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Was ist Wasserfasten und wie funktioniert es?

Was ist Wasserfasten Vorteile Erfahrungen Wie lange

Was ist eigentlich Wasserfasten? Diese Frage stellen sich besonders die Menschen, die zunächst einen langen Verzicht auf Wasser vermuten. Doch tatsächlich geht es beim Wasserfasten darum, für einige Tage nur Wasser zu sich zu nehmen, um den eigenen Körper zu reinigen. Im Gegensatz zum intermittierenden Fasten und dem Heilfasten gehört das Wasserfasten zu den etwas härteren Methoden des Fastens.

In diesem Artikel zeige ich dir, was das Wasserfasten genau ist, was du beachten musst, und welche Vor- und Nachteile es überhaupt mit sich bringt.

Hier noch ein kurzes Inhaltsverzeichnis für dich:

  1. Definition
  2. Vorteile
  3. Nachteile
  4. Für wen geeignet?
  5. Plan
  6. Entgiftung
  7. Sport
  8. Schlusswort

Was ist Wasserfasten?

Das Wasserfasten bezeichnet eine Art des Fastens, bei der du für einen bestimmten Zeitraum auf jegliche feste Nahrungsmittel verzichtest und lediglich Wasser trinkst

Wie lange sollte das Wasserfasten dauern?

Als Anfänger sollte das Wasserfasten nur in einem Zeitraum von 3 bis 5 Tagen ausgeführt werden, um mögliche gesundheitliche Risiken auszuschließen. Längere Fastenperioden sind nur für Erfahrene geeignet, die bereits öfter in der Vergangenheit gefastet haben.

Wie entstand die Idee des Wasserfastens?

Grundsätzlich gibt es 3 Gründe, weshalb Personen das Wasserfasten befolgen, nämlich um:

  1. Gewicht zu verlieren
  2. den Körper zu entgiften
  3. die Gesundheit zu fördern

Da ich deinen Gesundheitszustand nicht kenne, möchte ich dich hier aber noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dein Vorhaben des Wasserhabens vorab mit deinem Hausarzt abzusprechen.

Was sind die Vorteile vom Wasserfasten

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Neben den allgemeinen Gründen, aus denen Menschen dem Wasserfasten nachgehen, gibt es natürlich klare Vorteile, die diese Art des Fastens mit sich bringt. Im Folgenden möchte ich sie dir vorstellen und zeigen, warum ich selbst meine Erfahrungen mit dem Wasserfasten gemacht habe.

1. Wasserfasten fördert die Autophagie

Autophagie beschreibt den Vorgang der Zellerneuerung. Sprich, deine alten Zellen werden abgebaut und neue Zellen hergestellt. 

Mehrere Studien haben gezeigt, dass Autophagie Krankheiten wie Krebs, Alzheimer₁ und Herzkrankheiten₂ vorbeugen soll. Außerdem soll Autophagie auch die Lebenserwartung erhöhen.

Jedoch handelt es sich bei diesen Studien um Tierversuche. Da es momentan nur wenige Humanstudien zum Thema Wasserfasten gibt, kann die Förderung der Autophagie bei einem menschlichen Körper nicht bestätigt werden.

2. Wasserfasten senkt den Blutdruck

Laut einer Studie₃ soll ein längeres Wasserfasten (ab 10 Tage) einen hohen Blutdruck senken. In dieser Studie wurden 174 Personen mit einem hohen Blutdruck untersucht, die 10-11 Tage das Wasserfasten befolgt haben. Am Ende der Untersuchung kam heraus, dass 90% der Testpersonen einen niedrigeren Wert hatten als am Anfang des Experiments.

Allerdings gibt es keine Humanstudie, die einen Zusammenhang zwischen einem gesenkten Blutdruck und dem Wasserfasten über eine kurze Dauer (24 bis 72 Stunden) bestätigt hat. Wie oben bereits erwähnt, solltest du zudem als Einsteiger wirklich noch nicht 10 Tage am Stück fasten.

3. Insulin- und Leptinsensitivität wird verbessert

Für den Stoffwechsel sind Insulin und Leptin sehr wichtige Hormone. Insulin hilft deinem Körper, Nährstoffe im Blut aufzunehmen und zu speichern. Leptin erzeugt ein Sättigungsgefühl im Körper und hemmt somit das Auftreten von Hungergefühlen.

Studien₄ zeigen, dass Wasserfasten deinen Körper bezüglich Leptin und Insulin sensibilisieren kann. Im Umkehrschluss bedeutet eine größere Sensitivität, dass die Hormone (Insulin und Leptin) effektiver wirken, was sehr von Vorteil ist.

Wenn du nämlich eine höhere Insulinsensitivität hast, dann kann dein Körper effizienter deinen Blutzuckerspiegel senken. Bei einer höheren Leptinsensitivität wird ein größeres Sättigungsgefühl erzeugt. Auf diese Weise wird das Überessen verhindert und folglich auch die Gefahr, übergewichtig zu werden.

4. Risiko von chronischen Krankheiten wird verringert

Wasserfasten soll das Risiko von chronischen Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzkrankheiten verringern.

In einer Studie₅ haben 30 gesunde Personen das Wasserfasten für 24 Stunden befolgt. Nach dem Fasten wurden bei diesen Testpersonen deutlich niedrigere Cholesterol- und Triglyceridwerte festgestellt. Diese beiden Werte sind zwei Risikofaktoren für Herzkrankheiten.

Mehrere Tierstudien₆ zeigen, dass Wasserfasten das Herz gegen freie Radikalen schützt. Freie Radikale sind instabile Moleküle, die deine Zellen beschädigen können. Daher sind diese Radikale mitverantwortlich für viele chronische Krankheiten. (mehr darüber auch im Artikel Abwehrkräfte stärken)

Des Weiteren haben Tierversuche bewiesen, dass Wasserfasten die Gene unterdrücken kann, die Krebszellen zum Wachstum bringen. Auch soll das Wasserfasten die Auswirkungen der Chemotherapie verbessern.

Jedoch solltest du im Hinterkopf behalten, dass nur eine Handvoll von Humanstudien bezüglich des Wasserfastens existieren und der aktuelle Stand der Forschung noch weiter ausgebaut werden muss.

Was sind die Nachteile vom Wasserfasten?

Natürlich kann das Wasserfasten auch Nachteile mit sich bringen, die ich dir natürlich nicht vorenthalten werde. Im Folgenden liste ich dir drei mögliche Nachteile bzw. Risiken auf.

1. Hauptsächlich Wasserverlust

Das Wasserfasten wird oft mit einem rapiden Gewichtsverlust in Verbindung gebracht. Immerhin kannst du in wenigen Tagen ca. 2-5 kg verlieren. Allerdings verlierst du größtenteils nur Wasser und nicht Körperfett. 

Grund dafür ist, dass du beim Wasserfasten keine Kohlenhydrate (z. B. Brot, Nudeln, Reis) konsumierst und somit dein Glykogenspeicher entleert wird. Glykogenspeicher sind die in Form von Glykogen im Körper deponierten Kohlenhydrate. Wichtig zu wissen ist, dass jedes gespeicherte Gramm Glykogen zusätzlich 3-4 Gramm Wasser im Körper einlagert und eine durchschnittliche Person  bis zu 15 Gramm Glykogen pro Kilogramm Körpergewicht speichern kann.

Demnach lagert eine 80kg schwere Person bei einer kohlenhydratreichen Ernährung etwa 3,6 bis 4,8 Kilogramm Wasser ein. Verzichtet diese Person nun komplett auf Kohlenhydrate für einige Tage, dann verliert sie auch die ganzen Wassereinlagerungen, welche für die massiven Gewichtsverluste verantwortlich sind.

2. Gefahr von Dehydration

Obwohl du beim Wasserfasten ausschließlich Wasser trinkst, kannst du tatsächlich dehydrieren beziehungsweise einen Flüssigkeitsmangel erleiden. Etwa 20 bis 30% deines täglichen Wasserkonsums nimmt du durch Essen auf. Wenn du nun beim Wasserfasten die gleiche Menge an Flüssigkeit wie üblich aufnimmst, dann läufst du Gefahr, zu dehydrieren.

Die Symptome der Dehydration sind Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung und ein niedriger Blutdruck. Um eine Dehydration zu vermeiden, solltest du daher mehr Wasser als gewöhnlich trinken.

3. Orthostatische Hypotonie

Orhtostatische Hypotonie kommt häufig beim Wasserfasten vor und beschreibt einen rapider Abfall des Blutzuckerspiegels beim Aufstehen aus der sitzenden oder liegenden Position. Mögliche Folgen sind Schwindel und Ohnmacht.

Wenn du während des Wasserfastens unter orthostatischer Hypotonie leidest, dann solltest du unbedingt auf das Autofahren verzichten. Denn Schwindel und Ohnmacht beim Autofahren führen höchstwahrscheinlich zu einem Autounfall.

Falls du unter diese Symptomen beim Wasserfasten leidest, dann ist diese Fastenmethode wahrscheinlich noch nichts für dich.

Für wen ist das Wasserfasten (nicht) geeignet?

Bevor du mit dem Wasserfasten beginnst, rate ich dir wie gesagt zuerst mit deinem Hausarzt zu sprechen. Schließlich ist das Fasten nicht für jede Person geeignet. Besonders bei einer so radikalen Form des Fasten, wie dem Wasserfasten, solltest du vorsichtig sein.Vermeide das Wasserfasten auf jeden Fall, wenn du unter folgenden Symptomen leidest oder dich in den entsprechenden Zuständen befindest:

  • Essstörung
  • Untergewicht
  • Schwanger oder in der Stillzeit
  • Herzprobleme
  • Diabetes Typ 1
  • Migräne
  • Erkrankungen (z. B. Leber-, Schilddrüsen und Nierenerkrankungen)

Falls du zurzeit krankheitsbedingt Medikamente einnehmen musst, dann solltest du lieber auch auf das Wasserfasten verzichten. Je nach Medikament kann die jeweilige Wirkung durch die, wenn auch kurzzeitige, reine Wasser-Ernährung, negativ beeinflusst werden.

Plan für das Wasserfasten

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Vor dem Wasserfasten empfehle ich dir, nur leicht verdauliche Nahrungsmittel (wie Reis, Obst und Gemüse) zu verzehren. Denn die Schonkost dient ideal als Vorbereitung für die kommende Fastenperiode. 

Zudem solltest du am ersten Tag des Wasserfastens deinen Darm reinigen, um jegliche Rückstände aus dem Verdauungstrakt zu beseitigen. Dazu kannst du entweder sanfte Warmwasser-Einläufe oder die härtere Methode mit Glaubersalzen verwenden.

Nach der Fastenperiode ist es wichtig, dass sich dein Körper langsam wieder an die feste Ernährung gewöhnt. Daher solltest du auf keinen Fall nach dem Fasten direkt eine üppige Mahlzeit verspeisen, sondern dich eher langsam herantasten. Also nur kleine Mahlzeiten und idealerweise auch leicht verdauliche Lebensmittel zu dir nehmen.

Ist Sport beim Wasserfasten sinnvoll?

Was ist Wasserfasten Vorteile Erfahrungen Wie lange

Viele Personen mögen die Kombination aus Sport und Fasten. Oftmals wird auch mit einem leeren Magen Sport getrieben. Doch beim Wasserfasten rate ich dir dringend vom anstrengenden Sport ab, wie zum Beispiel dem Krafttraining oder dem Joggen. Das Wasserfasten stellt für deinen Körper schon eine sehr große Belastung dar.

Daher solltest du höchstens nur körperliche Aktivitäten mit einer geringen Intensität ausüben. So kannst du beispielsweise an der frischen Luft spazieren oder mit einem Trainingsgerät, wie einem Mini Heimtrainer in den eigenen vier Wänden dich wirklich nur sehr leicht sportlich betätigen.

Kritik am Wasserfasten

Ähnlich wie andere Fastenarten soll das Wasserfasten die Giftstoffe in deinem Körper beseitigen. Dieser Vorgang wird als Detox bezeichnet. Giftstoffe sind beispielsweise Abgase und Feinstaub in der Luft oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Schwermetallen in Obst und Gemüse. Farbstoffe, Konservierungsstoffe und viele weitere Zusätze in Lebensmittel gehören auch zu den Giftstoffen.

In erster Linie werden die Schadstoffe von deiner Leber in harmlose Stoffe umgewandelt. Diese werden anschließend in Form von Urin, Schweiß oder Fäkalien ausgeschieden. Die Nieren helfen auch deinem Körper, sich von Giftstoffen zu befreien.

Nun kommt meistens die Frage auf, ob du tatsächlich deinem Körper bei der Entgiftung unterstützen musst. Denn laut einem Review aus dem Jahr 2014 und der Verbraucherzentrale gibt es keine wissenschaftliche Studien dafür, dass der Körper Hilfe für die Entgiftungsprozesse benötigt.

Des Weiteren existieren nur wenige und fragwürdige Studien, die bestätigt haben, dass Wasserfasten wirklich die Leber entgiften kann.

Wasserfasten – Sinnvoll, oder nicht?

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Das Wasserfasten gehört zu den radikaleren Formen des Fastens und soll einige gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Jedoch wurden die meisten gesundheitsfördernde Wirkungen nur in Tierstudien festgestellt. Ob auch Menschen von den Vorteilen profitieren können, ist noch recht ungewiss, da nur nämlich nur wenige Humanstudien existieren.

Zudem ist das Wasserfasten mit einigen Risiken behaftet, besonders wenn du über einen längeren Zeitraum fastest oder nicht kerngesund bist.

Wenn du trotz allem fasten möchtest, dann probiere lieber die sicheren und sanfteren Methoden aus, wie das intermittierende Fasten oder das Heilfasten.

Bleib‘ gesund,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

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Quellenangaben:
₁ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5039008

₂ https://www.ahajournals.org/doi/full/10.1161/CIRCRESAHA.116.307474

₃ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12470446

₄ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25912765

₅ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23220077

₆ https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19818847

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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

4 Gedanken zu „Was ist Wasserfasten und wie funktioniert es?“

  1. Mit „3. Orthostatische Hypotanie“ sollte eigentlich „Orthostatische Hypotonie“ gemeint sein, was nicht den Abfall des Blutzuckerspiegels beim Aufstehen, sondern den des Blutdrucks beschreibt (deswegen auch der Schwindel).
    Der Blutzucker bleibt völlig unbeeindruckt von einem Positionswechsel.

  2. Hi
    danke für die Ideen und vielen konkreten News zum Wasserfasten. ich glaube, ich probiere das mal aus.
    Viele Grüße
    Astrid

    1. Hi Astrid! Danke für dein Feedback – berichte gerne mal, wie es läuft!
      Beste Grüße
      Christoph

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