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Nachhaltige Küchenmöbel: Woraus sollte eine umweltfreundliche Küche bestehen? 10 Materialien und Tipps

Nachhaltige Küchenmöbel Tips und Material

Du willst mehr über nachhaltige Küchenmöbel wissen? Dann bist du hier genau richtig! Umweltfreundlich zu kochen ist das eine – die Küche selbst aber umweltfreundlich zu gestalten, das andere. Damit das Material einer Küche wirklich nachhaltig ist, sollte es grundsätzlich aus umweltverträglicher Produktion stammen, stabil sein und natürlich auch wertschätzend gepflegt werden. Doch worauf muss man als Konsument beim nachhaltigen Küchenkauf in der Praxis wirklich achten?

In diesem Artikel möchte ich dir die wichtigsten Materialien und Tipps an die Hand geben und zeigen, wie du möglichst ökologische Küchenmöbel bekommst – von den Schränken, über die Arbeitsplatte, bis zu den Küchengeräten. Auf geht's!

Vorab findest du hier schon einen kleinen Überblick:

  1. Schränke
  2. Arbeitsplatte
  3. Küchengeräte
  4. Dekorschicht
  5. Fußboden
  6. Recycling
  7. Langlebigkeit
  8. Zertifizierung
  9. Marken
  10. Planung

1. Schränke

Nachhaltige Küchenschränke aus Holz

Beginnen wir mit den Küchenschränken und ihren Fronten. Die nachwachsende, natürliche Ressource Holz ist dafür definitiv das meist genutzte und natürlichste Material – doch nicht automatisch nachhaltig. Achte daher darauf, dass sie aus Vollholz gefertigt oder aus zertifizierten Holzwerkstoffen besteht. Das Material sollte möglichst unbehandelt sein, also ohne chemische Schadstoffe auskommen. Außerdem ist zu empfehlen, dass du Holz aus ökologischer Forstwirtschaft bevorzugst und auf Tropenhölzer verzichtest, um dazu beizutragen, die Abholzung der Regenwälder zu stoppen.

Tipp: Solltest du keine zu deinen Wünschen passende Küche finden, lohnt sich auch das Gespräch mit dem Tischler des Vertrauens, der mit höherer Wahrscheinlichkeit auf regionale Ressourcen setzt, als ein überregional agierendes Möbelunternehmen.

2. Arbeitsplatte

Für wirklich nachhaltige Arbeitsplatten aus Massiv- und Echtholz gilt das Gleiche, wie für die Küchenschränke. Es gibt sogar starke Oberflächen, die gänzlich aus Altmobiliar, Holz-Verpackungen, sowie Bau- und Abbauholz bestehen und im Vergleich zur konventionellen Modellen keinen Unterschied in der Stabilität erkennen lassen.

Naturstein ist ebenfalls ein geeignetes Material. Im Vergleich zu beispielsweise Keramik wird es nämlich mit deutlich geringerem Energieaufwand produziert, da es nicht aus unterschiedlichen Rohstoffen zusammengesetzt werden muss.

Mittlerweile gibt es aber auch Keramik, wie zum Beispiel Neolith, die sich wunderbar als langlebige Arbeitsplatte mit Steinoptik und -haptik eignen. Das extrem widerstandsfähige Material ist ein recycelbares Gemisch aus und natürlichen Mineraloxiden, Ton, Feldspat und Kiesel.

3. Küchengeräte

Ob Kühlschrank, Spülmaschine, Herd oder Backofen – auch die Geräte in deiner Küche sollten umweltfreundlich sein. Neben dem verwendeten Material, spielt ganz besonders die Energieeffizienz eine große Rolle bei der Bewertung. Sie beschreibt das Verhältnis des Nutzens zu dessen Energieeinsatz. Den niedrigsten Energieverbrauch haben die Geräte mit einer Energieeffizienz von A (bzw. A+++).

Wichtig: Wenn du im Haushalt Energie sparen willst, solltest dein Kühlschrank keiner Sonnenstrahlung ausgesetzt sein. Außerdem sollte zulassen, dass du den Inhalt in unterschiedlichen Temperatur-Zonen einordnen kannst, um deine Lebensmittel länger haltbar zu machen.

4. Dekorschicht

Unter dem Dekor versteht man eine dünne Oberflächen-Schicht, die beispielsweise über den Holztüren der Küchenschränke liegt. Sie besteht meist aus hochwertigem Kunstoff oder auch Papier. Ein natürlich-nachhaltiges Dekormaterial ist zudem Linoleum, das aus Naturharzen, Holzmehl, Leinöl und natürlichen Farbpigmenten besteht. Orientiere dich bei deiner Kaufentscheidung aber unbedingt an Papier-Umweltsiegeln, wie beispielsweise dem Blauen Engel.

Tipp: Wenn du lieber reine Holztüren ohne Kunstdekor bevorzugst, dann achte darauf, dass sie mit einer sanften, natürlichen Holzveredelung behandelt werden.

5. Fußboden

Umweltfreundlicher Fußboden in der Küche

Linoleum, aber auch zertifiziertes Holz oder Beton zählen auch in der Küche zu den nachhaltigen Fußbodenmaterialien. Für seine Nachhaltigkeit ist vor allem wichtig, dass der Fußboden wasserabweisend ist, da in der Küche mit höherer Wahrscheinlichkeit hin und wieder Kontakt Flüssigkeiten und feuchten Lebensmitteln besteht.

6. Recycling

Wirklich nachhaltige Küchenmöbel sollten bei der Auswahl aus möglichst aus recyceltem Material bestehen, um die Umwelt zu schonen. Doch auch nach der im Idealfall jahrzehntelangen Nutzung sollten Arbeitsflächen, Küchentische, Küchenschränke und Elektrogeräte wiederverwertet und aufbereitet werden können.

Tipp: Es ist zwar nicht unmöglich, aber durchaus etwas schwieriger, selbst Arbeitsplatten oder Schränke zu bauen. Doch auch Laien können sich beispielsweise bei einem Küchentisch-DIY-Projekt mit wiederverwerteten Eichenbohlen austoben und ästhetisch-ansprechende Möbel kreieren.

7. Langlebigkeit

Wenn etwas wirklich nachhaltig ist, dann ist es nicht einfach nur umweltfreundlich, sondern auch von Dauer. Deshalb solltest du Küchenmaterial wählen, dass robust, widerstandsfähig und genau deshalb sehr langlebig ist. Achte aber sowohl beim Einzug, beim Einbau und nicht zuletzt bei der Nutzung deiner Küche darauf, dass du sie wertschätzt und möglichst nicht beschädigst. Denn schlussendlich ist kein Material der Welt nachhaltig, wenn man es nicht pflegt oder zu grob damit umgeht.

8. Zertifizierung

Beim Küchenkauf ist es schwierig, alles perfekt zu machen. Doch es gibt einige Umweltsiegel, die dir im Küchenstudio eine sinnvolle Orientierung geben, um nachhaltiger zu handeln. Hier möchte ich dir kurz die wichtigsten Label auflisten, an denen du eine fair- und ökologisch produzierte erkennen kannst:

  • ÖkoControl (Schadstoff-Prüfsiegel)
  • PEFC- und FSC-Siegel (ökologische Forstwirtschaft)
  • DGM-Klimalabel (Klimaschutz)
  • Blauer Engel (allgemein umweltschonende Produkte und Dienstleistungen)
  • ISO 50001 Zertifizierung (Energie)
  • Made in Germany (Qualitätssicherung)
  • GS-Zeichen (Sicherheit und Zuverlässigkeit)
  • RKT Recycling-Zertifikat (geschlossene Kreisläufe bei Verpackungen)

Fallen dir weitere, wichtige Siegel ein? Dann schreibe mir einfach einen Kommentar mit deinem Vorschlag. Gerne nehme ich sie noch in diese Liste auf.

9. Marken

Vermutlich gibt es nie die absolute Sicherheit – doch es gibt durchaus auch einige Marken, an denen du sehr nachhaltige Küchenmöbel erkennen kannst. Auch dazu habe ich dir wieder eine kleine Beispielliste zusammengestellt:

  • OSTER Küchen: Das Unternehmen aus der Moselstadt Cochem stellt Massivholzküchen her und pflanzt für jede ausgelieferte Küche Bäume. Außerdem verzichten die Verantwortlichen auf Tropenholz und nutzt ausschließlich Holz aus ökologischer Forstwirtschaft. Auch die Veredelung findet mit unbedenklichen Stoffen statt.
  • Walden Küchen: Auch der österreichische Betrieb „walden“ setzt auf europäische Hölzer, wie Kernbuche, Robinie und Eiche. Die Küchen wurden mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet.
  • SCHMIDT Küchen: Der deutsch-französische Küchenhersteller erstellt Küchen, die zu 100 Prozent aus Recyclingholz bestehen. Die Produkte des Unternehmens wurden unter anderem mit dem PEFC-Siegel und dem Wirtschaftspreis „Green Franchise Award“ ausgezeichnet.
  • Rotpunkt Küchen: Das Unternehmen aus Bünde in Nordrhein-Westfalen verfolgt eine klare Nachhaltigkeitsstrategie und setzt sich vor allem für die Reduzierung der eignen CO2-Emissionen ein. Die Küchen des Betriebs bestehen zu bis zu 90 Prozent aus Recyclingholz und wurden Umweltsiegeln wie „FSC“, dem „Blauen Engel“ und auch „CradleToCradle“ ausgestattet.

Fallen dir weitere umweltfreundliche Küchenhersteller ein? Dann bin ich gespannt auf deinen begründeten Kommentar!

10. Planung

Umweltfreundliche Einrichtung in der Küche

Ob Einbauküche, Modulküche, Landhausküche, Küchenzeile, Wohnküche, Designküche oder Pantryküch – auch die umweltfreundlichste Küche ist nur wenig nachhaltig, wenn sie nicht auf lange Sicht geplant wurde. Wo kommt das Besteck hin, wie ist mein Kochverhalten, wie viel Platz brauche ich zwischen Küchenzeile und Kücheninsel und wie hoch muss meine Arbeitsfläche sein? Fragen über Fragen, die du unbedingt eindeutig beantworten solltest. Ich empfehle dir einen Küchenplaner, um etwaige Planungsfehler zu vermeiden und möglichst lange glücklich und zufrieden mit deiner Küche zu bleiben.

Nachhaltige Küchenmöbel finden? Gar kein Problem!

Niemand muss alles perfekt machen – weder der Hersteller, noch der Konsument. Doch alle können einen echten Beitrag für mehr Nachhaltigkeit in der Küchenbranche leisten. Der Hersteller mit recycelbaren, recycelten, natürlichen und langlebigen Materialien, der Konsument durch eine bewusste, wohl überlegte Auswahl und eine Wertschätzung für natürliche Ressourcen.

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel über nachhaltige Küchenmöbel weiterhelfen konnte und du nun gut ausgestattet bist, um im Küchenstudio eine sinnvolle und umweltverträgliche Wahl zu treffen.

Bleib‘ nachhaltig,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Durch eine möglichst plastikfreie Küche kannst du Müll gezielt vermeiden und einen weiteren Beitrag für eine nachhaltigere Lebensweise unserer Gesellschaft leisten. In den verlinkten Artikeln erfährst du jetzt, was du alles tun kannst.

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Christoph Schulz

Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

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