Klimakiller Hund? So reduzierst du den CO2-Pfotenabdruck

Klimasünder Hund? Wie du den CO2-Pfotenabdruck deines Hundes verbessern kannst

Sind Hunde Klimasünder? Und falls ja: Wie lässt sich der CO2-Pfotenabdruck verbessern? Wenn du Antworten auf diese Fragen suchst, bist du hier genau richtig! Unsere vierbeinigen Freunde bereiten uns jeden Tag Freude. Doch in Zeiten des Klimawandels müssen wir alle an einem Strang ziehen und gemeinsam lernen, umweltverträglicher zu leben – das gilt aus gegebenem Anlass auch für unsere tierischen Wegbegleiter in allen Lebenslagen. Eine Studie der TU Berlin hat nämlich belegt, dass Hunde einen signifikanten Einfluss auf die globale Erderwärmung nehmen.

In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, warum das so ist – und wie jeder Hundebesitzer dazu beitragen kann, die Klimabilanz seines Schützlings ganz entscheidend zu verbessern. Auf geht's!

  1. Gründe
  2. Tipps
  3. Schlusswort

Wichtiger Hinweis: Ich weiß, dass sich dieses Thema sehr schnell emotional aufladen kann. Deshalb ist es mir wichtig, zu erwähnen, dass der Beitrag niemanden davon abbringen soll, einen Hund bei sich aufzunehmen. Stattdessen soll er erläutern, warum oft vom „Klimasünder Hund“ zu hören ist – und mit welchen Tipps und Tricks das Leben der Vierbeiner deutlich klimafreundlicher werden kann.

Warum sind Hunde oft schädlich fürs Klima?

Sind Hunde wirklich Klimakiller?

Die Studie der Technischen Universität Berlin lässt keine Zweifel mehr daran, worüber ihre unschuldigen Blicke hinwegtäuschen könnten: unsere Hunde stellen eine massive Umweltbelastung dar. Ein etwa 15 Kilogramm schwerer Hund hinterlässt in 13 Jahren seines Lebens rund eine Tonne Kot und knapp 2000 Liter Urin in der Natur. Außerdem werden für ihn etwa 8,2 Tonnen CO2 ausgestoßen – das sind umgerechnet etwa 13 Hin- und Rückflüge von Berlin nach Barcelona.₁ Ein Großteil des persönlichen, jährlichen Klimabudgets eines Hundebesitzers wird schlussendlich schon vom eigenen Haustier aufgebraucht.

Doch warum ist das so? Entscheidend für die Klimafreundlichkeit eines einzelnen Hundes sind vor allem die Zusammensetzung, Herkunft und Verpackung des Tierfutters, U Umweltgifte in den Ausscheidungen, die Menge und das Material der Kotbeutel, etwaige Spielsachen, sowie die jeweilige Größe bzw. Rasse des Tieres. Glücklicherweise sind dies auch direkt sehr gute Ansatzpunkte, um die Hundehaltung nachhaltiger zu gestalten.

Noch etwas: In Deutschland gibt es 10,56 Millionen Haustierbesitzer mit einem oder sogar mehreren Hunden₂ – die Tendenz der letzten Jahrzehnte: stark steigend. Auch die wachsende, absolute Zahl an Hunden trägt seinen Teil zum Image der Hunde als Klimakiller bei.

Wie lässt sich der CO2-Pfotenabdruck eines Hundes verbessern?

Wie lässt sich der CO2-Pfotenabdruck verbessern?

Nun mussten sich unsere Hunde lange genug Kritik anhören – kommen wir also zu den Dingen, die sie (und damit natürlich vor allem du als Herrchen/Frauchen) besser machen können.

1. Bevorzuge klimafreundliches Hundefutter

Sicher weißt du, dass Fleisch aus der Massentierhaltung einer der größten Treiber der Umweltprobleme unserer Zeit ist. Besonders der Anbau und Transport des Tierfutters, die Abholzung von Waldflächen für Weide- Ackerflächen, der Pestizideinsatz, als auch der Methan-Ausstoß der Kühe sind aus ökologischer Sicht problematisch.

Im Idealfall kochst du dein Hundefutter daher selbst, um die Zutaten zu kontrollieren und den Plastikmüll der Verpackungen zu vermeiden. Es gibt aber mittlerweile auch Anbieter wie Alvar, die nachhaltiges Futter (z.B. regionalen Fisch/regionales Fleisch oder Futter aus rein pflanzlichen Zutaten wie Hafer und Soja) in Papiersäcken verpacken und eben ganz gezielt natürliche Rohstoffe effizienter nutzen wollen. Produktionsüberschüsse werden beispielsweise vermieden und dem Futter nur so viel Protein hinzugefügt, wie der Hunde auch wirklich benötigt.

Besorge am besten größere Packungen, um Verpackungsmüll einzusparen. Achte auch darauf, möglichst pflanzliche Zutaten zu bevorzugen, da diese den „Umweg Tier“ aus der Massentierhaltung umgehen.

Füttere außerdem auch nur so viel wie wirklich notwendig. Wenn sich dein Hund eher an der Schwelle zum Übergewicht befindet, ist das meist ein Zeichen dafür, dass du die Menge problemlos etwas drosseln und wiederum natürliche Ressourcen schonen kannst.

Gut zu wissen: Ein Haushund ist kein Wolf mehr. Die Verdauungsorgane der Tiere haben sich in unseren Haushalten so entwickelt, dass sie sowohl Fleisch, als auch pflanzliche Lebensmittel essen können. Unter genauer Beobachtung kannst du einen Hund also auch ausgewogen vegan ernähren. Aber selbstverständlich kann man die Hundeernährung auch mit tierischen Zutaten immer noch nachhaltiger gestalten.

2. Benutze einen (nachhaltigen) Hundekotbeutel

Zunächst einmal ist es wichtig, überhaupt einen Kotbeutel zu nutzen – egal, ob du in der Stadt oder auf dem Land Gassi gehst bist. Denn die Hinterlassenschaften unserer Hunde sind reich an Umweltgiften, wie Phospor, Stickstoff und Schwermetallen, die Ökosysteme belasten. Auch mögliche Krankheitserreger und Parasiten im Kot können eine Gefahr für Wild- und Weidetiere, aber auch für uns Menschen darstellen. Und noch etwas: die Straßenreinigung wird natürlich ebenfalls entlastet, wenn du den Hundekot stets einsammelst.

Und welche Hundekotbeutel sind besonders klimafreundlich? Am besten nutzt du Hundekotbeutel aus Papier oder Maisstärke und entsorgst sie anschließend fachgerecht. Bei längeren Spaziergängen kannst du einen Beutel auch hin und wieder zwei Mal nutzen.

3. Adoptiere einen Hund aus dem Tierschutz/Tierheim

Es ist vor allem auch die Menge an Hunden weltweit, die dem Klima zur Last fällt. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Überzüchtung der Tiere, die durch den Kauf von Zuchttieren leider weiter gefördert wird. Deshalb ist es auch extrem nachhaltig, wenn du ein großes Herz beweist und einen Hund aus dem Tierschutz adoptierst oder anderweitig von der Straße rettest.

Je kleiner der Hund, desto weniger belastet er die Umwelt. Auch dieses Wissen kannst du selbstverständlich bei der Wahl deines Vierbeiners nutzen, um sein Leben an deiner Seite möglichst klimafreundlich zu gestalten.

4. Bevorzuge eine hundeausstattung in Bio-Qualität

Wer billig kauft, kauft doppelt. Sicher kennst du diesen Spruch – der sich auch sehr gut auf Leinen, Geschirr, Näpfe, Spielsachen und andere Dinge, die dein Hund sein eigenen nennt, beziehen lässt. Langlebigkeit und Nachhaltigkeit sollten bei der Auswahl eine wichtige Rolle spielen, wenn du den CO2-Pfotenabdruck verbessern willst.

Sind Hunde Klimasünder? Es kommt drauf an!

Ein klimafreundliches Leben mit Hund ist möglich

Wenn du deinen eigenen ökologischen Fußabdruck reduzieren willst, darfst du dabei nicht den Pfotenabdruck deines lebensfrohen Vierbeiners vergessen. Die Wahl von umweltfreundlichem Tierfutter und Kotbeuteln kann beispielsweise entscheidend zur Optimierung beitragen. Wir halten fest: ein Hund kann durchaus ein Klimasünder sein – muss er aber nicht. Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Beitrag die nötigen Tipps an die Hand geben konnte, um seine Klimabilanz mit einfachen Mitteln aufzupolieren.

Hast du Fragen, Anregungen oder eigene Erfahrungen mit der CO2-Bilanz deines Hundes gemacht, die du teilen möchtest? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar!

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Ich habe dir auch noch einen ausführlichen Artikel erstellt, um das Verhalten deines Hundes beim Tierarzt zu verbessern. Viel Spaß!

Quellenangaben:
₁ Technische Universität Berlin: Ein Hundeleben und sein CO2-Fußabdruck (Stand: 28.08.2020), abrufbar unter https://www.tu.berlin/ueber-die-tu-berlin/profil/pressemitteilungen-nachrichten/2020/august/oekobilanz-eines-hundes. [10.12.2021].

₂ Statista GmbH: Haustierbesitzer in Deutschland nach Anzahl von Hunden im Haushalt von 2017 bis 2020 (Stand: November 2020), abrufbar unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/181167/umfrage/haustier-anzahl-hunde-im-haushalt. [10.12.2021].

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Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

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