Was ist eigentlich Wasserfasten? Diese Frage stellen sich besonders Menschen, die darunter zunächst einen längeren Verzicht auf Wasser vermuten. Doch tatsächlich geht es beim Wasserfasten darum, für einen bestimmten Zeitraum auf feste Nahrung zu verzichten und ausschließlich Wasser zu trinken. Im Gegensatz zum intermittierenden Fasten gehört das Wasserfasten zu den strengeren Formen des Fastens.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie Wasserfasten funktioniert, was du dabei beachten solltest und welche möglichen Vor- und Nachteile damit verbunden sind.
Was ist Wasserfasten?
Das Wasserfasten bezeichnet eine Art des Fastens, bei der du für einen bestimmten Zeitraum auf jegliche feste Nahrungsmittel verzichtest und lediglich Wasser trinkst.
Wie lange sollte das Wasserfasten dauern?
Wie lange das Wasserfasten dauern sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Je länger du vollständig auf Nahrung verzichtest, desto wichtiger ist eine medizinische Begleitung. Vor allem wenn du Vorerkrankungen hast oder Medikamente einnimmst, solltest du dein Vorhaben vorher ärztlich abklären lassen.
Wie entstand die Idee des Wasserfastens?
Grundsätzlich gibt es 3 Gründe, weshalb Personen das Wasserfasten befolgen, nämlich um:
- Gewicht zu verlieren
- den Körper zu entgiften
- die Gesundheit zu fördern
Da ich deinen Gesundheitszustand nicht kenne, möchte ich dich hier aber noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dein Vorhaben des Wasserhabens vorab mit deinem Hausarzt abzusprechen.
Was sind die Vorteile vom Wasserfasten

Neben den allgemeinen Gründen, aus denen Menschen dem Wasserfasten nachgehen, gibt es natürlich klare Vorteile, die diese Art des Fastens mit sich bringt. Im Folgenden möchte ich sie dir vorstellen und zeigen, warum ich selbst meine Erfahrungen mit dem Wasserfasten gemacht habe.
1. Wasserfasten kann die Autophagie beeinflussen
Autophagie beschreibt den Vorgang der Zellerneuerung. Sprich, deine alten Zellen werden abgebaut und neue Zellen hergestellt.
Mehrere Studien haben gezeigt, dass Autophagie Krankheiten wie Krebs, Alzheimer₁ und Herzkrankheiten₂ vorbeugen soll. Außerdem soll Autophagie auch die Lebenserwartung erhöhen.
Jedoch handelt es sich bei diesen Studien um Tierversuche. Da es momentan nur wenige Humanstudien zum Thema Wasserfasten gibt, kann die Förderung der Autophagie bei einem menschlichen Körper nicht bestätigt werden.
2. Mögliche Auswirkungen auf den Blutdruck
Laut einer Studie₃ soll ein längeres Wasserfasten (ab 10 Tage) einen hohen Blutdruck senken. In dieser Studie wurden 174 Personen mit einem hohen Blutdruck untersucht, die 10-11 Tage das Wasserfasten befolgt haben. Am Ende der Untersuchung kam heraus, dass 90% der Testpersonen einen niedrigeren Wert hatten als am Anfang des Experiments.
Allerdings gibt es keine Humanstudie, die einen Zusammenhang zwischen einem gesenkten Blutdruck und dem Wasserfasten über eine kurze Dauer (24 bis 72 Stunden) bestätigt hat. Wie oben bereits erwähnt, solltest du zudem als Einsteiger wirklich noch nicht 10 Tage am Stück fasten.
3. Stoffwechsel kann verbessert werden
Für den Stoffwechsel sind Insulin und Leptin sehr wichtige Hormone. Insulin hilft deinem Körper, Nährstoffe im Blut aufzunehmen und zu speichern. Leptin erzeugt ein Sättigungsgefühl im Körper und hemmt somit das Auftreten von Hungergefühlen.
Studien₄ zeigen, dass Wasserfasten deinen Körper bezüglich Leptin und Insulin sensibilisieren kann. Im Umkehrschluss bedeutet eine größere Sensitivität, dass die Hormone (Insulin und Leptin) effektiver wirken, was sehr von Vorteil ist.
Wenn du nämlich eine höhere Insulinsensitivität hast, dann kann dein Körper effizienter deinen Blutzuckerspiegel senken. Bei einer höheren Leptinsensitivität wird ein größeres Sättigungsgefühl erzeugt. Auf diese Weise wird das Überessen verhindert und folglich auch die Gefahr, übergewichtig zu werden.
4. Risiko von chronischen Krankheiten kann sich verringern
Wasserfasten soll das Risiko von chronischen Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herzkrankheiten verringern.
In einer Studie₅ haben 30 gesunde Personen das Wasserfasten für 24 Stunden befolgt. Nach dem Fasten wurden bei diesen Testpersonen deutlich niedrigere Cholesterol- und Triglyceridwerte festgestellt. Diese beiden Werte sind zwei Risikofaktoren für Herzkrankheiten.
Mehrere Tierstudien₆ zeigen, dass Wasserfasten das Herz gegen freie Radikalen schützt. Freie Radikale sind instabile Moleküle, die deine Zellen beschädigen können. Daher sind diese Radikale mitverantwortlich für viele chronische Krankheiten. (mehr darüber auch im Artikel Abwehrkräfte stärken)
Des Weiteren haben Tierversuche bewiesen, dass Wasserfasten die Gene unterdrücken kann, die Krebszellen zum Wachstum bringen. Auch soll das Wasserfasten die Auswirkungen der Chemotherapie verbessern.
Jedoch solltest du im Hinterkopf behalten, dass nur eine Handvoll von Humanstudien bezüglich des Wasserfastens existieren und der aktuelle Stand der Forschung noch weiter ausgebaut werden muss.
Was sind die Nachteile vom Wasserfasten?
Natürlich kann das Wasserfasten auch Nachteile mit sich bringen, die ich dir natürlich nicht vorenthalten werde. Im Folgenden liste ich dir drei mögliche Nachteile bzw. Risiken auf.
1. Hauptsächlich Wasserverlust
Das Wasserfasten wird oft mit einem schnellen Gewichtsverlust in Verbindung gebracht. Allerdings verlierst du dabei nicht ausschließlich Körperfett. Besonders zu Beginn geht durch die Entleerung der Glykogenspeicher auch gebundenes Wasser verloren.
Wasserfasten ist deshalb keine allgemeine Lösung bei Übergewicht. Wenn dein Körpergewicht deine Gesundheit beeinträchtigt oder du langfristig Schwierigkeiten beim Abnehmen hast, solltest du das ärztlich abklären lassen.
Neben Veränderungen bei Ernährung, Bewegung und Gewohnheiten können abhängig von deiner individuellen Situation auch medizinisch begleitete Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen. Bei apo365 beurteilen beispielsweise Ärzt:innen und Ärzte anhand deiner medizinischen Angaben, ob eine entsprechende Behandlung grundsätzlich für dich geeignet ist.
Entscheidend ist letztendlich, eine gesundheitlich sinnvolle und langfristig tragfähige Lösung zu finden.
2. Gefahr von Dehydration
Obwohl du beim Wasserfasten ausschließlich Wasser trinkst, kannst du tatsächlich dehydrieren beziehungsweise einen Flüssigkeitsmangel erleiden. Etwa 20 bis 30% deines täglichen Wasserkonsums nimmt du durch Essen auf. Wenn du nun beim Wasserfasten die gleiche Menge an Flüssigkeit wie üblich aufnimmst, dann läufst du Gefahr, zu dehydrieren.
Achte deshalb während des Fastens besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und mögliche Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels. Typische Symptome der Dehydration sind unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung und ein niedriger Blutdruck.
3. Orthostatische Hypotonie
Eine orthostatische Hypotonie kann beim Fasten auftreten und bezeichnet einen deutlichen Abfall des Blutdrucks beim Aufstehen aus einer sitzenden oder liegenden Position. Mögliche Folgen sind Schwindel oder sogar Ohnmacht.
Wenn du während des Wasserfastens unter orthostatischer Hypotonie leidest, dann solltest du unbedingt auf das Autofahren verzichten. Denn Schwindel und Ohnmacht beim Autofahren führen höchstwahrscheinlich zu einem Autounfall.
Falls du unter diese Symptomen beim Wasserfasten leidest, dann ist diese Fastenmethode wahrscheinlich noch nichts für dich.
Für wen ist das Wasserfasten (nicht) geeignet?
Bevor du mit dem Wasserfasten beginnst, rate ich dir wie gesagt zuerst mit deinem Hausarzt zu sprechen. Schließlich ist das Fasten nicht für jede Person geeignet. Besonders bei einer so radikalen Form des Fasten, wie dem Wasserfasten, solltest du vorsichtig sein.Vermeide das Wasserfasten auf jeden Fall, wenn du unter folgenden Symptomen leidest oder dich in den entsprechenden Zuständen befindest:
- Essstörung
- Untergewicht
- Schwanger oder in der Stillzeit
- Herzprobleme
- Diabetes Typ 1
- Migräne
- Erkrankungen (z. B. Leber-, Schilddrüsen und Nierenerkrankungen)
Falls du zurzeit krankheitsbedingt Medikamente einnehmen musst, dann solltest du lieber auch auf das Wasserfasten verzichten. Je nach Medikament kann die jeweilige Wirkung durch die, wenn auch kurzzeitige, reine Wasser-Ernährung, negativ beeinflusst werden.
Plan für das Wasserfasten

Vor dem Wasserfasten empfehle ich dir, nur leicht verdauliche Nahrungsmittel (wie Reis, Obst und Gemüse) zu verzehren. Denn die Schonkost dient ideal als Vorbereitung für die kommende Fastenperiode.
Nach der Fastenperiode ist es wichtig, dass sich dein Körper langsam wieder an die feste Ernährung gewöhnt. Daher solltest du auf keinen Fall nach dem Fasten direkt eine üppige Mahlzeit verspeisen, sondern dich eher langsam herantasten. Also nur kleine Mahlzeiten und idealerweise auch leicht verdauliche Lebensmittel zu dir nehmen.
Ist Sport beim Wasserfasten sinnvoll?

Viele Personen mögen die Kombination aus Sport und Fasten. Oftmals wird auch mit einem leeren Magen Sport getrieben. Doch beim Wasserfasten rate ich dir dringend vom anstrengenden Sport ab, wie zum Beispiel dem Krafttraining oder dem Joggen. Das Wasserfasten stellt für deinen Körper schon eine sehr große Belastung dar.
Daher solltest du höchstens nur körperliche Aktivitäten mit einer geringen Intensität ausüben. So kannst du beispielsweise an der frischen Luft spazieren oder mit einem Trainingsgerät, wie einem Mini Heimtrainer in den eigenen vier Wänden dich wirklich nur sehr leicht sportlich betätigen.
Kritik am Wasserfasten
Es wird häufig gesagt, dass Wasserfasten den Körper von Giftstoffen befreien beziehungsweise „entgiften“ könne. Dieser Vorgang wird als Detox bezeichnet. Giftstoffe sind beispielsweise Abgase und Feinstaub in der Luft oder Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Schwermetallen in Obst und Gemüse. Farbstoffe, Konservierungsstoffe und viele weitere Zusätze in Lebensmittel gehören auch zu den Giftstoffen.
In erster Linie werden die Schadstoffe von deiner Leber in harmlose Stoffe umgewandelt. Diese werden anschließend in Form von Urin, Schweiß oder Fäkalien ausgeschieden. Die Nieren helfen auch deinem Körper, sich von Giftstoffen zu befreien.
Nun kommt meistens die Frage auf, ob du tatsächlich deinem Körper bei der Entgiftung unterstützen musst. Denn laut einem Review aus dem Jahr 2014 und der Verbraucherzentrale gibt es keine wissenschaftliche Studien dafür, dass der Körper Hilfe für die Entgiftungsprozesse benötigt.
Des Weiteren existieren nur wenige und fragwürdige Studien, die bestätigt haben, dass Wasserfasten wirklich die Leber entgiften kann.
Wasserfasten – Sinnvoll, oder nicht?

Das Wasserfasten gehört zu den radikaleren Formen des Fastens und soll einige gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Jedoch wurden die meisten gesundheitsfördernde Wirkungen nur in Tierstudien festgestellt. Ob auch Menschen von den Vorteilen profitieren können, ist noch recht ungewiss, da nur nämlich nur wenige Humanstudien existieren.
Zudem ist das Wasserfasten mit einigen Risiken behaftet, besonders wenn du über einen längeren Zeitraum fastest oder nicht kerngesund bist.
Wenn du trotz allem fasten möchtest, dann probiere lieber die sicheren und sanfteren Methoden aus, wie das intermittierende Fasten oder das Heilfasten.
„Wasser ist die Materie und Matrix des Lebens, Mutter und Medium. Ohne Wasser gibt es kein Leben.„
Albert Szent-Györgyi (mehr unter Umweltschutz Zitate)
Hast du Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel oder eigene Erfahrungen mit dem Wasserfasten gemacht, die du teilen möchtest? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar.
Bleib gesund,

PS: Für Gesundheitstipps schau dich ruhig im natürliche Gesundheit Blog um.


Mit „3. Orthostatische Hypotanie“ sollte eigentlich „Orthostatische Hypotonie“ gemeint sein, was nicht den Abfall des Blutzuckerspiegels beim Aufstehen, sondern den des Blutdrucks beschreibt (deswegen auch der Schwindel).
Der Blutzucker bleibt völlig unbeeindruckt von einem Positionswechsel.
Danke dir für den Hinweis! Ist korrigiert 🙂
Hi
danke für die Ideen und vielen konkreten News zum Wasserfasten. ich glaube, ich probiere das mal aus.
Viele Grüße
Astrid
Hi Astrid! Danke für dein Feedback – berichte gerne mal, wie es läuft!
Beste Grüße
Christoph