bikes gegenüber nicht-motorisierten Fahrrädern sind sicherlich, dass sie recht teuer, schwer und pflegebedürftig sind. Dennoch sind sie gesundheitsfördernd, da sich mehr Menschen auf den Sattel schwingen, (weiterhin) in die Pedale treten und ihren Alltag flexibler gestalten.

Nicht zuletzt, spielen Elektrofahrräder eine entscheidende Rolle für die nachhaltige Mobilitätswende, da sie zu den klimafreundlichsten Verkehrsmitteln zählen.

Vergessen dürfen wir allerdings nicht für die Nachhaltigkeit ausschlaggebende Faktoren, wie die Modellauswahl und die Langlebigkeit. Je länger dein Fahrrad funktionsfähig ist und von dir genutzt wird, desto besser. Glücklicherweise hast du verschiedene Möglichkeiten, um die Lebensdauer deines E-Bikes gezielt zu verlängern.

1. Das richtige E-Bike wählen

Es ist wichtig, dass du dir das zu deinen eigenen Bedürfnissen passende Modell besorgst. Nicht jeder benötigt ein E-Bike mit einem leistungsstarken Motor. Eine gute Beratung vor dem Kauf hilft dir dabei, einen Fehlkauf zu vermeiden und die Umwelt zu schonen. Die Qualität und Langlebigkeit der E-Bike-Komponenten sind ebenfalls entscheidend. 

2. Akku schonen

Der Akku ist das Herzstück eines jeden E-Bikes und maßgeblich entscheidend für seine Lebensdauer. Um sie zu verlängern, solltest du unter anderem die folgenden Dinge beachten:

  • Vermeide Tiefentladungen: Lade den Akku immer auf, bevor er vollständig entladen ist.
  • Überlade den Akku nicht: Wenn das Fahrrad aufgeladen ist, entferne das Ladekabel. Das (über-)vollständige Aufladen kann schlussendlich die Lebensdauer des Akkus verkürzen.
  • Lagere den Akku an einem kühlen, trockenen Ort: Vor allem extreme Temperaturen und Temperaturunterschiede können der Batterie des E-Bikes schaden.

3. Bewusst nutzen und regelmäßig warten

Ein gut gepflegtes E-Bike ist nachhaltiger, weil es länger hält. Hier einige Tipps:

  • Fahre vorausschauend und vermeide abruptes Bremsen und Beschleunigen.
  • Nutze den Akku nicht ständig im Turbo-Modus.
  • Lass dein E-Bike regelmäßig von Expert:innen überprüfen und warten.
  • Reinige dein E-Bike öfter, um Schmutz und Feuchtigkeit zu entfernen.

4. E-Bikes gebraucht oder refurbished kaufen

Entscheidest du dich für den Kauf eines gebrauchten E-Bikes, kannst du den CO2-Ausstoß umgehen, der bei der Produktion anfällt. Indem du es „Second-Hand“ aus privater Hand besorgst, verbesserst du die CO2-Bilanz eines Drahtesels, da du ihm ein zweites Leben schenkst.

Na klar, oft gibt es Bedenken beim Kauf von Privatpersonen, da Risiken in Bezug auf Qualität und Zuverlässigkeit bestehen. Glücklicherweise gibt es inzwischen zertifizierte Händler, die nachhaltige, refurbished E-Bikes zu Gebrauchtpreisen anbieten.

Diese Bikes durchlaufen einen umfassenden Überprüfungsprozess, bei dem alle Teile geprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden. Du erhältst also schlussendlich ein (fast) neues E-Bike, zu einem deutlich günstigeren Preis.

5. Mit erneuerbaren Energien laden

Das Laden deines E-Bikes mit erneuerbaren Energien, wie Solar- oder Windenergie, reduziert die CO2-Emissionen erheblich. Keine Sorge, dafür brauchst du nicht einmal eine Solaranlage auf dem Dach. Stattdessen kannst du einfach ganz bequem zu einem Ökostromtarif wechseln* und nachhaltigen Strom beziehen.

6. E-Bike sinnvoll einsetzen

Ich persönlich habe (noch) kein E-Bike, da ich im Alltag nicht so weite Strecken zurücklegen muss und noch körperlich fit bin. Ich brauche das E-Bike also derzeit nicht und kann die natürlichen Ressourcen für seine Herstellung sparen.

Doch auch wenn man es definitiv braucht, sollte es unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit sinnvoll eingesetzt werden. Gesünder und umweltfreundlicher ist es zum Beispiel, wenn man weiterhin kräftig in die Pedale tritt und mit dem E-Bike Autofahrten – aber nicht Fußmärsche und kurze, konventionelle Fahrradfahrten ersetzt.

Tipp: Die Fahrt mit dem E-Bike macht zum Beispiel den (langen) Arbeitsweg nachhaltiger, wenn man ansonsten das Auto genommen hätte. Wie du sonst noch möglichst umweltfreundlich zur Arbeit kommst, erfährst du im verlinkten Blogbeitrag.

7. E-Bike richtig entsorgen

Auch am Lebensende eines elektrischen Fahrrads kannst du noch etwas dafür tun, dass es möglichst nachhaltig ist. E-Bikes enthalten nämlich wertvolle Rohstoffe, die sich wunderbar wiederverwerten lassen.

Wenn es sich definitiv nicht mehr reparieren lässt, solltest du dich an den Händler oder die Händlerin deines Vertrauens oder direkt an den nächstgelegenen Wertstoffhof wenden. Dort werden die Bestandteile deines Elektrofahrrads dann hydrometallurgisch (durch den Schredder) oder pyrometallurgisch (durch Schmelzung) recycelt.

E-Bikes sind nachhaltig, wenn sie sinnvoll eingesetzt werden

Tipps für ein möglichst nachhaltiges E-Bike

Elektrofahrräder repräsentieren einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität. Obwohl ihre Produktion und Nutzung nicht völlig emissionsfrei sind, bieten sie im Vergleich zu herkömmlichen Verkehrsmitteln eine deutlich bessere CO2-Bilanz.

Jedoch entscheiden auch die Nutzung und Pflege über darüber, wie nachhaltig das E-Bike tatsächlich ist. Durch den bewussten Einsatz, die regelmäßige Wartung, den Kauf von refurbished Modellen und das Laden mit erneuerbaren Energien kannst du aktiv dazu beitragen, die Umweltauswirkungen von E-Bikes – und dem Verkehr im Allgemeinen – weiter zu reduzieren.

„Fahrräder mögen sich ändern, aber Radfahren ist zeitlos.“

Zapata Espinoza (mehr unter Fahrrad Zitate)

Hast du Fragen, Anregungen oder weitere Tipps für deinen möglichst umweltverträglichen Umgang mit E-Bikes? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar.

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS: Schau dich jetzt gern noch weiter im Blog über nachhaltige Mobilität um. Dort habe ich zum Beispiel auch genauer untersucht, ob E-Scooter umweltfreundlich sind. Viel Spaß!

Quellenangaben:
₁ Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. N025 vom 26. April 2023 – Umsatz im Fahrrad-Einzelhandel 2022 real um 2,4 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen, abrufbar unter https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/04/PD23_N025_45_63.html. [19.11.2023].

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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

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