Plastikmüll in Asien - Entsorgung und Geldgier

Asien hat das größte Plastikmüll-Problem

Plastikmüll im Meer und in der Umwelt ist die Folge eines mangelhaften Umweltbewusstseins aller Länder dieser Erde. Doch um das massive Problem mit dem Plastikmüll in der Umwelt und im Meer zu lösen bzw. zu reduzieren, müssen wir genau an den Ursachen in den Ländern ansetzen, wo der größte Anteil des Plastikmülls in die Meere gelangt. Die Studie THE NEW PLASTIC ECONOMY – RETHINKING THE FUTURE OF PLASTICS der Ellen MacArthur Foundation schafft einen guten Überblick über die Entstehung des Plastikmülls in den Ozeanen. Laut der Studie haben Amerika und Europa (40%) und Asien (45%) den größten Anteil an der weltweiten Plastik-Produktion. Dennoch tragen Amerika und Europa nur 2% zum weltweiten Plastikmüll im Meer bei. Stattdessen sind 82% des Plastikmülls im Meer auf asiatische Länder zurückzuführen. In diesem Artikel geht es nicht darum, einen Schuldigen für den Plastikmüll in der Umwelt und besonders im Meer zu suchen, sondern darum, eine Lösung für eines der beiden größten Umwelt-Probleme auf unserem Planeten zu finden. Heute erfährst du, warum Asien so ein großes Plastikmüll-Problem hat und wie es sich lösen lässt.

Plastikmüll im Meer - Anteile der Kontinente

Plastikmüll im Meer, 82% sind auf asiatische Länder zurückzuführen

5 asiatische Länder sorgen für 60% des weltweiten Plastikmülls im Meer

Um kurz ein Bild zu malen: Aktuell kommen auf 3kg Fisch im Meer etwa 1kg Plastik. Mehrere weltweite Studien belegen, dass China, Indonesien, die Philippinen, Vietnam und Thailand den größten Anteil am Plastikmüll im Meer haben. Aber warum ist die Umweltverschmutzung durch Länder aus Asien besonders hoch? Eigentlich ganz logisch: Der Konsum in asiatischen Ländern wächst rasant und nach westlichem Vorbild. Die Nachfrage nach neuen Artikeln steigt, da durch die boomende Wirtschaft mehr Geld zur Verfügung steht. Soweit so gut. Bei diesem starken Wirtschaftswachstum kommt nur eines der wichtigsten System nicht hinterher: Das Entsorgungssystem. Ein Thema, dass nur Kosten mit sich bringt und auf den ersten Blick möglicherweise unproblematisch schien. Dabei fällt mir direkt wieder Dubai als Beispiel ein. 500.000 Menschen arbeiten dort für einen Hungerlohn, aber jede Woche werden neue Bauprojekte angekündigt. Profit steht an erster Stelle. Doch Dubai ist mehr Schein als sein. Wolkenkratzer wohin das Auge reicht, aber die Kanalisation wurde hier nicht parallel zu riesigen Bauprojekten angepasst. Täglich fahren Hunderte LKW die Fäkalien aus der Stadt zu den Kläranlagen. Was für Dubai gilt, gilt auch für asiatische Länder wie China, Vietnam oder Thailand. Und genau hier muss zur Lösung des Plastikmüllproblems angesetzt werden, auch wenn die Industrie aufgrund der hohen Kosten, nur wenig Interesse an der Entsorgung von Plastikmüll hat. So kommt es, dass asiatische Länder neuen Abkommen zum Klimawandel oder den Plastikmüll-Problemen nur selten zustimmen und stattdessen auf ihr Recht auf Entwicklung pochen. Wenn die Entwicklung allerdings weiterhin nur auf den wirtschaftlichen Aspekten beruht, wird die Kluft zwischen Wirtschaftsboom und Entsorgungssystem mit jedem Tag größer. In den bestehenden, mangelhaften Entsorgungssystemen in Asien werden nur etwa 40% des Plastikmülls gesammelt. Durch die mangelhaften Möglichkeiten zur Entsorgung des Mülls, gelangt der Großteil über Umwege (Wind, Flüsse und Co.) ins Meer. Im Jahr 2012 ist eine Giraffe in einem indonesischen Zoo verendet, weil sie über 20kg Plastik im Bauch hatte. Es sind also bei weitem nicht nur die Meere betroffen, sondern auch an Land herrscht ein riesiges Plastikmüll-Problem, dass einerseits auf die mangelhaften Entsorgungssysteme und anderseits auf die persönliche Einstellung jedes einzelnen zurückzuführen ist.

Plastikmüll in der Umwelt – Gesetzesänderungen, Gebühren und Verbote müssen her

Plastikmüll in der Umwelt und im Meer (Asien)

Eine Kuh im Plastikmüll © By Stefan Dietrich

Viele Müllsammler sind unterwegs, um ihr Leben mit dem Plastikmüll zu finanzieren. In Asien ist so viel Müll in der Umwelt, dass sich die Sammler schon nur noch auf den wertvollen Müll (wie Pfandflaschen) konzentrieren. Der Profitgedanke steht im Vordergrund. Was bei den Pfandsammlern (verdienen zwischen 0,50€ – 5€) durch den reinen Überlebensgedanken angetrieben wird, ist bei der Industrie pure Ignoranz. Wie du im Interview mit Dr. Bernhard Bauske vom WWF vielleicht schon gelesen hast, kämpfen wir dafür, dass die Industrieunternehmen in Asien auch für die Entsorgung des in Umlauf gebrachten Plastiks verantwortlich werden. Das dies bei der Industrie wenig Begeisterung auslöst, ist aufgrund der hohen Entsorgungs-Kosten aber kein Wunder. Nach und nach, aber immer noch viel zu langsam, werden die Gesetze angepasst, Verbote ausgesprochen und Gebühren erhöht. Seit Anfang 2016 werden in 23 asiatischen Städten umgerechnet etwa 33 Cent für eine Plastiktüte fällig. Auch wenn diese Gebühr einen großen Effekt auf den Verbrauch von Plastiktüten hatte, trifft diese Entscheidung zunächst nur den Bürger. In China gibt es bereits seit 2008 ein Verbot für dünne Plastiktüten und eine hohe Gebühr für dickere Plastiktüten. Der Verbrauch von Plastiktüten in China ist nach einer Studie der Universität Göteborg danach um die Hälfte gesunken.

Meiner Meinung nach, müssen die Industrieunternehmen in die Pflicht genommen und für die Entsorgung des in Umlauf gebrachten Plastikmülls verantwortlich gemacht werden. Das Umdenken bei den gewählten Verpackungsmaterialien würde auf diese Weise sehr schnell gehen. Aktuell ist Plastik einfach das günstigste Material, sodass für die Industrie kein Grund besteht, von Plastik auf nachhaltige und biologische Verpackungen umzusteigen.

Welche Erfahrungen mit Plastikmüll hast du gemacht? Schreibe mir einfach eine Mail oder einen Kommentar. In der nächsten Woche bin ich für einige Zeit auf Sri Lanka, um mich genauer mit dem Plastikproblem in Asien auseinanderzusetzen.

Beste Grüße,

CareElite Christoph

 

 

PS.: Auf Sri Lanka habe ich mir einen persönlichen Eindruck vom Plastikmüll in Asien gemacht. Lese dir jetzt den Blogartikel Meine Reiserfahrungen auf Sri Lanka durch und schaue, was ich dort erleben durfte/musste.


Quellenverzeichnis:

Studie: THE NEW PLASTIC ECONOMY – RETHINKING THE FUTURE OF PLASTICS – ELLEN MACARTHUR FOUNDATION

Ich bin Christoph und reise als digitaler Nomade durch die Welt, um Plastik-CleanUps zu organisieren und Plastikmüll in der Natur zu beseitigen. Auf CareElite.de gebe ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes Leben ohne Müll mit fantastischen Natur-Reisen. Mit jedem Einkauf, jedem Like und regelmäßigen Besuchen auf meinem Nature Blog unterstützt du mich unglaublich in meiner Arbeit als Umweltschützer! Danke, dass du dabei bist! :-)

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