Urban Gardening - Das Gärtnern in der Stadt

Urban Gardening – Was ist das und wie funktioniert’s?

Was ist eigentlich Urban Gardening? Aussäen, Pflegen, Ernten – nachhaltiges Gärtnern erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Glücklicherweise ist das Hobby nicht mehr nur den Kleingarten- und Hausbesitzern vorbehalten. Als umweltfreundliche und platzsparende Freizeitbeschäftigung hat es in Form des urbanen Gartenbaus auch in den Innenstädten viele Anhänger.

In dem folgenden Beitrag erkläre ich dir, was hinter Urban Gardening steckt, wie es funktioniert und welche Besonderheiten du beim Einstieg beachten solltest. Auf geht's!

Hier vorab noch ein kurzes Inhaltsverzeichnis über den Artikel:

  1. Defintion
  2. Vorteile
  3. Mit Kindern
  4. Tipps für Einsteiger
  5. Ausblick

Gärtnern in der Stadt – der Natur ganz nah

Urban Gardening - Gärtnern auf dem Balkon
Urbanes Gärtnern funktioniert auch wunderbar auf dem eigenen Balkon / Credits: E-Book Urban Gardening für Stadtfamilien

Unter Urban Gardening (oder Urbanem Gartenbau) versteht man die gärtnerische Erschließung und Nutzung von meist kleinräumigen, innerstädtischen Flächen.

Naturbelassene Böden werden asphaltiert und Grünflächen durch Betonwüsten ersetzt. Bäume, Sträucher und Blumen finden kaum noch Platz, um sich zu entfalten. Das urbane Gärtnern entstand als logische Folge der zunehmenden Bebauung der Städte. Vor allem in den Metropolen suchten naturverbundene Stadtbewohner nach einer Möglichkeit, das kalte Grau in ein frisches Grün zu verwandeln. Dies war die Geburtsstunde des Urban Gardening, bei dem leidenschaftliche Hobbygärtner gemeinschaftliche Terrassen oder ihren heimischen Balkon in der Stadt mit Blumen, Kräutern, Früchten und Gemüse bepflanzen.

Fünf Vorteile – Was Reizt am urbanen Gärtnern?

Es sind ganz unterschiedliche Aspekte, die städtische Hobbygärtner am Urban Gardening schätzen. Neben der Komponente der Nachhaltigkeit spielen auch finanzielle und soziale Aspekte eine Rolle. Dies sind die wichtigsten Vorteile im Überblick:

1. Natur erleben

Der Anblick frischer Möhren, reifer Erdbeeren und blühender Hortensien auf dem heimischen Balkon schenkt den Sinnen eine Auszeit vom hektischen Leben in der Stadt. Sie verzaubern mit ihren leuchtenden Farben und verwöhnen deine Nase mit frischer Luft. Auf diese Weise verwandelt das Urban Gardening einen kahlen Balkon in eine erholsame Oase. So kann man im Prinzip Zeit draußen in der Natur verbringen, ohne lange aus der Stadt herausfahren zu müssen.

2. Gesund ernähren

Es sind nicht nur Blumen, die sich für das Gärtnern in der Stadt eignen. Gemüse – wie Tomaten, Möhren und Radieschen – sowie Beeren kannst du unkompliziert pflanzen und wiederholt ernten. Lebensmittel aus deinem eigenen Anbau sind regional, saisonal, zu 100 Prozent frei von Pestiziden. Zudem verfügen sie über einen aromatischeren Geschmack.

Tipp: Wie du Tomaten selber anbaust erfährst du im verlinkten Beitrag!

3. Umweltfreundlich leben

Der konventionelle, flächendeckende Anbau von Gemüse, Beeren und Früchten erfolgt in vielen Ländern unter Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und chemischem Dünger. In Kombination mit den langen Transportwegen und einem meist extrem hohen Wasserverbrauch stellt dies eine Belastung für die Umwelt dar. Mit dem Anbau auf deinem Balkon setzt du ein Zeichen für eine nachhaltige Lebensweise im Einklang mit der Natur.

4. Geld sparen

Vor allem für Familien ist die Kostenersparnis ein großer Vorteil des urbanen Gartenbaus. Ausflüge in Parks und Naherholungsgebieten sind teuer und zeitaufwendig. Durch die Bepflanzung deines Balkons oder deiner Terrasse kreierst du ein eigenes Stück Natur in deinem Zuhause. Teure Trips ins Grüne erübrigen sich. Zudem tragen bestimmte Gemüse- und Beerensträucher wiederholt Früchte, wodurch du Geld für den Lebensmitteleinkauf sparst. Auf diese Weise lässt sich durch Nachhaltigkeit Geld sparen.

5. Gleichgesinnte treffen

Erfahrungen austauschen, Probleme lösen und motiviert bleiben – es ist auch die soziale Komponente, die den Zauber des Gärtnerns in der Stadt ausmacht. Im Internet und in gemeinschaftlich bewirtschafteten Gärten findest du Menschen, die deine Leidenschaft teilen. Für viele ist das ein ganz entscheidender Vorteil des Urban Gardenings.

Urbaner Gartenbau mit kindern – Ein Hobby für die ganze Familie

Kind gießt die Blumen

Urban Gardening bereitet noch viel mehr Freude, wenn du es zusammen mit deinen Lieben betreibst. Vor allem für Kinder ist das Pflanzen, Ernten und Vernaschen von leckerem Obst und Gemüse eine aufregende Beschäftigung. Das gemeinsame Gärtnern mit deinen Kleinen bietet dir die perfekte Gelegenheit, ihnen die Themen Umweltschutz, gesunde Ernährung und Natur spielerisch näherzubringen. (mehr auch unter Umweltschutz mit Kindern)

Beziehe deinen Nachwuchs in alle Schritte – wie die Gestaltung der Beete und die Auswahl der Samen – ein, um Begeisterung zu wecken. Dies steigert die Vorfreude und Euphorie der kleinen Hobbygärtner. Baue am Anfang gängige Sorten wie Kresse und Schnittlauch an. Dank ihres rasanten Wachstums geben sie deinen Kindern schon nach wenigen Tagen ein erstes Erfolgserlebnis.

Halte die Motivation der Kleinen für den urbanen Gartenbau konstant hoch, indem du mit gutem Beispiel vorangehst. Der Spaßfaktor sollte nicht zu kurz kommen. Nutze interessante Do-It-Yourself-Projekte – wie das Basteln von Samenbomben oder Anzuchttöpfen – als regelmäßige Auflockerung. Das Urban Gardening zeigt deinen Kindern, wie sie aus Fehlern lernen und Herausforderungen meistern können.

Urbanes Gärtnern – mit diesen fünf Tipps gelingt dir der Einstieg

Urbaner Gartenbau mit Tomaten

Du hast Lust aufs Urban Gardening bekommen? Dann möchte ich dir hier noch ein paar wichtige Tipps für einen möglichst einfachen Einstieg mit an die Hand geben.

1. Berücksichtige den verfügbaren Platz

In einem ersten Schritt solltest du die Gegebenheiten deines Balkons beziehungsweise deiner Terrasse begutachten. Dies ist essenziell für die Auswahl, Bepflanzung und Anordnung der Beete. Bei diesem Punkt spielt auch die geografische Lage eine Rolle. Während sich Erdbeeren und Paprika gerne sonnen, bevorzugen Minze und Petersilie ein halbschattiges Plätzchen.

Tipp: Du willst Balkon oder Terrasse Insekten- und Vogelfreundlicher machen? Dann schaue unbedingt in meine Beiträge über den vogelfreundlichen Garten und den bienenfreundlichen Garten herein!

2. Wähle die richtigen Sorten

Sind die Beete aufgebaut, kannst du mit der Auswahl der Samen beginnen. Orientiere dich bei dieser Entscheidung an deinen persönlichen Vorlieben, deiner Zeit und Deinem Know-how. Als Anfänger sind pflegeleichte, widerstandsfähige Sorten wie Möhren und Basilikum eine gute Wahl. Mit steigendem Erfahrungslevel kannst du dein Sortiment schrittweise erweitern.

3. Ziehe einen Pflanzkalender zurate

Das Gärtnern beinhaltet die Phasen Aussäen, Pflegen, Ernten und Überwintern. Der richtige Zeitpunkt ist von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich. Hinzu kommen variierende Ansprüche an die Bodenfeuchtigkeit, die Beetnachbarn und den Abstand zwischen den Samen. Mit einem Pflanzkalender behältst du den Überblick und bringst deine Gemüse-, Obst- und Kräutersorten gesund durch das Jahr.

4. Tausche dich mit Gleichgesinnten aus

Der urbane Gartenbau lebt vom Austausch mit anderen. In Hamburg, Berlin und München wird es auf gemeinschaftlichen Dachterrassen betrieben. Die Anzahl dieser kollektiven Gärten steigt kontinuierlich. Dort lernst du andere Hobbygärtner kennen, holst dir Rat und sammelst Inspiration. Falls es in deiner Stadt (noch) keinen gemeinschaftlichen Garten gibt, bieten sich Internetforen und die sozialen Netzwerke als Alternative an.

5. Bleibe motiviert

Fehler und Misserfolge sind am Anfang normal. Die Natur ist nicht perfekt und du musst es auch nicht sein. Lass‘ dich von kleinen Rückschlägen nicht entmutigen, sondern lerne aus ihnen. Was ist schiefgelaufen und wie kannst du es beim nächsten Mal besser machen? Bleibe wissbegierig, entspannt und positiv – dann kommt der Erfolg von ganz alleine.

Dir fallen weitere Tipps ein? Dann immer her damit in den Kommentaren!

Urban Gardening – Ein Blick in die Zukunft

Urban Gardening - Kinder Gärtnern in der Stadt

Das Gärtnern in der Stadt ist ein umweltfreundliches, unkompliziertes und günstiges Hobby für Groß und Klein. Es zaubert einen Hauch Natur in die kalten, steinernen Metropolen und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer grünen Stadt.

Mithilfe der Tipps gelingt dir der Einstieg in die Welt des urbanen Gartenbaus garantiert! Lege einfach deinen Anspruch an Perfektion ab und betrachte deine nachhaltige Freizeitbeschäftigung als kontinuierlichen Lernprozess. Du wirst ausreichend Zeit zum Experimentieren haben, denn eines ist sicher: Urban Gardening ist kein kurzweiliger Trend, sondern eine zukunftsorientierte Entwicklung.

Hast du Fragen oder Anregungen zu diesem Beitrag über das Gärtnern in der Stadt? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar!

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

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Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes und vor allem nachhaltiges Leben an die Hand geben.

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