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Nachhaltiger Dünger – 10 organische Düngemittel

Nachhaltiger Dünger – 10 natürliche Düngemittel und ihre Anwendung

Du suchst einen nachhaltigen Dünger? Dann bist du hier genau richtig! Ob in der großflächigen Landwirtschaft oder im kleinen Garten-Paradies: Der Einsatz von Düngemitteln ist wichtig für die Bodenfruchtbarkeit und die Nährstoffversorgung von Pflanzen. Die richtige Dosierung ist jedoch entscheidend, um den Dünger möglichst effektiv einzusetzen und um dabei keine Umweltschäden anzurichten. Zudem sind es chemische Dünger mit Stickstoff und Phosphor, die sich negativ auf die Wasser- und Luftqualität, aber vor allem auf die Bodenfruchtbarkeit auswirken. Auch Schwermetalle kommen in manchen Düngern vor und können sowohl ins Grundwasser als auch in die Nahrungskette gelangen.₁

Grund genug, über natürliche Alternativen und einen bewussteren Umgang mit unserem Dünger nachzudenken. Hier stelle ich dir jetzt zehn organische Düngemittel für deine Pflanzen vor. Auf geht's!

Vorab findest du hier schon eine kurze Übersicht:

  1. Schalen von Bio-Bananen
  2. Holzasche
  3. Kompost
  4. Stallmist
  5. Wasseralgen
  6. Eierschalen
  7. Kleemulch
  8. Brennnesseljauche
  9. Kochwasser
  10. Kaffeesatz

1. Schalen von Bio-Bananen

Schneide die Schalen von ungespritzten Bio-Bananen in kleine Streifen und lasse sie an einem warmen Ort trocknen. Sie dürfen aber nicht schimmeln. Dann mischst du sie einfach unter die Erde. Das funktioniert auch wunderbar bei Erde in Pflanzgefäßen und ist daher sehr ratsam für das Düngen von Balkon- und Topfpflanzen. Bananenschalen eignen sich grundsätzlich auch sehr gut zur Düngung von Zierpflanzen wie Rosen und Geranien – und nicht zuletzt Gemüsesorten wie Gurken, Tomaten, Kartoffeln und Kürbissen.

Tipp: Wie du Tomaten selbst anbaust, erläutere ich dir in einem ausführlichen, separaten Artikel.

2. Holzasche

Asche vom Lagerfeuer oder aus dem Kamin ist ein idealer Dünger – vorausgesetzt, du verbrennst nur 100 Prozent unbehandeltes Naturholz. Sie enthält viel Kalium und unterstützt besonders gut Kartoffeln, Tomaten und Knollengemüse wie Sellerie. Wenn du Setzlinge einpflanzt, kannst du in jedes Loch einen Esslöffel Holzasche einfüllen. Alternativ streust du einfach eine feine Ascheschicht über das Beet.

3. Kompost

Klassische Komposterde ist ein idealer, organischer Dünger

Der eigene Kompost ist eine großartige und ökologische Alternative zum chemischen Mineraldünger. Ein Komposthaufen aus Gemüseabfällen, Laub und Grasschnitt braucht etwa 9 Monate, um von Regenwürmern, Asseln und Kleinstlebewesen zersetzt zu werden. Was dabei entsteht, ist bester nährstoffreicher Humus. Die Pflanzen gönnen sich dann genau die Nährstoffe auf, die sie für ein gesundes Wachstum benötigen. Das Kompostieren funktioniert übrigens sogar auf dem Balkon mit einem kleinen Komposter (z.B. einem Bokashi-Eimer oder einer Wurmkiste) und Küchenabfällen.

Tipp: Für die Zersetzung sind organische Substrate mit Effektiven Mikroorganismen nützlich. Schon 10 oder 20 Liter Küchenabfall wandelst du damit in Schwarzerde mit natürlichem Düngeeffekt um. 

4. Stallmist

Erdbeeren und Pferdemist – diese Kombination ist schon lange als nachhaltiger Dünger bekannt. Pferdeäpfel und Exkremente von Eseln enthalten viele wichtige Mineralstoffe wie Phosphor, Magnesium, Kalium und Stickstoff. Ihre Konsistenz bewahrt die Erde außerdem vor schnellem Austrocknen. Allerdings sollte Stallmist nicht frisch um Pflanzen gesetzt werden. Idealerweise arbeitest du die Pferdeäpfel schon zwei Monate vor dem Stecken von Setzlingen in die Erde ein.

Problem Gülle: Die Mischung aus Jauche und Tierkot steht in Hülle und Fülle zur Verfügung. Nicht zuletzt, da viele Menschen tierische Lebensmittel wie Fleisch und Milch konsumieren. Mit der übermäßigen Ausbringung der Gülle gelangen jedoch zu viele Nährstoffe in den Boden und stellen auch eine große Belastung für das Grundwasser dar. Unter „Gülle – Nachhaltiger Dünger oder gefährliches Umweltgift?“ erläutere ich dir die Problematik noch einmal ganz genau.

5. Wasseralgen

Hast du einen Gartenteich? Wenn in ihm grüne Algen wachsen, fische einige von ihnen heraus und lasse die Wasserpflanzen in einer warmen Umgebung trocknen. Anschließend kannst du sie zermahlen und unter die Erde mischen. Algen haben einen hohen Gehalt an Stickstoff, Kalium und Phosphor – und sind deshalb ein idealer Naturdünger.

6. Eierschalen

Falls du nicht vegan lebst bist, fallen beim Kochen und Backen sicherlich manchmal Eierschalen an. Diese kannst du direkt zur Düngung einsetzen, anstatt sie in die Biotonne zu feuern. Die Haut im Inneren solltest du jedoch noch abziehen. Anschließend die Schalen einfach zerdrücken und über das jeweilige Beet streuen. Die Eierschalen liefern viel Kalk und sind auch deshalb besonders gut für die Kräuterzucht von beispielsweise Thymian, Lavendel und Salbei geeignet.

7. Kleemulch

Hast du Zugang zu frischem Klee? Schneide oder mähe ihn ab. Streue ihn dann direkt als Mulchschicht über deine Beete. Er wird sich von selbst zersetzen und viele Stickstoffe in den Boden abgeben. Was bis zum Herbst nicht verrottet ist, kannst du dann in den Boden einarbeiten. Ein großartiger und organischer Dünger für deine Pflanzen!

8. Brennnesseljauche

Brennnesseln enthalten viele gesunde Nährstoffe für Pflanzen und Boden. Du kannst ein Kilogramm Brennnesseln in ein Gefäß stecken und es mit zehn Litern Wasser auffüllen. Lege dann einen Deckel darüber und lasse die Mischung etwa sieben bis vierzehn Tage ruhen. Anschließend noch kurz absieben und fertig ist die nützliche Brennesseljauche.

Verdünne die Jauche einfach noch mit etwas Wasser. Wie man sie ausbringen sollte? Für den Rasen im Verhältnis 1:50, für Jungpflanzen 1:20 und für große Sträucher 1:10. Du kannst sie einfach als Flüssigdünger mit der Gießkanne einsetzen. An den Geruch musst du dich allerdings erfahrungsgemäß etwas gewöhnen. 😉

9. Kochwasser

Was machen wohl die meisten Menschen mit dem Wasser, in dem sie beispielsweise Spargel, Kartoffeln, Brokkoli oder Blumenkohl zubereitet haben? Die Antwort: sie schütten es in den Abfluss. Dabei ist es durch den Kochprozess extrem nährstoffreich und eignet sich bestens zur natürlichen Düngung und Bewässerung der eigenen Pflanzen. Achte aber darauf, dass das Wasser nur noch maximal lauwarm und nicht zu salzig ist.

Geheimtipp Nudelwasser: Auch das Kochwasser von Nudelgerichten ist reicht an Mineralen und Stärke – und dient damit als kostenloser und nachhaltiges Düngemittel für Blumen und andere Pflanzen bei dir zu Hause. des Weiteren eignet es sich beispielsweise auch für Haarkuren und als Geschirrspülmittel.

10. Kaffeesatz

Kaffeesatz eignet sich als nachhaltiger Dünger

Jeder kennt den zurückbleibenden Rest der gemahlenen Kaffeebohnen im Kaffeefilter. Glücklicherweise gibt es dutzende Anwendungsmöglichkeiten für den gerne vorschnell entsorgten Kaffeesatz. Er ist beispielsweise ein guter Naturdünger, sollte aber nur als Zusatzdüngung eingesetzt werden.

Zuerst trocknest du den Kaffeesatz sorgfältig. Danach kannst du ihn direkt in den Boden einarbeiten.

Achtung! Bitte bedenke, dass der Kaffeesatz nicht schimmelt und bedenke seinen Säuregehalt. Letzterer Aspekt macht ihn nur als organischen Dünger für Pflanzen geeignet, die natürlicherweise in einem eher sauren Milieu zufrieden sind – zum Beispiel Azaleen und Hortensien.

Welche Naturdünger sollte man eher meiden?

Die organische Düngung ist immer zu Bevorzugen, wenn die nachhaltig und ökologisch handeln willst. Zu vermeiden sind mineralische Dünger aus dem Chemiewerk, aber auch einige Naturdünger aus dem Gartencenter. Dort werden beispielsweise gerne Guano und Hornspäne als Naturdünger angepriesen.

Guano ist Kot von Vogelkolonien, die auf Kalksteinfelsen brüten – das sind vor allem Pinguine und Kormorane. Er ist ein hervorragender Naturdünger, aber stammt größtenteils aus arktischen Gefilden. Umweltschonend sind die langen Transportwege auf keinen Fall – und deshalb ein Grund mehr, auf den eigenen Kompost als organischen Dünger zu setzen. Bei Hornspänen handelt es sich um zerriebene Hufe und Hörner von Schlachttieren. Als tierische Stickstoffquelle düngen sie natürlich ebenfalls den Boden. Doch sie liefern keine anderen Mineralien und entstehen nur auf Basis von Tierleid und Tierquälerei.

Organischer, nachhaltiger Dünger für eine sichere Zukunft!

Tatsächlich gelangen in Deutschland jedes Jahr 50 Kilogramm Stickstoff pro Kopf in die Umwelt.₂ Das lässt sich verbessern! Durch eine natürliche Düngung können wir Hobbygärtner*innen die Pflanzen, die Boden- und Grundwasserqualität und schlussendlich auch die eigene Gesundheit schützen und fördern. Überdüngung und zu hohe Nitratwerte im Boden sind dann Geschichte.

Vorausgesetzt, man setzt die Düngemittel sparsam und sinnvoll ein. Bitte achte vor allem darauf, dass du immer nur so viel Dünger einsetzt, wie deine Pflanzen benötigen – und welcher Dünger für das Wachstum welcher Pflanzen sinnvoll ist. Falls du Naturdünger aus dem Handel kaufst, achte auf die Dosierungsempfehlung, sowie auf die jeweilige Herkunft.

Ob Komposthaufen, Algen, Pflanzenjauche oder Holzasche. Ich hoffe, dass ich dir in diesem Artikel einige nachhaltige Dünger vorstellen konnte, die dir weiterhelfen. Hast du Fragen, Tipps oder eigene Erfahrungen mit der organischen Düngung gemacht, die du hier teilen möchtest? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar!

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Tatsächlich enthält Menstruationsblut mit Stickstoff, Phosphat und Kalium drei essenzielle Nährstoffe, die Pflanzen zum Wachsen benötigen. Es ist erst einmal ziemlich ungewöhnlich, aber es wird tatsächlich immer häufiger im Rahmen einer nachhaltigen Periode als natürlicher Dünger im Garten eingesetzt.

Quellenangaben:
₁ Umweltbundesamt: Düngemittel (stand: 01.06.2022), abrufbar unter https://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/umweltbelastungen-der-landwirtschaft/duengemittel#schwermetalle-in-dungemitteln. [10.08.2022].

₂ Umweltbundesamt: Zu viel Dünger schadet (Stand: 17.03.2015), abrufbar unter https://www.umweltbundesamt.de/themen/zu-viel-duenger-schadet. [10.08.2022].

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Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

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