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Ist der rote Farbstoff Karmin vegan?

Ist Karmin vegan? Über den roten Farbstoff und Karminsäure

Ist Karmin vegan, oder nicht? Vielleicht stehst du gerade im Einkaufsladen und beäugst die Zutatenliste einer Marmelade oder eines Lippenstifts – vielleicht interessierst du dich auch einfach nur für pflanzliche und nicht-pflanzliche Inhaltsstoffe. So oder so bist du hier genau richtig! Der rote Farbstoff Karmin E 120 steckt in unzähligen Alltagsprodukten.

In diesem Artikel erläutere ich dir kurz und knapp, warum genau Karmin nicht vegan ist, welche Produkte den Farbstoff enthalten und welche Alternativen du als Veganer hast. Auf geht's!

  1. Definition
  2. Vegan?
  3. Konsumprodukte
  4. Alternativen
  5. Schlusswort

Was ist Karmin überhaupt?

Karmin ist ein licht- und hitzebeständiger, hauptächlich aus Karminsäure bestehender, kräftig roter Farbstoff, der vor allem in der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. Man gewinnt ihn aus weiblichen, trächtigen Cochenilleschildläusen, einer Insektenart, die vornehmlich auf Kakteen in Süd- und Nordamerika lebt. Die Tiere werden für die Herstellung des Farbstoffs eingesammelt, ausgekocht und mit chemischen Zusätzen versetzt.

Ist Karmin vegan? Ja oder nein?

Ist Karmin vegan? Cochenilleschildläusen halten sich auf Kakteen auf

Um ein Kilogramm Karmin zu produzieren, müssen zwischen 60.000 und 100.000 Schildläuse getötet werden.₁ Es gibt sogar Farmen, auf denen die Tiere extra zur Produktion des blutroten Farbstoffs gezüchtet werden. Da Tiere dafür ausgebeutet und umgebracht werden, sind Erzeugnisse mit dem Inhaltstoff Karminsäure also nicht vegan.

Wenn wir unsere Marmelade (enthält manchmal Karmin) selber machen, würden wir wohl kaum auf die ekelerregende Idee kommen, dafür zentral- bzw. südamerikanische Insekten zu zerquetschen. Doch die Industrie macht das.

Auch die Vorstellung, getötete Läuse im Haarshampoo vorzufinden ist irgendwie absurd, findest du nicht? Wer würde dafür freiwillig Geld bezahlen?

Worin ist Karmin enthalten?

Mit deinem gerade erlangten Wissen wirst du wohl in Zukunft ganz genau hinschauen. Es sind meist rot gefärbte bzw. knallrote Lebensmittel und Kosmetikprodukte, in denen echtes Karmin zum Einsatz kommt. Aufpassen musst du als Veganer diesbezüglich vor allem bei Erzeugnissen der folgenden Kategorien:

  • Süßwaren
  • Konfitüre/Marmelade
  • Zuckerstreusel
  • Torten(guss)
  • Konservierte Kirschen
  • Limonade
  • Fleisch- und Wurstwaren
  • Lippenstift
  • Lidschatten
  • Nagellack
  • Shampoo
  • Buntstifte
  • Wandfarbe

Kennst du weitere Warengruppen oder Produkte mit Karminsäure? Dann schreibe mir gern einen Kommentar mit deinem Hinweis!

Wie kann ich den Lausigen Farbstoff umgehen?

Karmin steckt in Lebensmitteln und Kosmetika

Jetzt möchte ich dir noch zeigen, wie du Konsumgüter mit Karminsäure unter den Zutaten und Inhaltsstoffen ausfindig machen kannst. Dafür ist es zunächst ratsam, die üblichen Bezeichnungen zu kennen. Geläufige Begriffe für den roten, tierischen Farbstoff sind vor allem:

  • Karmin
  • Karminsäure
  • Karmin E 120
  • Echtes Karmin
  • Koschenille
  • Cochinille
  • Cochenillerot A
  • Cochineal
  • Carmine

Auch die App CodeCheck wird dir mit einem simplen, kurzen Scan dabei helfen, Hersteller zu entlarven, die für ihre Produkte auf das nicht-vegane Karmin zurückgreifen. Eine vegane Alternative stellt das synthetische Karmin E 124 dar. Man findet es bisher nur sehr selten in industriell gefertigten Produkten – stattdessen wird vielmehr echtes Karmin verwendet. E 124 ist allerdings aufgrund der oft enthaltenen Azofarbstoffe aus gesundheitlicher Sicht bedenklich.

Tipp: Unter nicht vegane E-Nummern stelle ich dir noch viele weitere Zusatzstoffe vor, die tierischen Ursprungs sind oder sein könnten.

Welche veganen Alternativen gibt es noch?

Aus dem Schminkwurz bzw. der Alkennawurzel lässt sich beispielsweise ein roter, rein pflanzlicher Farbstoff extrahieren. Beim Kochen kann man ihn auch mithilfe von roter Beete imitieren. Ich hatte vor kurzem erst ein veganes Steak, bei dem das blutige Fleisch mithilfe des beliebten Gemüses nachgeahmt wurde.

Abgesehen von den genannten Alternativen für Karmin, kann es natürlich auch sinnvoll sein, gänzlich auf die typischen Produkte mit Karmin zu verzichten – denn lebensnotwendig sind sie alle nicht. Im Gegenteil: bei vielen Menschen führt der Zusatz „echtes Karmin“ zu allergischen Reaktionen, wie beispielsweise Hautausschlag und gereizten Atemwegen.

Karmin wird aus Läusen hergestellt und ist deshalb nicht vegan

Der knallrote Farbstoff Karmin hat leider eine tödliche Vorgeschichte für Cochenilleschildläuse, weshalb er nicht für Veganer geeignet ist. Es gibt leider wirklich unzählige Produkte, die Karminsäure enthalten. Wie so oft hilft es deshalb, die jeweilige Zutatenliste genauer unter die Lupe zu nehmen. Hier hast du gelernt, worauf du dabei achten musst – und welche Alternativen dir für Karminsäure bereitstehen.

Hast du Fragen, Tipps oder eigene Erfahrungen mit dem Inhaltsstoff Karmin E 120 gemacht, die du teilen möchtest? Dann freue ich mich schon auf deinen Kommentar!

Bleib‘ tierfreundlich,

Christoph von CareElite - Plastikfrei leben

PS.: Du willst wissen, warum ich vegan lebe und auch keine Ausnahme bei Insekten mache? Im verlinkten Betrag Beitrag erfährst du es!

Quellenangaben:
₁ Hans Strümpel: Homoptera – Handbuch der Zoologie. Band 4, Teilband 28. De Gruyter, Berlin/New York 1983.

₂ health&media GmbH: Karminrotallergie (Stand: 29.06.2018), abrufbar unter https://www.allergie.de/karminrotallergie. [06.01.2022].

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Christoph Schulz

Ich bin Christoph, Umweltwissenschaftler und Autor - und setze mich hier bei CareElite gegen den Plastikmüll in der Umwelt, den Klimawandel und alle anderen großen Umweltprobleme unserer Zeit ein. Gemeinsam mit weiteren, umweltbewussten Bloggern will ich dir Tipps & Tricks für ein natürlich-gesundes, nachhaltiges Leben sowie deine persönliche Weiterentwicklung an die Hand geben.

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