Zum Inhalt springen
Zwischen Echtleder und Kunstleder unterscheiden

Echtleder und Kunstleder unterscheiden – 7 Tipps, um tierische Lederprodukte zu umgehen

Du willst lernen, Echtleder und Kunstleder voneinander zu unterscheiden? Dann bist du hier absolut richtig! Ob bei Portemonnaie, Sitzbezug, Handtasche, Armbanduhr oder Schuh – echte, tierische und alternative, pflanzliche Lederwaren lassen sich heute nur noch schwer auseinanderhalten. Doch auch wenn sie sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sind, fallen bei genauerem Hinsehen – und mithilfe einiger Tipps – wesentliche Unterschiede auf.

In diesem Artikel möchte ich dir jetzt erläutern, woran du Echtleder und Kunstleder erkennen kannst. Auf geht's!

Vorab findest du hier schon eine Übersicht über meine Ratschläge:

  1. Struktur ansehen
  2. Riechen
  3. Fühlen
  4. Etiketten und Schilder ansehen
  5. Mit Öl- und Wasser testen
  6. Auf den Preis schauen
  7. Veränderungen beobachten
  8. Verkäufer*in fragen

Warum sollte ich echtes und künstliches Leder überhaupt unterscheiden?

Vielleicht bist du ja nur auf dieser Seite gelandet, um sicherzustellen, dass es sich beim Objekt der Begierde auch wirklich um echtes Leder handelt. Dann möchte ich dir an dieser Stelle kurz und knapp die veganen Motive für die Bevorzugung nicht-tierischer Lederalternativen vorstellen:

  • Unzählige Tiere müssen für die Herstellung von Echtlederwaren leiden
  • Leder ist mehr als „nur“ ein Abfallprodukt der Fleischindustrie
  • Tragen von Leder suggeriert die Akzeptanz von Tierausbeutung
  • Der Gerbungsprozess ist extrem umweltbelastend
  • Auch unzählige Menschen müssen für Leder leiden

Diese Liste und alle genaueren Erläuterungen zu den genannten Gründen findest du im Artikel „Warum tragen Veganer kein Leder?“.

7 vegane Tipps, um echtes Leder schnell zu erkennen und zu umgehen

Jetzt weißt du, dass veganes Leder vor allem aus ethischen und ökologischen Gründen bevorzugt werden sollte, wenn man nicht gänzlich auf die Leder-Optik verzichten möchte. Nun aber direkt zu den versprochenen Tipps, um das tierfreundliche „Fake-Leder“ und echtes Leder schnellstmöglich zu unterscheiden.

1. Struktur ansehen

Armbanduhren aus Echtleder und Kunstleder

Die Oberfläche selbst lässt sich hinsichtlich der Optik mittlerweile ziemlich gut imitieren. Ein Indiz für echtes Leder sind jedoch kleinere Makel in der Oberfläche, die beispielsweise durch Verletzungen oder Nackenfalten des Tieres zustande kommen. Kunstleder wird hingegen von Maschinen gleichmäßig „perfekt“ produziert.

Dein prüfender Blick sollte daher definitiv den Schnittkanten des jeweiligen Produktes gelten. Wenn du dort ein Gewebe, glatte Ränder oder mehrere Schichten Material erkennst, ist es in der Regel künstliches, veganes Leder, da Echtleder normalerweise eine faserige Struktur vorweist. Auch die Rückseite gibt Hinweise: tierfreundliches Fake-Leder hat eine Webschicht und feine, weiche Fasern – Echtleder ist eher rau.₁

2. Riechen

Sicherlich kennst du den typischen, unverwechselbaren Ledergeruch von Autositzen oder neuen Schuhen. Der lässt sich zwar durch künstliche Aromen imitieren, ist in der Regel aber ein klares Indiz für echtes Leder. Ist das Objekt der Begierde eher geruchsneutral oder duftet es nach Plastik, dann handelt es sich wahrscheinlich eher um ein Leder-Imitat.

Gut zu wissen: wenn du ein Lederprodukt leicht ankokelst – und es nach verbrannten Haaren riecht – ist es mit sehr hoher Sicherheit ebenfalls Echtleder. Leider schadet man mit diesem Test jedoch in aller Regel dem Produkt.

3. Fühlen

Unterschiedliche Oberfläche bei Echt- und Kunstleder

Tierisches Leder passt sich deutlich langsamer der Umgebungstemperatur an, als künstliches Leder. Ist das Material also in wärmerer Umgebung verhältnismäßig kühl, ist dies ebenfalls ein guter Hinweis dafür, dass es sich um Echtleder handelt. Da Letzteres zudem atmungsaktiv ist, könntest du die beiden Materialien theoretisch auch am Tragekomfort unterscheiden. Grundsätzlich ist echtes Leder zudem weicher, während Kunstleder eher starr daherkommt.

Eine weitere, persönliche Beobachtung: Tierfreundliches Leder fühlt sich in der Regel etwas leichter und dünner an.

4. Etiketten und Schilder ansehen

Wenn du Echtleder und Kunstleder unterscheiden willst, hilft dir in aller Regel auch ein Blick aufs Etikett, Werbeplakat oder Preisschild. Tierische Lederwaren besitzen meistens ein bestätigendes Siegel. Das ist ein ausgebreitetes Tier, oft mit der Inschrift „echtes Leder“. Eine Raute im ausgebreiteten Tier signalisiert hingegen beschichtetes Leder.

5. Mit Öl- und Wasser testen

Da es sich bei echtem Leder um die ehemalige Haut eines Tieres handelt, kannst du es auch daran erkennen, dass es offene Poren besitzt und Wasser sowie Fette teilweise aufnehmen würde. Das Kunstleder ist dicht beschichtet und weist solche Fremdstoffe in der Regel eher ab. Mit einem kleinen Test an einer nicht sichtbaren Stelle der Handtasche, der Jacke oder einer anderen Lederware, kannst du Echtleder und Kunstleder also auch unterscheiden.

6. Auf den Preis schauen

Der Preis ist zwar kein klarer Beweis dafür, ob ein Produkt aus Echtleder oder Kunstleder besteht – doch ein Indiz ist er allemal. Kostet eine Lederjacke 500€, spricht dies eher für ein Echtleder-Erzeugnis. Bei Preisen um die 70€ ist eher von Fake-Leder auszugehen, dass Veganer aber natürlich nicht nur aus Kostengründen gerne bevorzugen werden.

7. Veränderungen beobachten

Abnutzung von Echtleder und Kunstleder

Dieser Tipp lässt sich natürlich erst nach dem Kauf umsetzen. Dennoch kann man anhand der Alterung immerhin nachträglich Echtleder und Kunstleder unterscheiden. Und wie? Künstlich produziertes Leder behält im Normalfall seine Farbe, während Echtleder etwas ausbleicht, vor allem an den Falten. Auch wenn es grundsätzlich einfacher zu pflegen ist, kommt es bei Kunstleder an den Tragefalten im Zeitverlauf eher zu kleinen Rissen, an denen dann unterschiedliche Materialschichten zu erkennen sein dürften.

8. Verkäufer*in fragen

Fast vergessen! Du kannst auch einfach beim jeweiligen Verkaufspersonal oder Hersteller nachfragen, ob ein Produkt aus tierischem, künstlichem oder pflanzlichen Leder besteht. In aller Regel ist dies ein weiteres, klares Indiz, um Echtleder und Kunstleder auseinander zu halten. Gleichzeitig ist es eine Chance, um zu erläutern, dass du die Ware gekauft hättest, wenn dafür kein Tier hätte leiden müssen.

Tierisches Leder und veganes Kunstleder unterscheiden – Kein Problem!

Während echtes Leder für viele Menschen noch ein wünschenswertes Qualitätsmerkmal ist, ist es für Veganer mittlerweile ein NoGo. Falschleder klingt also nur vermeintlich schlecht – für Tierfreunde, die nicht auf Lederprodukte verzichten möchten, ist es jedoch genau richtig.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Beitrag entscheidende Tipps dafür liefern konnte, um Echtleder und Kunstleder zukünftig in Sekundenschnelle zu unterscheiden. Hast du Fragen oder weitere Tipps parat? Dann schreibe mir gern einen Kommentar!

Bleib‘ tierfreundlich,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Ist echtes Leder eigentlich nachhaltig? Die Antwort erfährst du jetzt im verlinkten Beitrag – viel Spaß!

Quellenangaben:
₁ PETA Deutschland e.V.: Leder oder Kunstleder? So erkennen Sie den Unterschied (Stand: 16.08.2016), abrufbar unter https://www.peta.de/themen/leder-kunstleder. [05.01.2022].

Kaffekasse Verbesserungsvorschläge Newsletter

* Links mit Sternchen sind sogenannte Affiliate-Links: Wenn du darauf klickst und etwas kaufst, unterstützt du aktiv meine Arbeit mit CareElite.de, da ich einen kleinen Anteil vom Verkaufserlös erhalte. Vielen Dank für deinen Support und beste Grüße, Christoph!

nv-author-image

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

Ein Gedanke zu „Echtleder und Kunstleder unterscheiden – 7 Tipps, um tierische Lederprodukte zu umgehen“

  1. Lasergravur Leder

    Super Beitrag über dieses Material. Interessant ist ja auch, Leder zu „recyceln“ also halt wiederzuverwenden, damit nicht jedes Mal neues Leder produziert werden muss. VG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.